Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Samstag, 8. März 2008


So - wieder ein Haken auf der To-Do-Liste. Heute haben wir beim Hunde-Doc Blut abnehmen lassen für die Blutuntersuchung (Tollwut-Titter-Test). Jetzt heißt es wieder, 14 Tage warten, bis das Ergebnis da ist (muss von einem staatlichen Labor getestet werden). Damit dann zum Amtstierarzt und das Ding beglaubigen lassen - und dann können wir das Import-Permit beantragen, welches uns dann erlaubt, das Hundi in Australien einfliegen zu lassen. Aber nicht, dass jetzt jemand denkt, damit wäre die Hunde-Liste abgehakt. Weit gefehlt ... das war Punkt 4 (mit der Beglaubigung dann Punkt 5) von insgesamt 9 zu erledigenden Punkten, deren genaue Reihenfolge unbedingt eingehalten werden muss, wie uns von GK-Airfreight mitgeteilt wurde. Wenn wir auch nur einen Punkt vergessen sollten oder die einzelnen Wartezeiten nicht einhalten, bekommen wir keine Einfuhrgenehmigung *schwitz* vom Australischen Ministerium (AQIS) und der Quarantäne Station in Sydney... puh...

Donnerstag, 6. März 2008

Die Zeit rast... joi!

Ich hatte letztens bei der IOM (sozusagen ein Auswanderer-Reisebüro mit vielfältigem Service) angefragt, um mal abzuklären, in welchem Zeitraum man die One-Way-Tickets reservieren bzw. buchen kann. Natürlich kann man auch in einem ganz normalen Reisebüro One-Way-Tickets buchen. Allerdings hat man da nur eine Freigepäck-Grenze von 20 kg pro Person. Jedes Kilo drüber wird teurer. Bei der Flug-Ticket-Buchung über die IOM hat man jedoch eine Freigepäck-Grenze von 40 kg pro Person im Flugpreis mit drin (also das "Lebendgewicht" eines durchschnittlichen 11-jährigen Knaben, wie wir letztens familienintern festgestellt haben *grins*) - was bei einer Immigration
in ein anderes Land durchaus vorteilhaft ist, wenn man mal den Aspekt der Schlepperei außen vor lässt. Aber wir tragen die Koffer ja nicht von Frankfurt nach Brisbane (jedenfalls ist das nicht so geplant...).

Wie wir allerdings mit den voraussichtlich 160 kg Gepäck bis zum Flughafen nach Frankfurt / Main kommen, wird noch ein interessantes Brainstorming geben. Denn über die IOM gelten nur die Direktflüge ... die Inlandsflüge z.b. von Hannover nach Frankfurt / Main können hier nicht gebucht werden, und auf einem Inlandsflug sind auch nur 20 kg Freigepäck (weil ja im Reisebüro zu buchen) zugelassen. Was bedeuten würde, dass wir für die Hälfte des mitgeschleppten Gepäckes vermutlich astronomische Summen zahlen müssten - und sich da schon beinah wieder ein Großraum-Taxi für die 350 km rechnen würden. Oder der Streß mit der Umsteigerei per ICE. Was mir dann wiederum in Gedenken an das ständige Theater bei der Bahn Magenschmerzen bereitet. Naja, diese Frage klären wir, wenn es soweit ist.

Die Tickets selbst können wohl ziemlich kurzfristig gebucht bzw. reserviert werden. Wobei man sich 2-3 eventuelle Flugtermine auswählen kann, dann ca. 14 Tage vorher bescheid gibt, welcher Termin denn nun in Frage kommt und spätestens 10 Tage vor Abflug dann die Tickets bezahlen muss, um sie auch sein Eigen nennen zu können. Finde ich erst mal sehr entspannt - so hat man wenigstens hier nicht so einen enormen Planungsdruck ... Aber noch viel interessanter ist die Tatsache, dass bei IOM ziemlich kurzfristig
die Tickets storniert werden können, ohne das größere Kosten auf einen zukommen (die Stornokosten betragen um die 18 Euro, was ja nun wahrlich nicht viel ist, wenn man bedenkt, was für Kosten einen erwarten, wenn man eine Urlaubsreise absagen muss). Dass dieser Fall eintreten kann, kann ja immer mal vorkommen, sollte also auch in der Planung berücksichtigt werden.

Was mir im Moment aber noch etwas Zweifel beschert, ist die Tatsache, dass diese Tickets online ausgestellt werden, nur unter Vorlage mind. eines Einreisevisums der auswandernden Leute (bedeutet, dass alle mitreisenden zur Familie gehörenden Personen diese Tickets nutzen können, wenn mind. 1 ein solches Visum hat). Also nicht die Vorlage des Tickets macht mir zu schaffen, sondern die Tatsache, dass die Tickets online ausgestellt und erst beim Checkin am Frankfurter Flughafen abgerufen werden - wir haben also ganz offensichtlich bis dahin nix in der Hand. Hm... da muss ich noch mal drüber grübeln bzw. klären, ob die die Tickets nicht doch zuschicken. In so einem besonderen Fall ist mir die "Papier-Version" dann doch lieber und sicherer als irgendeine Datei im System der Fluggesellschaften ;-)))


Die Preise dieses Tickets liegen so um die 650,00 Euro pro Person, je nach Saison ... und die IOM fliegt ausschließlich mit Qantas (ja, die heißen tatsächlich Qantas - und nicht Quantas... da gehört kein U rein, denn ausgeschrieben bedeutet das "Queensland and Northern Territory Aerial Services" - so, habter wieder was gelernt. Bin ich nicht nett? ;-) ). Ist das nicht toll, wie sehr man seinen Horizont erweitert, wenn man sich mal entschieden hat, n bisschen durch die Welt zu ziehen?

Mittwoch, 5. März 2008

Strahlender Sonnenschein, bittere Kälte, blühende Forsythien (so langsam wird auch unser Sträuchlein gelb) ... und der mangelnde Schlaf wird auch so langsam wieder ausgeglichen.

Während dessen mal ein Blick auf die andere Seite des Erdballs - wie ist das Wetter zur Zeit in Süd-Queensland, nachdem es seit Weihnachten mehr oder weniger (eher mehr) ziemlich ergiebige Regenfälle und Stürme gegeben hat?

Soeben kam von unserem Makler die Nachricht, dass der Interessent von der Hausbesichtigung am 24.2. noch immer Interesse hat und kommenden Sonntag noch einmal kommen und alles intensiv anschauen möchte... Oooops. Das hört sich doch erst mal nicht schlecht an.

Am Samstag zieht unser Ältester in seine erste eigene Wohnung. Wird also ein "lustiges" (dass heißt arbeitsreiches) Wochenende.

Montag, 3. März 2008

HEUTE VOR 1 JAHR SIND WIR IN FRANKFURT ZU UNSEREM 1. TRIP NACH DOWN UNDER GESTARTET...




* * * * *

Man braucht auch mal eine kreative Auszeit - und die haben wir uns mit einem verlängerten Wochenende von Donnerstag bis Sonntag gegönnt. Wir waren zum Flinkhand-Forum-Treffen (ja - es gibt auch noch andere interessante Foren ;-) ), das einmal jährlich
und dieses mal auf der Burg Lohra (in der Nähe von Nordhausen) stattfand. Alles hatte gediegenen DDR-Jugendherbergscharakter, was bei einigen Teilnehmern das eine oder ander Dejavu erzeugte ;-))) Aber letztendlich war das "wurscht", da wir ja eh nur Augen für die kreativen Künste der / des anderen hatten. Und zu gucken, zu lernen und auch zu lehren gabs reichlich. Immerhin waren wir insgesamt 46 Leute aus beinah allen Teilen Deutschlands.
Der Küchendienst wurde zuerst eingeteilt - jeder war mal dran, wobei sich die Kochfraktion schon während der Vorbereitung des Treffens herauskristallisiert hatte (was bei so vielen Leuten, von denen die Hälfte irgendwelche Lebensmittel-Allergien hatte, auch notwendig war).
Sehr massiv vertreten war die Brettchen-Weber-Fraktion (lediglich übertrumpft von der Spinner-Fraktion) ...
Die Musiker fanden sich bereits am ersten Abend zusammen - und wir waren froh, uns unser Zimmer im Dachgeschoss (2. Stockwerk) des Hauses ausgesucht zu haben, denn sowohl am Freitag (etwa bis 4:00 Uhr) als auch am Samstag (oder sollte man lieber sagen: Sonntag morgen? - bis etwa 6:30 Uhr) wurde kräftig in die Saiten gehauen und so mancher Lehrer hätte wohl bei solch einer "Klassenfahrt" hinterher seine Pension beantragt ;-)))
Es wurde auch "geledert" - hier entstanden zum Beispiel Satteltaschen für ein Motorrad (die leider nicht fertig wurden). Aber Simon war ständig umlagert, während er mit einer Respekt einflössenden Ausdauer das System des Lederflechtens erklärte, beim Zuschneiden und Zusammen"nähen" der Taschen half und das Muster für die abschließenden Punzierarbeiten aufzeichnete...
Ich für meinen Teil beschäftigte mich hauptsächlich mit dem Filzen und nahm ein paar interessierte Teilnehmer "unter meine Fittiche" (weil sich leider niemand von den anderen Corifäen für eine Leitung dieser Gruppe freimachen konnte - alle waren zu sehr mit den vielen anderen tollen Sachen beschäftigt). Hier meine gefilzte Umhängetasche, die allerdings nur bis zur Fertigstellung (also nicht mal 1 ganzen Tag) mein Eigen war, sondern dann ruckzuck im Zuge des Tauschens bzw. Handels gegen herrliche Seife und einen Strickkurs eingetauscht wurde ;-)
Außerdem entstanden in der "Filzecke" unter anderem auch diese beiden schnuckeligen Filzhüte:
Es wurde auch ein Seifensieder-Kurs angeboten, an dem ich natürlich ebenfalls teil nahm (hier ein Foto von bereits fertigen Seifen unserer Kursleiterin Nadine):
Es gab wohl in dem ganzen unteren Trackt des Gebäudes keine Ecke, in der kein Spinnrad herumstand (ausgenommen der Küchenbereich). Schon allein das Zusehen hatte etwas überwältigend Meditatives ... und Zeit für Schwätzchen war hier genug.
Einige wenige brauchten Nachhilfe im Stricken ...
Und bereits am Abend des Ankunftstages war nach dem Abendessen in der Aula der ganz normale kreative Wahnsinn ausgebrochen.
Von den "Neuen" (wie uns) mal abgesehen, hatten sich die meisten ja ein ganzes Jahr (man stelle sich das vor!!! ;-) ) nicht gesehen und nur im Forum austauschen können:
Kammweben auf einem Brettchenwebrahmen
Glasperlen fertigen

Samstag abend wurden dann die fertigen Arbeiten präsentiert - es war beeindruckend, was sich da für Kostbarkeiten auf dem Tisch einfanden.Die Mauern "unserer" Jugendherberge hielten das auch über uns mit voller Wucht hinweg brausende Orkantief "Emma" soweit ab, dass wir lediglich während der Suche nach Schlaf die Kraft der Naturgewalten am Rande mitbekamen (Samstag morgen fehlte dann auch eine kleine Ecke vom Dach, der Strom und das Wasser waren für ca. 2 Stunden weg, aber sonst war alles "in Butter"). Zu Hause angekommen, stellten wir erleichtert fest, dass bei uns nichts das Fliegen gelernt hatte - lediglich die "Sturmflagge" ist nun wieder etwas kleiner geworden. Das "U" ist weg, das "A" angeknabbert...

Noch 16,5 Tage bis "Berlin" ...

Mittwoch, 27. Februar 2008

Heute ist das Angebot von GK-Airfreight eingetroffen, mit denen wir den Transport unseres Wauzis abzuwickeln gedenken. Diese Firma wurde uns von mehreren Leuten empfohlen, die damit nur gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Auf der Website der Firma wird auch durchaus der Eindruck vermittelt, dass die Mitarbeiter wissen, was sie tun - unter anderem werden verschiedene große deutsche Zoos (z.b. Hannover) als Referenten aufgeführt - und sie befördern wohl offensichtlich von der Maus bis zum Elefanten so ziemlich alles an Getier rund um den Globus, was transportiert werden muss. Hört sich also erst mal nicht soo schlecht an.

Auch der Emailkontakt ist überaus zügig, sehr ausführlich, nett und freundlich. So kam dann auch heute - wie schon gesagt - das Angebot per Email. Man gut, dass ich saß, als ich es gelesen habe. Denn zu wissen, was es ungefähr kosten wird, den Hund nach Australien importieren zu lassen, ist das eine. Es dann schwarz auf weiß zu lesen, ist dagegen dann etwas völlig anderes!!! Aber - wir haben es ja so gewollt.

Und mal ehrlich: kann man diesem Blick widerstehen und einfach "tschüß" sagen? ... Alles in allem wird wohl der Transport unseres Hundes incl. Transportbox, sämtlichen Papieren sowie der Platz in der Quarantänestation in Sydney (minimum 30 Tage, wenn alle Papiere und Werte in Ordnung sind) ungefähr so um die 3.500 Euro liegen. Eine handfeste Größe, wenn ich das mal so sagen darf...

Jetzt kommt der nächste interessante Punkt: das Motorrad. Denn das soll ja auch mit. Fortsetzung folgt ...

Montag, 25. Februar 2008


Tag der offenen Tür wegen Hausverkauf


Gestern war nun das erste Mal "Open for Inspection" - und bei strahlendem Sonnenschein und
frühlingshaften Temperaturen hat sich tatsächlich ein Interessent zu uns "verirrt". Dieser jedoch war mehr als nur neugierig, hier war offensichtliches Interesse vorhanden. Vielleicht haben wir ja damit schon einen potenziellen Käufer, denn wie sagte unser Makler so schön? Wir brauchen nur einen Käufer, also reicht bei entsprechendem Interesse auch ein "Besucher" ;-)

Trotz alledem werden wir in Kürze den nächsten Besichtigungstermin festlegen. Zum Glück treibt uns ja nichts und niemand, wir haben Zeit und müssen ja nicht verkaufen.

21:00 Uhr
Die Australier (und die, die für sie arbeiten) scheinen Spaß daran zu finden, unbescholtene Bürger zu den erstaunlichsten Tageszeiten völlig unvorbereitet mit voller Wucht aus dem aktuellen Tagesgeschehen oder aber aus der wohl verdienten Entspannung zu reißen (siehe der Anruf der Botschaft an einem Freitag nachmittag - an dem deutsche Ämter garnicht auf die Idee kommen würden, noch irgendeinen Finger für den Bürger krümmen zu wollen): Soeben - kurz vor 9 Uhr abends rief mich der Arzt aus Hannover an und teilte mir mit, dass die Laborwerte zurück seien und morgen die Untersuchungsergebnisse und Dokumente abgeschickt werden. Er wollte wissen, wohin er sie denn nun senden sollte. Denn auf den Dokumten stehe die Adresse von Sydney, und wir wollten doch nach Berlin zum Schnellservice... Wow. Man gut, dass er nochmal anrief. Möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn er es einfach nach Sydney geschickt hätte - und wir hätten dann vermutlich in Berlin nach Dokumenten gesucht *schwitz*. Jedenfalls - supernett, freundlich und... einfach ohne Worte.