Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Dienstag, 11. November 2008

Warten auf den ersten Besuch aus Übersee... mit ein bisschen Verspätung landet die Maschine bei leichtem Nieselregen und 22°C.

Die Ankunftshalle ist hübsch dekoriert, die Zeit verfliegt ... und dann ist er da, unser "Kleiner" Großer. Leicht geschafft, aber glücklich, das Gepäck hats auch geschafft - und nun müssen wir nur noch versuchen, ihn bis zum Abend ein bisschen wach zu halten. Willkommen in Australien, Hans!

Inzwischen ist es abends halb 7 durch, und Hansi ist sozusagen auf der Bettkante einfach umgekippt und in Tiefschlaf gefallen. Kraft tanken für morgen, sein erster Wunsch: Zoo-Besuch. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt, heute nachmittag wars ja dann doch noch ganz toll.


Selbst der Pott starker Kaffee und der frisch gebackene Mud-Cake (ebenfalls mit gehörig Kaffee drin), verfeinert mit Stracciatella-Eis und Schlagsahne, konnten Hans gegen 4 Uhr kaum noch wach halten.

Montag, 10. November 2008

Hans, dein Bett ist fertig. Während du kurz vor Singapur bist, haben wir schon mal alles hergerichtet. Alles da, was man so braucht: Sonnenschutz, Flaschenkühler, Stifte zum Karten schreiben ;-) und in 15 Stunden landest du in Brisbane. Wünschen dir einen netten Aufenthalt in Singapur, die 5 Stunden Aufenthalt kriegst du bestimmt leicht rum.


Nachtrag kurz nach 12 Uhr Mittags (MEZ): Meldung an den Rest der Welt (Nordhalbkugel): Hans ist gut und sicher in Singapur gelandet, wartet jetzt auf seinen Anschluss-Flug.

Freitag, 7. November 2008

Hans, mein "Kleiner", Soooo hast du bei unserer Abfahrt am 11.8. in Bad Harzburg in die Kamera geschaut ---->
Aber wir sind überzeugt, so wird dein Gesichtsausdruck bei deiner Ankunft am kommenden Dienstag vormittag in Brisbane nicht sein. Wir freuen uns schon diebisch (und ich kann mir n bisschen vorstellen, wie aufgeregt du bist). Das Allerbeste aber ist, dass du ja nun doch länger bleiben kannst als ursprünglich geplant. Wir werden die 15 Tage jedenfalls mit ausreichend Interessantem füllen, sei ganz beruhigt.

Wir wünschen dir 2 schnell vorüberziehende letzte Arbeitstage, bevor du am Sonntag in Richtung Frankfurt startest - und dann einen ruhigen, entspannten Flug. Denk dran: schlaf schön viel im Flugzeug, dann haste hier mehr vom Tag und hast vielleicht nicht so doll "Jetlag" ;-)

Liebe Grüße und bis in ein paar Tagen.

PS: Es ist im Moment n "bisschen" warm hier, und für Sonntag haben sie im Internet 35° vorher gesagt. Also - pack nicht zuviel Zeugs ein, du ziehst es eh nicht an...

Dienstag, 4. November 2008

Melbourne-Cup ... ein für viele Australier ziemlich wichtiges Event in der Pferdsport-Szene. Ich fass mal kurz zusammen, was ich dazu im Netz gefunden hab, um erst mal allen Nicht-Wissenden zu erklären, warum sich zwei eigentlich ziemlich normale Weiber wie wir (naja, sind wir normal, wenn wir uns freiwillig auf dieser Seite des Erdballs rumtreiben?!) mitten in der Woche am frühen Vormittag so auftakeln.

Die Australier sind ziemlich wett-verrückt, vor allem, was Pferdewetten betrifft, sofern ich das bislang beobachten konnte. Allein, wenn man sich die Zeitungen zum Wochenende anschaut, in denen mehrere Seiten allein der Information über die in Australien stattfindenen Pferderennen gewidmet sind - incl. Renn-Terminkalender.

Der Melbourne-Cup ist das wichtigste Rennen für die Australier, der Tag ist populär, es ist die wohl größte Party des Jahres in ganz Australien, viele versuchen, sich frei zu nehmen und dieses Ereignis in irgendeinem Club oder Pub - oder einfach nur zu Hause vor dem Bildschirm - zu verfolgen. In Melbourne selbst ist dieser erste Dienstag im November sogar ein Feiertag! (Warum auch nicht? *grins*). Und damit das ganze dann auch richtig Spaß macht, gehört es einfach dazu, sich für diese Festlichkeit fein rauszuputzen, sofern man ausser Haus feiert. Natürlich gehört das Mitwetten dann auch irgendwie dazu - und die Möglichkeiten werden sowohl in den Clubs, Pubs, Pokies (Spielcasinos) als auch Online mehr als genug angeboten. Das Hauptrennen an diesem Tag, die Attraktion schlechthin also, startet so gegen 15.20 Uhr Melbourne-Zeit (laut Internetauskunft...). Alles rund rum ist die Party selbst incl. "kleinerer" Rennen, die davor und danach laufen. Soviel also zum Hintergrund... ;-)

Ich hatte lange überlegt, ob und wie ich mich in Schale schmeiße. Stoff lag ja schon für den Klon meines Lieblings-Sommerkleides bereit, das Teil musste nur noch genäht werden. Darum hab ich mich letzten Sonntag gekümmert, weils draussen eh nicht sooo schön war. Ideal für einen Tag im Kreativ-Zimmerchen. Fehlte noch die Kopfbedeckung. Auch da konnte mir mein Lieblingsladen helfen - schnell noch einen "nackigen" Hut gekauft, meinen Braut-Kopfputz und n bisschen Kleiderstoff draufgesetzt - und fertig war die "stilvolle Gewandung".

Bei der Ankunft im Club wurde jeder mit einem Glas Champagner begrüsst und zu seinem Platz geführt.

Für die richtige Stimmung sorgte eine 3köpfige Band, die die Blues-Brothers, die Beach-Boys und Elvis wieder zum Leben erweckte (und noch andere tolle Musik machte, wobei wir teils überlegten, ob wir uns nun zum Quark zurückentwickeln, weil das doch extrem vor "unserer" Zeit war).

Auf einer riesigen Leinwand wurden die ganze Zeit sämtliche Rennen in Melbourne live übertragen, doch alles wartete irgendwie nur auf DAS EINE, DAS WAHRE RENNEN, Nr. 7., gegen 14 Uhr Ortszeit. Bis dahin konnte man sich dann zu der Musik ordentlich im Takt schwingen - oder einfach nur die leckeren Gänge des Lunch's genießen. Zwischendurch gab es auch noch einen "kleinen" Wettbewerb "best Dress" und "best Hat". Melanie (die ja nicht fahren brauchte) hatte schon ein Gläschen Wein geschafft und zerrte mich in die Schlange, so dass wir uns dann gemeinsam dem Publikum präsentierten. Wir habens nicht mal ins Mittelfeld geschafft (was ich auch überhaupt nicht vermutet hatte), aber selten so viel gegackert!


Die verbrauchten Kalorien wurden schnell wieder aufgefüllt - wir wolln ja nicht vom Fleisch fallen!

Vorspeise:
Ciabatta-Brötchen mit frischem Salat, marinierten Hühnchenbrust-Stückchen und Tomaten-Relish

Hauptmenü wahlweise: Steak mit Knoblauch-Garnelen und Beilage oder Hühnchenkeulchen, gefüllt mit Avocado, Garnelen, überbacken mit Lemon Hollandaise und dazu Beilage (wir hatten letzteres)
Nachspeise wahlweise: Caramel-Macadamia-Kuchen mit Blaubeer-Creme und dunkler Schokoladensauce oder Schoko-Muffins (Mud-Cake) mit Vanille-Bohnen und Erdbeer-Relish


Dann war es irgendwann soweit, alle hatten noch ihre letzten Wetten abgegeben und fieberten nun mit Blick auf die Leinwand beim Rennen mit.


Selbstredend haben wir natürlich gewonnen - an Erfahrung! Das Rennen war vorbei, Elvis hatte seinen Einsatz und alles jenseits der 50, was nen Rock anhatte, schmachtete... (komisch).


Gegen 15 Uhr war der Spuk vorbei, wir setzten uns ab in Richtung Heimat - und waren uns einig: war ein wirklich lustiger Tag, viel Fun, leckeres Essen, tolle Musik... Herrliche Einlage.

Samstag, 1. November 2008

Nachtrag vom Dienstag: Delfine hatte ich auch gesichtet - und eins der Fotos ist bei näherer Betrachtung sogar gelungen (einfach vergrößern)!


Samstag, 01.11. - Wochenende! Herrliches Wetter! Es versprach ein heißer Tag zu werden, also flüchteten wir so früh wie möglich Richtung Küste.

Wir fuhren heute gemeinsam nach Bribie, um n bisschen zu entspannen, einen schönen langen Spaziergang zu machen und den Tag zu genießen. Heute war es zwar ein bisschen voller als am Dienstag und das Wasser war auch nicht ganz so ruhig (es war offensichtlich Flut), aber trotzdem waren wir froh, der Hitze des Festlandes so früh entkommen zu sein.

Kaum waren wir am Strand, testete Batida gleich wieder, ob das Wasser immer noch so schnell wieder abhaut wie es kommt ;-) - und fand ihre erste (wenn auch tote) Krabbe. Die sie dann erst mal erschrocken zurückspringen ließ (weil das Wasser diese Kreatur hin und her spülte) und die dann wütend angebellt wurde. Half aber nix, das Tierchen juckte sich nicht drum.

Und diese baumelnden Beine, wenn Pascal die Krabbe hochhält... hm, seit Ihr sicher, dass die nicht mehr lebt? ... Ja, Batsi, sind wir!

Okay, Pascal erbarmte sich und beerdigte das arme Tier ... was an dieser Stelle natürlich nur ein vorübergehendes Grab war (von geschätzten 20 sec Dauer).


Stöckchen werfen ... erst mit Herrchen -


- dann mit Frauchen.

... und mit vollem Speed hinterher ins Wasser.



Die Qualle lebte noch, als wir sie fanden. Pascal wollte sie unbedingt retten und ins Wasser zurück schaffen (ohne sie anzufassen - mein Fuss steht nur für den Größenvergleich daneben)... aber sie ging den Weg aller Quallen, die wir heute fanden (und das waren ne Menge) - sie vertrocknete irgendwann. Jetzt muss ich nur noch rausbekommen, was für ein Exemplar das war.

Nach 4,5 Stunden Strandspaziergang (richtig, wir haben uns bewegt, nicht in der Sonne braten lassen) waren wir ausreichend geschafft, haben uns zum Picknick in den lauschigen Schatten eines BBQ-Platzes zurück gezogen, Fish & Chips genossen und sind dann gegen 15 Uhr nach Hause gegondelt.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Mein freier Tag, die Sonne lacht, ein laues Lüftchen weht ... der Tag schreit förmlich nach Strand, Wasser, Ruhe... und weil Batida noch nie in ihrem Leben irgendwie an einem großen Wasser ohne sichtbares anderes Ufer (sprich Meer) war, packe ich das Auto kurz vor 9 mit allem Wichtigen: Hundeleinen (und Tüten), Wasser, Handtücher, Fotoapparat, Hut, Brille und ... Hund!

Batsi ist völlig von den Socken - offensichtlich. Soviel Platz, soviel ekliges Wasser, was nicht still hält ... und so wenig Leute! Sie dreht erst mal nen Speed-Spinn vor Freude.

Während sie einem Stock hinterher jagt und dabei versucht, sich nicht von den Wellen überspülen zu lassen, gesellt sich ein langbeiniges Etwas zu ihr... jetzt heißts um so mehr: Meinen Stock retten!!!

Achtung - die nächste Welle ist im Anmarsch...


Nasser Hund mit Rückenwind...

Zum Trocknen gehts mit Power durch die Dünen ...

Wo sie den Ast aufgegabelt hat, hab ich irgendwie nicht mitbekommen - aber größenwahnsinnig ist man wohl erst, wenn es sich um einen Baumstamm handelt, oder?

Nach dem anstrengenden und aufregenden Spaziergang wird sich noch ein bisschen in der Sonne ausgeruht, mit Blick auf Strand und Meer. Der Wind sorgt dafür, dass das Fell schnell trocknet... Ich glaube, wir sind ziemlich bald wieder hier ;-)

Samstag, 25. Oktober 2008

Der heutige Ausflug führte uns über Beerburrum, Landsbourgh, Eumundi und Montville (süß, da müssen wir unbedingt noch mal einen extra Ausflug hin machen!), Mapleton (auch nicht unhübsch) und Cooroy zu den Botanischen Gärten am Lake Mc Donald im Noosa-Shire, ca. 1,5 Stunden Fahrt von Morayfield.
Unterwegs war das Wetter noch sehr schön, am Lake Mc Donald hatte es sich dann aber zugezogen und unser Spaziergang war phasenweise ziemlich feucht von oben. Zum Glück gabs Unterschlüpfe - und so haben wir die Gärten trotzdem mit allen Sinnen genießen können, denn dank des Wetters war es auch noch fast menschenleer dort.

Einer der blau blühenden Jacaranda-Bäume (Fliederbäume) - mit einer Blütendolde in Nahaufnahme.

Grass-Tree heißen diese komischen Gesellen ... auch Black Boys genannt. Diese hier haben auch schon Pascals Höhe übertroffen.

Alles blühte und grünte, es war trotz Regen angenehm warm.

Regen + Wald = Regenwald... wenn auch in diesem Fall ziemlich nachgeholfen und für Besucher begehbar gemacht. Trotzdem herrlich.


Blüten und Früchte, alles ist vertreten.


Berankte Pergolen oder Tunnel bildende Triebe? Ersteres, würde ich sagen ;-)

Die Männer (vor allem Pascal) sind immer wieder fasziniert von irgendwelchen kriechenden und fliegenden Insekten. Diese Neugier teile ich nur teilweise.


Wir sind uns unschlüssig, ob diese hübschen Blüten wirklich Bananen hervorbringen.

Die Monstera ist größer als Pascal - und es war noch keine sehr große Ausgabe dieser Pflanze in dem Park.

Eine von hunderten kleinen Seerosen auf einem riesigen See:


Die Farbenpracht der Pflanzen und Blüten überwältigte uns immer wieder, dazu der würzige, teils süße und sehr intensive Duft, der in der feuchtwarmen Luft lag ... man konnte garnicht genug bekommen!

Hinter jeder Biegung wurde man mit neuen Ausblicken und Panoramen überrascht.

Aufgefädelt wie auf einer Perlenschur, nur ein bisschen größer... Pelikane:


Wir konnten uns kaum entschließen, am frühen Nachmittag den Rückweg entlang der Küste über Noosa, Mooloolaba und Caloundra anzutreten. Doch wir wussten ja, dass uns überwiegend eine ebenso traumhafte Strecke direkt entlang an der Sand- und Steilküste erwartete - und als wir Noosa hinter uns ließen, kam auch die Sonne wieder raus.

Es war ein wirklich herrlicher Tag, unser Geruchssinn ist von den vielen Blütenpflanzen noch ganz benebelt. Und wir haben schon die nächsten Ausflugsziele im Hinterkopf, die wir entlang der Strecke entdeckt haben. Ist ja bald wieder Wochenende - und wir haben ja auch in Kürze lieben Übersee-Besuch hier, der ein bisschen was sehen und erleben will. Hansi, wir freuen uns schon ganz doll auf dich!!!