Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Dienstag, 12. August 2008

Wow... Technik ist was feines...!!!

Wir sitzen hier bei ca. 25° und ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit auf der Dachterrasse (Raucherterrasse) des Flughafens von Singapur. Es ist etwa 19:15 Uhr Ortszeit, ich hab den Schleppi auf dem Schoß und nen neugierigen Knaben neben mir hocken ;-)

Erst mal danke für die tolle Überraschung, Eli. Hier noch mal gaaaanz öffentlich. Jetzt haben wir also ne Vip-Karte für unsere Ankunft in Australien. Wie coool! Bei wem können wir die doch gleich einlösen? Und danke für die vielen lieben Grüße und Wünsche (von Mama und Papa, von Jessi und und und), die du uns dabei gleich noch überbracht hast. Das war ne witzige Idee!

Wir sind gut und wohlbehalten nach der ersten Etappe hier gelandet. Kleinere Turbulenzen, was ja in ca. 11 km Höhe wohl normal ist. Aber keine Probleme, keine explodierten Sauerstoffflaschen, kein aufgerissener Rumpf, keine defekte Hydraulik irgendwelcher Art ;-) Und ziemlich ausgeschlafen sind wir im Moment auch. Und satt. Sowas von satt.

In 2 Stunden geht unser Anschlussflug nach Brisbane. Batida geht in ca. 30 Minuten wieder "in die Luft" und kommt kurz nach 6 in Sydney an. Sie war so super lieb, als wir sie bei GK abgegeben haben. Ist freiwillig in ihre Box gekrabbelt und hat uns angeschaut, als ob sie sagen wollte: "Nu los, macht das Gitter zu, damits los gehen kann..." ;-) Wir freuen uns schon auf Sydney in 4 Wochen. Wenn alles klappt wie geplant, machen wir dann erst mit Pascal n paar Tage die Stadt unsicher und holen dann die Süße aus der Quarantäne und fahren über Nundle zurück nach "Hause" (wie sich das anhört... komisch!).

So. Das wars fürs erste. Der nächste Bericht kommt, wenn ich wieder n offenes W-Lan finde ;-)

Seid alle ganz lieb geknuddelt und dedrückt! Eure verrückten Auswanderer...

Sonntag, 10. August 2008

Ein vorerst letzter Bummel durch Magdeburg war heute unser Programm ... unter anderem. Gemütlich schlenderten wir über den Breiten Weg, besuchten noch einmal das Hunderwasser-Haus und genossen das doch unverhofft schöne Wetter. Beste Aussichten für die romantische Einlage, die Mama und Papa für den Abend geplant hatten. Jetzt mussten wir nur noch "Windstille" bestellen (was angesichts der seit Tagen recht kräftigen Böen eher zweifelhaft war). Aber es klappte: Als die Sonne unterging, war es tatsächlich fast völlig windstill ... und wir konnten die Skylaternen - gefüllt mit vielen guten (und heimlichen) Wünschen - auf Reisen schicken.

Jetzt kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen...


Freitag, 8. August 2008

05.08.2008
Nach einer fast schlaflosen Nacht (3 Stunden Bettruhe heißen nicht gleich 3 Stunden Schlaf) auf Grund letzter Vorbereitungen für den "großen Tag" gings für uns ab 6 Uhr morgens rund. Gegen 8 Uhr kamen die Packer mit einem kleinen Transporter, vollgepackt mit Verpackungsmaterial. Kaum durch die Tür --> erster Check der zu packenden Sachen. Durch und durch organisatorisch wohl erzogen, hatten wir ja dann doch schon die ersten 40 Kisten fertig gepackt (belangloses Zeug wie z.B. Arbeitsmaterialien aus dem Kreativ-Zimmer, der Inhalt des Kleiderschrankes etc.). Und so hörten wir dann ein: Super, ja, alles klar - kann losgehen.

Etwa 4 Stunden später hatten mich die ersten Zweifel beschlichen, ob denn das von den Profis gepackte Hab und Gut tatsächlich in den inzwischen eingetroffenen 20"-Container passen würde. Innerlich begann ich, mich von dem einen oder anderen Gegenstand zu trennen, weil ich felsenfest der Meinung war "dat wirt nüscht!". Denn die Sachen wurden so gepackt, wie sie standen - da wurde nichts, also auch wirklich garnichts auch nur ansatzweise auseinander geschraubt. Entsprechender Platzmangel entwickelte sich dann auch mit fortgeschrittener Stunde in den Räumen "nichtmehrunseres" Hauses...


Das sieht harmloser aus, als es war...

Und doch hat am Ende alles reingepasst. Nachmittags - so gegen halb 5 - war alles, was nicht niet- und nagelfest oder vorher von uns aus der Reichweite der Packer geschafft worden war, in Kartons und etliche Meter Knackfolie verpackt. Die Jungs waren so gründlich, dass selbst der im Büro befindliche (an der Erde doch eigentlich ausser Reichweite gebrachte) Router auf einmal abgestöpselt und in irgendeiner Kiste verpackt war. Und ich mich dann wunderte, warum mein Internet denn nicht geht, wenn doch die Telekom unseren Anschluss erst am nächsten Tag sperren wollte ;-)

Und wer auch immer dann in Brisbane den Container öffnen wird, muss höllisch aufpassen, nicht von unseren Mountainbikes erschlagen zu werden, die nur deshalb nicht wirklich aus dem Container raus"hopsen" konnten, weil die Türen schnell genug geschlossen wurden.

Und da fährt er nun in die Abendsonne. Jetzt sind wir nicht nur obdachlos, sondern haben auch kein Hab und Gut mehr in erreichbarer Nähe. Ein "ausreichend merkwürdiges" Gefühl ;-) ... und das, was jetzt vor uns liegt, gleicht irgendwie einem weißen Blatt Papier, was neu beschrieben werden möchte.


06.08.2008
Wir lösten am Abend unseren von Freunden zum Abschied geschenkten Gutschein für ein Abendessen im australischen Restaurant "Down Under" ein, fielen gegen 12 ins Bettchen und ratzten erst mal verlorenen Schlaf der vergangenen Nacht nach. Gegen 9 verlustierten wir uns im leeren Wohnzimmer am gemütlich und reich gedeckten Frühstückstisch (eine Decke auf der Erde, die letzten Tassen mit Kaffee gefüllt und die Reste aus dem zurück gebliebenen Kühlschrank vernascht). Und dann wurde das Haus für die Übergabe vorbereitet - Sperrmüll, putzen und und und. Ab 17.30 Uhr hatte unser Häuschen endgültig seine neue Eigentümerin - und wir nach 8 Jahren ein weiteres Kapitel in unserem Leben abgehakt: ein Haus in Deutschland ;-)

07.08.2008
Termin beim Tierarzt für die letzten vorgeschriebenen Checks incl. Behandlung gegen in- und externe Parasiten. Das Ausfüllen der Dokumente in englischer Sprache war für die Sprechstunden-Hilfe (ist das die korrekte Berufsbezeichnung?) eine Herausforderung, mit der sie wohl vor dem Frühstück noch nicht gerechnet hatte. Anweisung vom Doc: Ihr setzt Euch mal rüber ins Cafe und füllt diesen Stapel aus. Wenn es Fragen gibt, wisst Ihr ja, wo Ihr mich findet ... (okay, die Sprechstunde war voll, es war brütend heiß bereits heut früh um 10 ... ) - und bewaffnet mit einem Übersetzer im Handtaschen-Format folgten wir seiner Anweisung (ich für meinen Teil war hochinteressiert, was das wohl werden würde... *grins*). So trieb ich mich dann mit Batsi auch bis nach 12 dort beim Doc rum, bevor wir Richtung "elterliches Nest" starten konnten, um die letzten Tage n bisschen Entspannung zu finden.

Am 11.8. geht der Flieger!!!

Montag, 4. August 2008

Weißheit des Tages (kam mir grad beim Räumen in Form einer Glückwunschkarte zwischen die Finger):

Alle Lebewesen - außer dem Menschen - wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen!

Batida im zarten Alter von 14 Wochen.

Nun gut - im Moment isses noch nicht so fühlbar, aber wir arbeiten ja dran ;-)

Gestern abend ging es noch mal etwas entspannter zu. Um uns abzulenken - und um uns vom "harten Kern" der Harlingtown Linedancer zu verabschieden, fuhren wir zum 1. Country Open Air in Vienenburg. Es war eine nette kleine Veranstaltung - für den ersten Versuch super organisiert und mit einer tollen Stimmung, viel Live-Musik (überwiegend richtig gute - wenn auch teils etwas laut, weil wir direkt gegenüber der Bühne saßen) und leckerem, sehr preiswerten Catering. Selbst das Wetter hat sich gehalten - es war eine schöne Sommernacht. Und so konnten wir dann auch das eine oder andere Tänzchen auf der Bühne wagen, verzogen uns aber zum tanzen meist doch lieber auf die Wiese, weil wir sonst wohl mit einem gewaltigen Höhr-Schaden nach Hause gefahren wären.

Samstag, 2. August 2008

Fast auf den Tag genau 8 Jahre ist es her, dass wir in unser "Häuschen" eingezogen sind - und nun leert es sich wieder. Der letzte Sperrmüll-Container verließ gestern unseren Hof ...

... und heute haben die beiden Großen die von ihnen angehimmelten Möbel und Pflanzen (und noch so einiges anderes an nützlichem "Kram") mit Simon zusammen in ihre Wohnungen gefahren. Spartanisch kann man das, was uns hier zur Verfügung steht, zwar noch lange nicht nennen - aber trotzdem ist es ein eingenartiges Gefühl, wenn sich so allmählich die Zimmer lichten. Das, was am kommenden Dienstag in den Übersee-Container gepackt werden soll, wird auf einmal viel übersichtlicher ;-) und die Überlegungen, ob alles reinpasst, weichen anderen Gedanken.

Noch schnell der neuen Eigentümerin unseres Häuschens eine Blumen
-Grußkarte geschickt (ist ja doch ein besonderer Anlass und es ist ja eine ganz Liebe!) ... und dann versuchen wir, morgen und übermorgen die letzten Kräfte zu mobilisieren. Nicht so ganz leicht nach den letzten Wochen und den ungewohnt schwülheißen Temperaturen hier... aber es sind ja ein paar schöne und ruhige Tage im elterlichen Nest in Sicht! :-)))

Dann kann Batida wieder testen, von wem sie Leckerlis bekommt - und bei wem sie dafür auch noch was tun muss.


Donnerstag, 31. Juli 2008

Heute ist Simons letzter Arbeitstag - obgleich er ja seit 30.06. Urlaub hat. Ab morgen ist er dann das erste Mal in seinem Leben arbeitslos. Eine völlig neue Erfahrung, die er aber wohl unbedingt noch in diesem Ländle mitnehmen musste oder wollte (nee, von wollen kann wohl keine Rede sein).

Kleine Anekdote zu diesem Thema, die man sich doch mal auf der Zunge zergehen lassen sollte:

In der ersten Juli-Woche ist er zum Arbeitsamt gegangen, um sich - ordentlich, wie es sich gehört - ab 01.08. für die restlichen Tage hier in D arbeitslos zu melden. Und auch, um seine erworbenen Ansprüche zu sichern, die ihm zustehen, sollte er innerhalb der nächsten 4 Jahre nach D zurück kehren müssen (oder wollen). Er meldete sich also arbeitslo
s, füllte sämtliche Formulare aus, gab einen Teil davon ab. Ein weiterer Teil sollte bei einem persönlichen Termin bei einem "Berater" abgegeben werden. Eine Einladung zu diesem Gespräch flatterte 2 Tage nach seiner Arbeitslos-Meldung ins Haus. Darin stand zu lesen: "... laden wir Sie hier am 15.07.2008 um 9.00 Uhr in Raum.... ein, um mit Ihnen über Ihre berufliche Zukunft zu sprechen." Und so weiter und so fort.

Ich glaub, dieses Schreiben sollten wir uns einrahmen. Es ist ja nicht so, dass Simon nicht schon gleich bei der Arbeitslos-Meldung angegeben hätte, warum er den Job gekündigt hat und dass er nach Australien geht! Natürlich wusste das Amt bescheid.
Simon fuhr also am 15. zu diesem Termin, und staunte nicht schlecht, als die Dame hinterm Schreibtisch ihm bei der Arbeitssuche in Australien ihre Unterstützung anbot. ... Uns ist irgendwie nicht so recht klar, wie sie das über diese Entfernung anstellen wollen, wenn sie es doch nicht mal in ihrem Arbeitsamtsbezirk schaffen (Kommentar der 3. Anlaufstelle, bei der er seine Lohnabrechnungen etc. für die Berechnung des Arbeitslosengeldes einreichen musste, war nämlich: "Sie machen es richtig, hier in der Region könnten wir Sie überhaupt nicht vermitteln, es gibt keine Stellenangebote für Sie!"

Ähm, da kann man mal wieder sehen, mit welchen unterschiedlichen Prioritäten in den einzelnen Ländern (unter anderem) Handwerker gesucht werden. In Deutschland ist man mit Anfang 40 und somit über 20-jähriger Berufserfahrung nicht mehr vermittelbar, wo anders reiben sich die Chefs die Hände über jeden, der was von seinem Handwerk versteht und bereit ist, zu arbeiten - egal wie alt er ist...!

Nun gut. Das Kapitel Arbeitsamt ist hiermit also erst mal geschlossen. Hoffentlich. Es war für ihn ein kurzes Intermezzo - und diese insgesamt 3 Pflichtbesuche haben ihm dann aber auch schon gereicht. Auf ins "Abenteuer Arbeiten im Ausland".

Die Braunschweiger haben jedenfalls an alles gedacht und dafür gesorgt, dass Simon seine Arbeitslosigkeit auch gebührend ausleben kann ;-)))



Dienstag, 29. Juli 2008

Die Hitzewelle hatte Deutschland am Samstag (und noch immer) fest im Griff. Hochsommer!!! Und genau das richtige Wetter für eine Aussie-Party. Zwar war es zum Tanzen eigentlich wirklich viel zu warm (was einige aber nicht abschreckte, dennoch das Tanzbein zu schwingen - unseren DJ freute es natürlich), aber je später der Abend, um so lauer das Lüftchen ;-)

Die ersten Gäste erscheinen - einige bringen wie versprochen leckeren Kuchen für das Buffet mit und es füllen sich Saal und Tische...


Unser Großer hielt - für uns völlig unverhofft - eine tolle Rede, was Simon den Angstschweiß auf der Stirn trocknen ließ, da er schon krampfhaft überlegte, wie er sich aus diesem Punkt der Tagesordnung wohl rauswinden kann. Blieb ihm (uns) nur noch, mit kurzen Worten all den lieben Mitbringseln Tribut zu zollen, die wohl schneller als gedacht bei Anflügen von Heimweh ihre Aufgabe zu erfüllen haben (schneller als gedacht nicht nur, weil diese Phasen wohl nicht lange auf sich warten lassen - sondern auch, weil wir heute von der Spedition erfahren haben, dass unser Container schon am 9.9. im Hafen von Brisbane eintreffen soll - laut Fahrplan der Reederei).


Da waren viele tolle Überraschungen bei ... und sogar die Finger mussten wir uns schmutzig machen, um nach Dollar-Noten im Sand zu buddeln, die dann neugierig von allen bewundert und befingert wurde. Der erste Kaffee bei der Ankunft auf dem Flughafen in Brisbane ist somit gesichert - wir müssen nicht abwaschen ;-)


Dann wurde das Abend-Buffet eröffnet (schon wieder essen?! - Wow, warme Speisen! Falls jemand friert ... *grins*).


DJ Bernd sorgte für super Stimmung, ein Tänzchen mit Papa (eins???) war natürlich Pflicht! Egal, wie heiß es ist, ein Indianer kennt keinen Schmerz! Sowas darf man sich doch nicht entgehen lassen.

Und je später der Abend, um so hungriger die Gäste - vor allem Hans, der zwischendurch Schicht hatte und bis 22 Uhr arbeiten musste. Aber wir haben ihm ja wie versprochen was aufgehoben ;-)


An dieser Stellen möchten wir uns noch mal ganz lieb bei allen unseren Verwandten und Freunden bedanken. Es war ein toller Abend, wir haben ihn sehr genossen und uns über Eure Erinnungs-Präsente riesig gefreut (tun wir immer noch!!!). Wie versprochen gibts dann für jeden noch mal einen Zusammenschnitt der Bilder und Filme (Peter, danke für's Filmen!). Wir hoffen, es hat Euch Spaß gemacht - wenn auch der Anlass dieser Fete für viele von Euch sicherlich nicht ganz so freudig war wie für uns!