Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Sonntag, 19. Oktober 2008

Ein arbeitsreiches Wochenende liegt hinter uns. Ich habe die auf Abwegen befindliche Beetumrandung sämtlicher Beete wieder an Ort und Stelle verwiesen, mir dabei nen ordentlichen Muskelkater zugelegt - an Körperstellen, von denen ich vergessen hatte, dass da Muskelstränge lang laufen ;-) und die vom Council für Sonntag nachmittags von 4 bis halb 5 erlaubte wöchenentliche Gartenwässerung durchgeführt. Mein Kräuterbeet ist fertig, ein paar blühende Kübelpflanzen wurden temporär versenkt (für einen eventuellen Umzug in ein wirklich eigenes Heim irgendwann garnicht erst aus ihrem Kübel entfernt) und dann war da ja noch der in der Entstehung befindliche Sonnenschutz für die Terrasse (die Bilder gibts in den nächsten Tagen).

Es blüht in jeder Ecke ... und natürlich da, wo ich nachgeholfen hab. An dem Erlernen der botanischen Bezeichnung der australischen Gewächse werde ich demnächst mal arbeiten ;-)

Mein kleines Kräuterbeet mit Rosmarin, Schnittlauch, Thymian, Petersilie, Paprika, Basilikum...

Die kleine Sandstein-Ratte hat auch ihren Platz gefunden, sie bewacht jetzt Bougainvillea, Fuchsien und Farn.

Auch rund um die Vogeltränke blüht es jetzt - und die 7 kleinen Lavendelpflanzen werden hoffentlich schon bald groß und duftend ihren Beitrag leisten.


Die Rosen stehen in voller Blüte, nachdem ich sie vor 2 Wochen erst mal ordentlich geschnitten und von vertrocknetem Gedöns befreit habe.


Selbst unser Mittelaltermarkt-Eimer hat die Reise ans andere Ende der Welt geschafft und ziert nun unseren Garten. Hat ja was...

Keine Ahnung, was das für Sträucher sind, aber toll blühen tuen sie trotzdem.

Nachdem Simon letztens die in 3 Teilen zerbrochene und zugewachsen in einer Beetecke liegende Vogeltränke unseres Vorgängers mittels Silikon wieder geklebt hat und die Vögel sich nun genüsslich täglich ein Bad gönnen, wurde der Entschluss gefasst, auch etwas für das leibliche Wohl der munteren Gesellen zu tun - wir wollen einen Birdy-Drive-In bauen...

Pascal setzt auf Simons Anweisung einen Balkenschuh. Ganz schön harte Arbeit, das Teil in den Lehmboden zu schrauben. Aber ein Indianer kennt keinen Schmerz - und ich glaube, heute lief Pascal das erste Mal in seinem Leben vom ARBEITEN der Schweiß durchs Gesicht... Naja, früh übt sich ;-) Er wollte ja unbedingt helfen!

Einweisung und Erklärungen von Fachmann ...

Die Kanten werden mittels eines Bandschleifers gebrochen ...

... und ein paar Stündchen später gehts schon an die Endmontage. Stolz wie Oskar präsentieren die beiden ihr Werk.


2 komische Vögel haben sich schon eingefunden... vielleicht kommen in den nächsten Tagen auch echte gefiederte Gäste, wenn wir morgen Futter gekauft haben.

Freitag, 17. Oktober 2008

Heute kommt der 100.ste Eintrag... (wow!)

Biologie-Stunde, die 2.


Endlich bekommen wir die "unsichtbaren" Wanderer mal zu Gesicht - und vor die Linse. Schnell ein paar Fotos gemacht, Batida davon überzeugen, dass es KEINE Jagdbeute ist, sondern eher in Ruhe gelassen werden sollte, und schon wandert die Kröte unfreiwillig wieder zurück in Richtung Billabong auf der anderen Straßenseite. Vermutlich wird sie über kurz oder lang wieder im Backyard rumturnen, aber für diese Nacht ist sie ausser Reichweite von Batsis Neugierde...


Ich versuche jetzt mal rauszufinden, ob es sich hierbei wirklich um die Cane Todds handelt, die eine echte Plage geworden sind - und giftig obendrein. Sollte es wirklich eine sein, dann ist das noch eine kleine Ausgabe gewesen, fürchte ich.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Donnerstag, 16.10.2008, 19:00 Uhr


Es stürmt und gewittert abends so heftig, dass wir es vorziehen, TV und PC einfach auszulassen (wie der Fernseher im eingeschalteten Zustand aussieht, hab ich eh fast vergessen... man kommt ja zu nüscht mehr hier...) und zu dritt eine Runde RUMMI spielen. Achtung, die Naschis sind gleich alle...

Sonntag, 12.10.2008
In Brisbane findet heute das Multikulti-Musik-Festival statt. Bevor wir uns jedoch in das Getümmel im Roma-Street-Parkland wagen, gönnen wir uns einen Bummel über die Queen-Street-Mall, shoppen ein bisschen und machen mal wieder "People Watching".

Ein Blick die Mall hoch - und wieder runter...

... und rüber zum Ende der Mall, kurz vor dem Brisbane River...

Das Multikulti-Musikfestival findet im Roma-Street-Parkland statt. Wir haben diesen herrlichen Park ziemlich (sehr!!!) ruhig in Erinnerung. Was heute hier los ist, verschlägt uns schlicht und ergreifend erst mal die Sprache!

Es wimmelt von "Futter"Ständen aus aller Herren Länder, auf vielen Bühnen - oder einfach nur auf dem Rasen - finden musikalische und tänzerische Darbietungen statt, man weiß nicht, was man zuerst ansteuern, hören, schauen oder probieren soll.

Am Stand der Japaner tropft uns der Zahn beim Anblick der als Augenschmaus zubereiteten Melonen, Karotten, Rettiche und Avocados.

Mitten im Park hängt eine riesige Weltkarte, auf dem Rasen steht eine Kiste mit orangen Klebe-Punkten. Jeder, der mag, kann sein Herkunftsland auf der Karte markieren. Eine tolle Idee, die zeigt, wie international die Besucher dieses Festes sind. Wenn man sich das so anschaut, dürfte Europa an diesem Wochenende ziemlich leer gewesen sein *grins*


Die vielen verschiedenen Ein- und Ausblicke in dem terrassenförmig angelegten Parkland faszinieren uns immer wieder, zudem blüht es jetzt im Frühling an jeder Ecke.

Am Stand der Ungarn gabs lustige Hüte zu bewundern und leckeres Stockbrot (unter anderem) zu kaufen...

Mit einem Blick zurück auf das Parkland, und fasziniert von einem der im Moment überall blau blühenden Jacaranda-Bäume, verabschieden wir uns von Brisbane. Es war mal wieder ein toller Ausflug!


Samstag, 11.10.2008, 8:00 Uhr morgens
Mit Frank und Diana machen wir uns auf in Richtung Norden - zu den samstäglichen Eumundi-Markets. Das Wetter ist eher bescheiden, aber für einen Marktbesuch genau richtig (nicht zu heiß, nicht zu kalt, bewölkt, aber trocken).

Dieses Schmuckstück zeigt uns ab sofort, was die Stunde geschlagen hat - vorbei ist die Zeit ohne Zeitmesser, wir haben wieder eine Wanduhr, erstanden auf den Eumundi-Markets.

Der Eumundi-Market strotzt nur so von Ständen mit handgearbeiteten Artikeln aller Art und Materialien. Ein Sündenpfuhl für kreative Gedankenspiele... und es ist besser, man lässt sowohl das Geld als auch die Kreditkarte zu Hause, an sonsten könnte es leicht passieren, dass das Auto bei der Heimfahrt aus allen Nähten platzt! Und es wär zudem auch besser, wenn man in den Fotoapparat auch ne Speicherkarte einsetzt - sonst braucht man sich nicht zu wundern, wenn auf einmal die Kapazität ausgereizt ist, weil die Festplatte der Kamera einfach nicht so viel Volumen hat... ;-)

Optisch passendes Schuhwerk ist enorm wichtig, wenn man Konfekt kauft oder verkauft ... ;-)
und nasse Füße bekommt man darin auch nicht, sofern man sich entschließen kann, diese Schmuckstücke auch zu tragen.


Ein letzter Blick auf einen der Didgerrido-Stände - und dann entschließen wir uns, in Richtung Küste nach Noosa zu fahren.

Es ist schon seit 2 Tagen eher "mieses" Wetter, es regnet immer mal wieder. Aber zum Glück nie da, wo wir uns grad aufhalten. Und so hat erreichen wir auch Noosa-Heads erst NACH dem Regen...

Keine Ahnung, ob es hier öfters einen Stromausfall gibt - auf jeden Fall scheint dieser große Kerzenleuchter in der Shopping-Meile von Noosa-Heads ziemlich oft benutzt zu werden.


Ein entspannter kurzer Strandbesuch rundet den heutigen Tag ab, morgen steht Brisbane (Multikulti-Musik-Festival im Roma-Street-Parkland) auf dem Kalender.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Und wieder ist Sonntag (meine Güte, die Zeit rast...).

Es versprach ein heißer Tag zu werden. Also haben wir früh um 8 die
Flucht in Richtung Strand ergriffen. Bewaffnet mit Kühlbox, Pascals Board und guter Laune gings nach Bribie Island. Der Küstenstreifen in Woorim war um die Zeit noch recht leer, das Wasser hatte lauschige 22°. Also rein in die Fluten. Pascal mit seinem Board (der erste Wellentest) und wir mit Genuss ;-)


Gegen 1 ergriffen wir dann die Flucht zurück zur Basis. Es wurde uns zu voll - und zu windig. Unsere Hüte machten sich selbständig, ausserdem meldete sich der Mittagshunger. Also alles rein ins Auto, eine Familien-Packung Fish & Chips geholt und ab an die Kanal-Seite der Insel. Dort war das Wasser ruhig, es wehte nur eine laue Brise und wir ließen den Ausflug in aller Ruhe ausklingen...

Morgen beginnt für Pascal wieder die Schule, jetzt wird bis zu den Sommer- (Weihnachts-) Ferien durchgezogen. Ich fange am Mittwoch mit meinem Englischkurs an, freue mich schon richtig drauf ... und Simon hat sich für seine berufliche Zukunft für diese Woche auch einiges vorgenommen. Wir werden näheres verraten, wenn wir alles in trockenen Tüchern haben. Über ungelegte Eier soll man ja nicht reden, sonst werden sie faul :-)

Liebe Grüße einmal um den halben Erdball an alle frierenden Leser inner- und ausserhalb der Familie. Wir hoffen, mit unseren Bildern können wir Euch auch ein bisschen Wärme rüber schicken!

Freitag, 3. Oktober 2008

Schatten in der Dunkelheit...

Uns war ja bewusst, dass es die eine oder andere unliebsame Übe
rraschung auf dieser Seite des Erdballs geben würde. Anderer Kulturkreis, anderes Klima, andere Sprache... Aber das, was mir hin und wieder ein herzhaftes Quieken entlockt, ist eigentlich das, was ich hoffte, hier elegant umschiffen zu können. So frei nach dem Motto: Okay, das gibts hier offensichtlich, aber vielleicht haste Glück und du bekommst es nicht mit oder es macht einen Bogen um dich! Falsch!!! Falsch, falsch, falsch...

Es gibt so einiges Getier hier auf diesem Kontinent, was lich
tscheu ist. Es gibt allerdings nicht viele Kreaturen, die sich zudem auch noch zu gern in der Nähe der menschlichen Behausungen - besser noch darin - aufhalten. Fakt ist, ich habe selten so oft wie in den letzten Tagen nach irgendwelchem australischen Viehzeug gegooglet... nach Aussehen, Vorkommen und so weiter. Und ich habe gerade heute eine weltrekordverdächtige Schnatterpelle (Schreck-und-Ekel-Gänsehaut-trotz-Wissens) produziert:

An die mittelgroße Huntsman Spider und ihr etwas kleineres Gesc
hwisterchen haben wir uns gewöhnt. Sie halten sich gehorsam in der Garage auf... und ab und an machen sie mal nen Ausflug an unsere Küchendecke, auf der Jagd nach anderem Getier (was vermutlich für unsere Augen nicht sichtbar oder aber schon vertilgt ist - wir wissen jedenfalls nicht, welche Beute sie in unsere Räume treibt, aber wir lassen sie in Ruhe!).

Aber das, was mich tagsüber doch ab und an neugierig macht, jagte mir heute abend die schon erwähnte Gänsehaut über den Rücken. Ich machte Licht in der Küche, öffnete die Tür vom Vorratsschrank - und sah es nur huschen. Mir entfuhr ein herzhafte
r Quieker, Simon amüsierte sich auf der Couch köstlich ... und ich ging auf die Jagd. Das, was sich da vor mir verstecken wollte, war eine Cockroach - zu deutsch: KAKERLAKE.

Für alle bioligisch Interessierten (ich glaub, ich hab da ein paar stille Leser hier im Blog) gibts jetzt also mal ein bisschen Input.

Diese Liebchen sind nicht nur unheimlich schnell, sie sind auch unheimlich groß! Was natürlich die Jagd etwas vereinfacht, da man sie mit bloßem Auge super verfolgen kann - und wenn man dann noch schnell genug am Abzug (in dem Fall an dem äußerst wirkungsvollen Insektenspray von Aldi Australien) ist, dann hat das Tierchen Pech gehabt. Was läufts mir auch direkt vor die Füße. Ich mein, es ist eh alles irgendwie in Plastik-Behältern verstaut, immerhin wusste ich ja vorher, was mir hier blüht. Aber die glaubens nicht, die lieben. Haben sie eben - wie schon erwähnt - Pech gehabt.

Achso, Aldi... siehste, wieder was vergessen. Das Insektenspray - eine Vorrats-Flasche sollte man wohl zusätzlich parat haben. Wir haben jetzt eine Woche in dem Haus hier rum. Es ist nicht so, dass ich Angst hätte, hier gäbe es ne Invasion. Aber bevor die Tierchen meinen, sich hier häuslich einrichten zu müssen, weil ja nun wieder Bewohner da sind und es Futter-Nachschub gibt, wollen wir dem ganzen mal nen Riegel vorschieben und ihnen zeigen, wer hier der echte Hausbewohner ist (Hans, wie rückt man diesen Viechern dauerhaft zu Leibe?).

Moment mal ... gibt es nicht Verrückte (ich glaub, es sind Russen), die die Tiere einfrieren, mit Strasssteinchen verzieren und als Broschen vermieten - oder aber auch Wettrennen zwischen Kakerlaken-Besitzern veranstalten? Ha, schon wieder ne Marktlücke... *duckundwech*

Bevor ichs vergesse: Heute ist der 03.Oktober. Also: Herzlichen Glückwunsch allen Betroffenen zum Tag der Deutschen Einheit!!!


Montag, 29. September 2008

Surprise, Surprise!!!

Der ganz normale Wahnsinn hat uns auch in Australien eingeholt. Wir dachten schon, es wäre alles Geschichte :-)


Gegen halb 9 waren wir auf dem Weg zur Container-Firma, um die letzten Papierkram-Fragen zu klären, und als wir auf dem Parkplatz eintrafen klingelte das Handy - und uns wurde mitgeteilt, dass der Container vor unserer Haustür steht und wir doch bitte öffnen mögen ... Die Freude war natürlich riesig und den Gang ins Büro sparten wir uns direkt. Also umkehren und auf dem schnellsten Weg nach Hause. Dort erwartete uns ein blauer Container und 4 Leute, die ihn auspacken wollten.


Simon hatte vormittags einen Amtstermin, deshalb war ich dann mit Pascal allein dem Chaos ausgeliefert. Mitten im schönsten Gewühl - der Möbelcontainer war inzwischen leer und bereits weg - kam Cathy (die Amazone unter den Packern) und teilte mir mit, dass vor der Haustür die "Bed-Mans" standen und zu mir wollten. Ich hatte erst einen Gedanken an den Filmhelden verschwendet, aber ein Blick aus der Haustür klärte mich auf: Es war keine Fledermaus, es war unsere Matratze und das Bettgestell von Pascal (am Freitag hatten wir ja nur Pascals Matratze bekommen - und eine Schaumstoffmatratze von Susanne und Uwe bettete uns kurzfristig weich).


Dass uns irgendwas überrollt, sind wir ja gewöhnt und irgendwie immer noch in Übung. Daher zog dann das Team der Packer schon gegen 15 Uhr wieder ab, alles Zerblechliche und Empfindliche war ausgepackt, der Rest wird von uns in Ruhe einsortiert.

Noch während des Auspackens kamen die ersten "Zuhause"-Gefühle auf. Ist wirklich toll, die vertrauten Sachen in den Händen zu halten. 8 Wochen haben wir auf diesen Augenblick gewartet, nachdem der Container in Bad Harzburg auf Reisen ging.