Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Donnerstag, 13. November 2008

Wasser fiel vom Himmel - wie angekündigt und in ziemlich reichlichen Mengen. Wir hatten uns vorsichtshalber schon mal ein überdachtes Ziel gesucht:
... und uns erwarteten merkwürdige und faszinierende Gestalten:Huch ... sorry, das ist ja Hans ;-) ... manchmal auch ausreichend merkwürdig (seine Worte!).Einfallsreich: ein zum Aquarium umgebauter Subaru, von innen beleuchtet und auch bevölkert.Farbenfrohe Bewohner des Streichel-Beckens (jawohl - berühren ausdrücklich erwünscht!)Die Fisch-Ottos haben wohl schon auf ihren Auftritt gewartet, den Film kann ich hier leider nicht einstellen (im Moment).Auch andere Merkwürden waren vertreten.Nach dem anstrengenden Vormittag knurrte uns der Magen - und wir ließen uns die soeben beobachteten Bewohner (bzw. ihre Verwandten) in leckerer fritierter Form schmecken. So einladend und appettitlich kann eine mit Schulkreide kreierte Speisekarte aussehen...Nach dem Essen ein Verdauungsspaziergang am Hafen. Man muss sich ja Ziele fürs Leben setzen. Hans fängt ganz bescheiden an: "Mein Haus, mein Boot... und die Frau sitzt noch daheim."Bevor es zurück in Richtung Morayfield ging, war noch ein bisschen Zeit - es reichte für einen kurzen Abstecher nach Alexandra Headlands, Füße ins Wasser halten und die Megawellen begutachten.Ein glückliches Kind hat seine Spuren auf dem australischen Kontinent hinterlassen. Ich werde den Eindruck nicht los, dass es ihm trotz dem aktuell eher miesen Wetter doch ganz gut hier gefällt... (Kommentar von Hans: Das ist doch kein mieses Wetter!).Noch ne kleine Runde Fußball vor der Haustür in der Spätnachmittagssonne, dann ist der Tag schon wieder fast rum. Morgen gehts nach Brisbane!

Mittwoch, 12. November 2008

Na, dann wollen wir den Urlaub mal mit sinnvollen Dingen füllen...

1. Tag - Ausflug in den Alma-Park-Zoo - Hans möchte die Einheimischen kennen lernen.

... und verliebt sich auf Anhieb. Die beiden scheinen sogar die selbe Sprache zu sprechen - sie kommunizieren auf Alpakaisch ;-)

... und haben dabei natürlich auch eifersüchtige Beobachter!

Und dann auch noch dieser Futterneid. Als ob es kein Morgen gäbe. Unglaublich... süß! Ich frage mich ja die ganze Zeit, was die wohl mit der Wolle der frisch geschorenen Gesellen angestellt haben mögen ;-)

Auch die anderen Bewohner bekamen nicht nur ein Teil ihres Frühstücks von Hans, sondern ebenfalls ausgiebige Streicheleinheiten - sofern für die langen Arme des Knaben erreichbar.

Was zum streicheln zu gefährlich schien, wurde mit Forscher-Manier bildlich festgehalten.

Der Wombat war nicht nur wach, sondern auch ziemlich hungrig - und ließ sich willig die Ohren kraulen und mit Futter versorgen. Wir überlegen derzeit noch, ob diese Wesen irgendwie mit Meerschweinchen verwandt sind - der Watschelgang (O-Bein-Erster war dieses Exemplar auf jeden Fall) hat uns jedenfalls mächtig fasziniert und eine gewisse Ähnlichkeit zu den Zwergen ist durchaus vorhanden.

Die Koalas waren anfangs noch ziemlich müde, doch dann war Lunch-Time und Foto-Session.

N bisschen verfilzt, aber kuschlig fühlen sie sich an.

Es hatte zwischendurch immer wieder mal geregnet, aber das war nicht unbedingt der Rede wert. Nachmittags wurde es besser (und windiger). Die Jungs wollten unbedingt ans Wasser, und so machten wir noch einen kurzen Ausflug nach Bribie Island.


... natürlich mit Batsi ;-)



Für morgen haben die Wetterfrösche in allen für uns erreichbaren Regionen Thunderstorm (Gewitter-Regen) angesagt. Sollte sich das bewahrheiten, werden wir uns ein interessantes Indoor-Abenteuer gönnen - und zur Underwater-World nach Mooloolaba fahren.

Aber das Wetter wird mit Sicherheit auch bald wieder besser. Jetzt aber hopp hopp ins Bettchen, damit wir fit für morgen sind.


Dienstag, 11. November 2008

Warten auf den ersten Besuch aus Übersee... mit ein bisschen Verspätung landet die Maschine bei leichtem Nieselregen und 22°C.

Die Ankunftshalle ist hübsch dekoriert, die Zeit verfliegt ... und dann ist er da, unser "Kleiner" Großer. Leicht geschafft, aber glücklich, das Gepäck hats auch geschafft - und nun müssen wir nur noch versuchen, ihn bis zum Abend ein bisschen wach zu halten. Willkommen in Australien, Hans!

Inzwischen ist es abends halb 7 durch, und Hansi ist sozusagen auf der Bettkante einfach umgekippt und in Tiefschlaf gefallen. Kraft tanken für morgen, sein erster Wunsch: Zoo-Besuch. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt, heute nachmittag wars ja dann doch noch ganz toll.


Selbst der Pott starker Kaffee und der frisch gebackene Mud-Cake (ebenfalls mit gehörig Kaffee drin), verfeinert mit Stracciatella-Eis und Schlagsahne, konnten Hans gegen 4 Uhr kaum noch wach halten.

Montag, 10. November 2008

Hans, dein Bett ist fertig. Während du kurz vor Singapur bist, haben wir schon mal alles hergerichtet. Alles da, was man so braucht: Sonnenschutz, Flaschenkühler, Stifte zum Karten schreiben ;-) und in 15 Stunden landest du in Brisbane. Wünschen dir einen netten Aufenthalt in Singapur, die 5 Stunden Aufenthalt kriegst du bestimmt leicht rum.


Nachtrag kurz nach 12 Uhr Mittags (MEZ): Meldung an den Rest der Welt (Nordhalbkugel): Hans ist gut und sicher in Singapur gelandet, wartet jetzt auf seinen Anschluss-Flug.

Freitag, 7. November 2008

Hans, mein "Kleiner", Soooo hast du bei unserer Abfahrt am 11.8. in Bad Harzburg in die Kamera geschaut ---->
Aber wir sind überzeugt, so wird dein Gesichtsausdruck bei deiner Ankunft am kommenden Dienstag vormittag in Brisbane nicht sein. Wir freuen uns schon diebisch (und ich kann mir n bisschen vorstellen, wie aufgeregt du bist). Das Allerbeste aber ist, dass du ja nun doch länger bleiben kannst als ursprünglich geplant. Wir werden die 15 Tage jedenfalls mit ausreichend Interessantem füllen, sei ganz beruhigt.

Wir wünschen dir 2 schnell vorüberziehende letzte Arbeitstage, bevor du am Sonntag in Richtung Frankfurt startest - und dann einen ruhigen, entspannten Flug. Denk dran: schlaf schön viel im Flugzeug, dann haste hier mehr vom Tag und hast vielleicht nicht so doll "Jetlag" ;-)

Liebe Grüße und bis in ein paar Tagen.

PS: Es ist im Moment n "bisschen" warm hier, und für Sonntag haben sie im Internet 35° vorher gesagt. Also - pack nicht zuviel Zeugs ein, du ziehst es eh nicht an...

Dienstag, 4. November 2008

Melbourne-Cup ... ein für viele Australier ziemlich wichtiges Event in der Pferdsport-Szene. Ich fass mal kurz zusammen, was ich dazu im Netz gefunden hab, um erst mal allen Nicht-Wissenden zu erklären, warum sich zwei eigentlich ziemlich normale Weiber wie wir (naja, sind wir normal, wenn wir uns freiwillig auf dieser Seite des Erdballs rumtreiben?!) mitten in der Woche am frühen Vormittag so auftakeln.

Die Australier sind ziemlich wett-verrückt, vor allem, was Pferdewetten betrifft, sofern ich das bislang beobachten konnte. Allein, wenn man sich die Zeitungen zum Wochenende anschaut, in denen mehrere Seiten allein der Information über die in Australien stattfindenen Pferderennen gewidmet sind - incl. Renn-Terminkalender.

Der Melbourne-Cup ist das wichtigste Rennen für die Australier, der Tag ist populär, es ist die wohl größte Party des Jahres in ganz Australien, viele versuchen, sich frei zu nehmen und dieses Ereignis in irgendeinem Club oder Pub - oder einfach nur zu Hause vor dem Bildschirm - zu verfolgen. In Melbourne selbst ist dieser erste Dienstag im November sogar ein Feiertag! (Warum auch nicht? *grins*). Und damit das ganze dann auch richtig Spaß macht, gehört es einfach dazu, sich für diese Festlichkeit fein rauszuputzen, sofern man ausser Haus feiert. Natürlich gehört das Mitwetten dann auch irgendwie dazu - und die Möglichkeiten werden sowohl in den Clubs, Pubs, Pokies (Spielcasinos) als auch Online mehr als genug angeboten. Das Hauptrennen an diesem Tag, die Attraktion schlechthin also, startet so gegen 15.20 Uhr Melbourne-Zeit (laut Internetauskunft...). Alles rund rum ist die Party selbst incl. "kleinerer" Rennen, die davor und danach laufen. Soviel also zum Hintergrund... ;-)

Ich hatte lange überlegt, ob und wie ich mich in Schale schmeiße. Stoff lag ja schon für den Klon meines Lieblings-Sommerkleides bereit, das Teil musste nur noch genäht werden. Darum hab ich mich letzten Sonntag gekümmert, weils draussen eh nicht sooo schön war. Ideal für einen Tag im Kreativ-Zimmerchen. Fehlte noch die Kopfbedeckung. Auch da konnte mir mein Lieblingsladen helfen - schnell noch einen "nackigen" Hut gekauft, meinen Braut-Kopfputz und n bisschen Kleiderstoff draufgesetzt - und fertig war die "stilvolle Gewandung".

Bei der Ankunft im Club wurde jeder mit einem Glas Champagner begrüsst und zu seinem Platz geführt.

Für die richtige Stimmung sorgte eine 3köpfige Band, die die Blues-Brothers, die Beach-Boys und Elvis wieder zum Leben erweckte (und noch andere tolle Musik machte, wobei wir teils überlegten, ob wir uns nun zum Quark zurückentwickeln, weil das doch extrem vor "unserer" Zeit war).

Auf einer riesigen Leinwand wurden die ganze Zeit sämtliche Rennen in Melbourne live übertragen, doch alles wartete irgendwie nur auf DAS EINE, DAS WAHRE RENNEN, Nr. 7., gegen 14 Uhr Ortszeit. Bis dahin konnte man sich dann zu der Musik ordentlich im Takt schwingen - oder einfach nur die leckeren Gänge des Lunch's genießen. Zwischendurch gab es auch noch einen "kleinen" Wettbewerb "best Dress" und "best Hat". Melanie (die ja nicht fahren brauchte) hatte schon ein Gläschen Wein geschafft und zerrte mich in die Schlange, so dass wir uns dann gemeinsam dem Publikum präsentierten. Wir habens nicht mal ins Mittelfeld geschafft (was ich auch überhaupt nicht vermutet hatte), aber selten so viel gegackert!


Die verbrauchten Kalorien wurden schnell wieder aufgefüllt - wir wolln ja nicht vom Fleisch fallen!

Vorspeise:
Ciabatta-Brötchen mit frischem Salat, marinierten Hühnchenbrust-Stückchen und Tomaten-Relish

Hauptmenü wahlweise: Steak mit Knoblauch-Garnelen und Beilage oder Hühnchenkeulchen, gefüllt mit Avocado, Garnelen, überbacken mit Lemon Hollandaise und dazu Beilage (wir hatten letzteres)
Nachspeise wahlweise: Caramel-Macadamia-Kuchen mit Blaubeer-Creme und dunkler Schokoladensauce oder Schoko-Muffins (Mud-Cake) mit Vanille-Bohnen und Erdbeer-Relish


Dann war es irgendwann soweit, alle hatten noch ihre letzten Wetten abgegeben und fieberten nun mit Blick auf die Leinwand beim Rennen mit.


Selbstredend haben wir natürlich gewonnen - an Erfahrung! Das Rennen war vorbei, Elvis hatte seinen Einsatz und alles jenseits der 50, was nen Rock anhatte, schmachtete... (komisch).


Gegen 15 Uhr war der Spuk vorbei, wir setzten uns ab in Richtung Heimat - und waren uns einig: war ein wirklich lustiger Tag, viel Fun, leckeres Essen, tolle Musik... Herrliche Einlage.

Samstag, 1. November 2008

Nachtrag vom Dienstag: Delfine hatte ich auch gesichtet - und eins der Fotos ist bei näherer Betrachtung sogar gelungen (einfach vergrößern)!


Samstag, 01.11. - Wochenende! Herrliches Wetter! Es versprach ein heißer Tag zu werden, also flüchteten wir so früh wie möglich Richtung Küste.

Wir fuhren heute gemeinsam nach Bribie, um n bisschen zu entspannen, einen schönen langen Spaziergang zu machen und den Tag zu genießen. Heute war es zwar ein bisschen voller als am Dienstag und das Wasser war auch nicht ganz so ruhig (es war offensichtlich Flut), aber trotzdem waren wir froh, der Hitze des Festlandes so früh entkommen zu sein.

Kaum waren wir am Strand, testete Batida gleich wieder, ob das Wasser immer noch so schnell wieder abhaut wie es kommt ;-) - und fand ihre erste (wenn auch tote) Krabbe. Die sie dann erst mal erschrocken zurückspringen ließ (weil das Wasser diese Kreatur hin und her spülte) und die dann wütend angebellt wurde. Half aber nix, das Tierchen juckte sich nicht drum.

Und diese baumelnden Beine, wenn Pascal die Krabbe hochhält... hm, seit Ihr sicher, dass die nicht mehr lebt? ... Ja, Batsi, sind wir!

Okay, Pascal erbarmte sich und beerdigte das arme Tier ... was an dieser Stelle natürlich nur ein vorübergehendes Grab war (von geschätzten 20 sec Dauer).


Stöckchen werfen ... erst mit Herrchen -


- dann mit Frauchen.

... und mit vollem Speed hinterher ins Wasser.



Die Qualle lebte noch, als wir sie fanden. Pascal wollte sie unbedingt retten und ins Wasser zurück schaffen (ohne sie anzufassen - mein Fuss steht nur für den Größenvergleich daneben)... aber sie ging den Weg aller Quallen, die wir heute fanden (und das waren ne Menge) - sie vertrocknete irgendwann. Jetzt muss ich nur noch rausbekommen, was für ein Exemplar das war.

Nach 4,5 Stunden Strandspaziergang (richtig, wir haben uns bewegt, nicht in der Sonne braten lassen) waren wir ausreichend geschafft, haben uns zum Picknick in den lauschigen Schatten eines BBQ-Platzes zurück gezogen, Fish & Chips genossen und sind dann gegen 15 Uhr nach Hause gegondelt.