Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Sonntag, 23. November 2008

Gestern bilderlos, heute gibts dafür wieder ne Menge. Traumhaftes Wetter, nicht so heiß wie gestern, mit einer leichten angenehm kühlen Brise, lockte uns nach Brisbane. Und aus dem Zug raus fielen wir direkt in einen kleinen "Sunday Market" an der Central Station. Das erste, worüber wir stolperten, war ein Bäcker - also Cappuccino Take away - und das zweite war dieser Stand mit quietschbunten Einkaufsnetzen, die ich zuletzt in einem meiner früheren Leben (in meiner Kindheit) gesehen hatte. Wusste garnicht, dass es diese Dinger immer noch gibt!
Mit dem Cappuccino in der Hand schlenderten wir am River entlang in Richtung Botanischer Garten...
... und legten auch mal eine kleine Pause ein.
Überall blühte es, aber überall waren auch immer noch die Spuren der Unwetter der letzten Woche zu sehen.
Nicht nur das Wasser des Brisbane River hatte braune trübe Fluten (ebenso wie die vielen Bergbäche und Zuflüsse) ...
... sondern auch die teils entwurzelten, umgekippten Bäume, abgebrochene Äste etc. lagen noch überall verstreut. Dennoch sah man, dass die Aufräumarbeiten in vollem Gange waren.
Doch die Wege über den Mangroven Boardwalk waren unversehrt und frei.
Und wir haben die Vogelwelt in Ruhe beobachtet.
Am Rand des Botanischen Gartens schlenderten wir in Richtung City ...
... und genossen nicht nur völlig neue Perspektiven auf die Stadt, sondern auch die Tierwelt auf dieser Seite des Parks.
Zwischen den modernen Gebäuden präsentierten sich immer wieder alte Häuser. Eine gelunge Mischung, zumindest in den meisten Fällen.
Und je näher wir der Innenstadt kamen, um so mehr wurden wir daran erinnert, dass nächsten Sonntag der 1. Advent ist (das könnte man bei den Temperaturen doch glatt vergessen!)Leise rieselte der (Kunst-)Schnee im Schaufenster des Teddy Bären Shops (der leider geschlossen hatte).
Dafür waren aber die meisten Geschäfte in der Queen Mall offen und wir stöberten durch Brisbanes Edel-Shopping-Meile, die Brisbane Arkade.
Auch wenns nicht ganz unsere "Preisklasse" war (weder brauch ich einen Billiant-Ring für 99.000 Dollar noch kann ich ihn mir leisten - und wenn ich das Geld hätte, würde ich mir dafür garantiert keinen Ring kaufen *breitgrins*), so war es doch eine Augenweide, was wir in den Fenstern zu sehen bekamen.
Nicht nur die "Gewandung" war aller erste Sahne ...
... sondern auch die Schaufensterpuppen haben mich fast Wurzeln vor den Windows schlagen lassen.
Einfach kein Vergleich mit den ewig gleichen anonymen Figuren der "normalen" Läden. Schlicht und ergreifend eine Augenweide - fand ich.
Nach so viel Staunen hatten wir Hunger, also haben wir einen der Food Courts erobert und uns gestärkt.
Mit diesem Weihnachtsengel in den Bäumen in der Queen Mall verabschiedete sich Brisbane von Hans und wir hoffen, dass er ziemlich bald wieder hier bummeln will und kann!

Samstag, 22. November 2008

Sorry - heute gibts mal keine Bilder. Der Tag begann schon ziemlich "warm", so dass wir einfach nur faul zu Hause rum hingen. Kurz nach 8 hatten wir beim Frühstück im Garten in der Sonne 44°C, im Schatten warens dann nur 26°C (ratet mal, wo ich mich aufgehalten habe) - erschwerend kam hinzu, dass hinter dem Haus die Luft stand wie in einem Hexenkessel, kein Windhauch regte sich. Der Himmel sah zudem nicht besonders erfreulich aus, weshalb wir dann einstimmig beschlossen hatten: Hausarrest!

Es zog sich zwar kurze Zeit später zu und klarte erst am frühen Nachmittag dauerhaft wieder auf - und das ganz ohne Niederschläge. Aber lieber genossen wir ein leckeres Eis, lümmelten vor den PCs rum und faulenzten. Okay, Simon hat sein Gewissen beruhigt, in dem er vor dem Haus den Rasen mähte. Da gings schon, ziemlich schräge Hanglage, es war einigermaßen trocken. Im Garten hinten gleicht das Ganze eher einem Moor, da muss der Rasen also noch warten, bis man trockenen Fusses und ohne Schlammdusche den Rasenmäher betätigen kann.

Morgen geht es noch einmal nach Brisbane rein, ein letzter
größerer von Hans gewünschter Ausflug. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt, die Vorhersagen lassen jedenfalls hoffen.

Euch da oben in Magdeburg wünschen wir ein fröhliches Familientreffen. Hoffen, Ihr habt Spaß - trotz des eisigen Wetters, der kritischen Straßenverhältnisse und der deshalb nicht angereisten Familienteile aus dem Harz und weiteren Entfernungen... Wir denken an Euch, seit alle ganz lieb gegrüßt!

Freitag, 21. November 2008

Die letzten Urlaubstage werden - wie es sich für Urlaub gehört - in aller Ruhe und entspannt verbracht. Hans hat angedeutet, dass er wohl Urlaub vom Urlaub braucht, wenn das mit den Ausflügen so weiter geht. Tsss... die Jugend von heute ;-)
Also haben wir uns an den Strand begeben - auf dem Weg vom Parkplatz zum Beach vom lautstarken Gezetere dieses gelbschwänzigen schwarzen Kakadus begleitet ...
... und haben erst mal einen entspannten Spaziergang durch die badewannenwarmen "Fluten" bei Ebbe gemacht. Wie man sieht, konnten wir kaum den Menschenmassen entkommen, die sich da tummelten ;-)Das Wasser hatte nicht nur auf uns magische Anziehungskraft, auch Batida legte sich zur Abkühlung das erste mal in die Wellen, wenn sie auch schnell aufsprang sobald das Wasser mal etwas höher schwappte.Unter dem Schirmchen ließ es sich aushalten - und Batida drängelte sich zwischen uns auf die Handtücher, am liebsten hätte sie ja noch auf unserem Schoß gelegen! Aber 25 kg werden dann auf Dauer doch recht schwer.Wenn das Wetter morgen genauso schön ist, werden wir uns wohl wieder hier aalen. Allerdings sind die Prognosen nicht so berauschend - wenn wir auch weit von dem entfernt sind, was sich grad in Deutschland anbahnt bzw. abspielt. Wir sind in Gedanken bei Euch ... und schicken Euch n bisschen Wärme!

Donnerstag, 20. November 2008

Hansens größter Wunsch war schon vor Ewigkeiten, in Australien einen "echten" Regenwald zu besuchen. Dem kann geholfen werden ;-) und so fuhren wir heute früh in Richtung Maleny. Auf dem Parkplatz des Mary Caincross Parks hat man einen weitläufigen Ausblick mit den allgegenwärtigen Glass House Mountains im Hintergrund. Wir waren gegen halb 10 ziemlich die einzigen Besucher und pilgerten durch das verwunschene sonnendurchflutete Dickicht.
Bizarre Baumpilze hatten sich auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit gebildet.
In den höheren Etagen wuchsen Farne auf den Bäumen dem Licht entgegen.
Wo die Sonne durch das Blätterdach brach, dampfte der Boden von der Feuchtigkeit ...
... und manchmal hatte man sogar den Himmel im Blick.
Abseits der Wege war das Dickicht undurchdringlich - und Lebensraum unzähliger Waldbewohner.
Holzpfade führen durch den Wald, so dass auch Rollstuhlfahrer ohne Probleme diese fantastische Natur genießen können.
... und immer wieder die Palmen, auf die Hans so "abfährt".
Ein kleiner Noisy Pitta, nicht größer als ein Spatz, tanzte auf dem Waldboden vor unseren Füßen - war aber wegen des dort herrschenden Dämmerlichts und seiner Flatterhaftigkeit leider nur schlecht zu fotografieren.
Die allermeisten Waldbewohner waren jedoch nicht zu sehen, dafür aber sehr viel besser zu hören. Es herrschte ein teilweise ohrenbetäubender, jedoch nicht unangenehmer Lärm, verursacht durch die vielen Vögel und die Akkustik im Regenwald.
Gegen Mittag fuhren wir nach Hause, es wurde heiß und schwühl, das nächste Gewitter kündigte sich an. Und ausserdem erwartete ich die Lieferung meiner bei Ebay Australien erstandenen Filzwolle - tatsächlich klingelte gegen 14 Uhr die Post und brachte mir meine Pakete. Das war dann doch unerwartet schnell, hatte ich die Wolle doch erst am Wochenende gekauft! Jetzt füllen sich meine Vorräte also so langsam wieder und neue Projekte geistern im Hinterkopf. Doch zunächst einmal kann das alles warten, Hans ist wichtiger ... :-)

Nachdem es die ganze Nacht durchgeregnet hatte, lichtete sich morgens der Himmel und die Sonne kam raus (siehe letzter Post). Auch das Wetterradar versprach gutes Wetter. Wir beschlossen also, die geplante Hinterland-Tour zu machen und peilten den Mt. Mee Forest an. Batida durfte natürlich auch mit - und sie genießt inzwischen diese Fahrten im Heck des Autos. Wir wollten dieses Mal von "oben" in den Forest fahren - und schlugen den Weg über Villeneuve ein. Wunderschönes Hinterland, verschlafene Farmen, sanfte Hügel und Täler ... am liebsten wären wir hinter jeder Kurve für einen genüsslichen Zwischenstopp stehen geblieben. Amüsant auch der Ideenreichtum der Australier in Bezug auf die Namensgebung ihrer Farmen. Eher langweilig muten große Schilder mit dem Namen der Bewohner oder ihrer Tiere an, wenn man dann an solchen Toren vorbei kommt:
In diesem Fall handelt es sich um eine Pferdezucht- und Ausbildungs-Stätte - und idyllischer kann man sich die Lage für solch eine Farm kaum vorstellen. Weit ab vom Schuss, mit etwa 1,5 bis 2 km im Umkreis zum nächsten Nachbarn und einem traumhaften Panorama-Rundumblick.
Wir hatten allerdings nicht nur freie Straßen, sondern auch durchaus ernst zu nehmende Straßenblockaden zu bewältigen. Hans machte aus sicherer Entfernung ein Foto aus dem Autofenster, dann wurde selbiges schnell hochgekurbelt, bevor wir uns mit gefühlten 1 kmh durch die Jungbullenherde tasteten, die den Weg versperrte - aber respektvoll gerade soviel Platz machte, dass zwischen den Tieren und den Aussenspiegeln allerhöchstens ein Straussenei gepasst hätte (ein anderer Größenvergleich ist mir bisher nicht eingefallen ;-) ).
Dann standen wir vor dem nächsten Hinderniss - allerdings wurde das von uns in Hinblick auf die doch recht reißende Strömung als unpassierbar eingestuft. Netterweise gabs wenigstens eine Messlatte, die einen einschätzen ließ, ob man es wagen konnte oder besser bleiben ließ.
Also zurück - natürlich wieder durch die Jungbullenherde durch - die wieder ein bisschen zur Seite rückten, um uns passieren zu lassen. Diesmal traute Hans sich sogar, das Fenster unten zu lassen. Aber ich glaube, so nah hat er wohl noch nie einem (echten) Rindvieh Auge in Auge gegenüber gesessen.
Andere Straßenblockaden erwiesen sich da als weniger angsteinflössend - und machten sich flugs aus dem Staub, als wir den Motor ausstellten und Hans ausstieg, um eine Nahaufnahme zu machen. Schade...
Auf der nächsten auserkorenen Strecke standen wir wieder vor einer überfluteten Brücke. Hier war die Strömung offensichtlich nicht ganz so reissend und Hans testete, ob wir es wagen konnten, hindurch zu fahren. Der Radstand ist ja eigentlich hoch genug, ist ja kein PKW - dachten wir...
Mit einem morschen Stock tastete sich Hans über die asphaltierte Brücke...
... und drüben angekommen war er bis über die Knien nass. Zu viel bzw. zu hoch für uns, beschlossen wir. Wenn wir da durchfahren, haben wir das Wasser im Innenraum, war unsere Befürchtung - also ließen wir es bleiben und wählten eine 3. Alternativ-Route. Praktisch ist, dass selbst die Feldwege - sofern sie auf den Karten verzeichnet sind - Namen haben und so kann man sich eigentlich nicht wirklich verirren, wenn man nicht auf Wegen abbiegt, die in der Karte nicht verzeichnet sind.
Daher haben wir dann auf der Strecke, die wir auf unserer ersten Mt. Mee Tour im September gewählt hatten, auch ohne Probleme doch noch das Rocky Hole gefunden, in dem Hans und Batsi eigentlich eine kleine Erfrischung nehmen wollten.
Nach den Unwettern der letzten Tage war aber auch dieser kleine Wasserfall zu einem ziemlich reißenden Etwas geworden, ausreichend schlammig war er ausserdem und das Wasser lud nicht unbedingt zum Bade ein. Also ließen es beide bleiben und wir genossen einfach die Natur.


Da Hans aber unbedingt noch irgendwo ein Bad nehmen wollte, beschlossen wir, nach Bribie Island an den "Hunde-Strand" zu fahren. Also bummelten wir einmal quer durchs Hinterland und auf den idyllischen Nebenstrecken über Serpentinen mit fantastischen Ausblicken in Richtung Küste.
In der Ferne winkten die Glass House Mountains... und am Strand haben wir dann einen ruhigen genüsslichen Nachmittag verbracht, leckeren frischen Fisch verspeist und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.
Gestern abend haben wir dann doch noch den Verursacher der von der Lautstärke her schon an Ruhestörung grenzenden Nachtmusik ausgemacht. Hier ist der kleine Geselle:
Er hatte sich als Bühne die 80 cm hohe Beeteinfassung des Terrassenbeetes ausgesucht - und flüchtete, als wir den Versuch unternahmen, ihn einzufangen, um ihn unten an der Straße am Creek wieder auszusetzen. Also war auch diese Nacht nicht unbedingt leise und der Lärm wurde dann "nur" von dem nächtlichen Gewitter mit starken Regenfällen übertönt.

Inzwischen ist es Donnerstag Morgen - die Sonne lacht, der Himmel ist blau wie eh und je - auf in den Tag, Richtung Maleny.

Mittwoch, 19. November 2008

Das Wetter war auch gestern noch sehr feucht, um es mal vorsichtig auszudrücken. Nicht wirklich geeignet, um sich freiwillig zu irgendwelchen interessanten Ausflugszielen zu begeben - denn nach den bislang hier runter gekommenen Wassermassen gab und gibt es mit Sicherheit so einige Sperrungen wegen Überflutung oder durch das Unwetter am Sonntag umgestürtzte Bäume.

Also haben wir einen weiteren "Haushalts-Tag" eingelegt und uns was Leckeres g
egönnt. Da waren ja noch diverse Test-Objekte im Vorratsschrank. Die glutenfreien Schoko-Muffins waren zwar nicht ganz so groß wie auf der Verpackung, aber genauso hübsch - und ausgesprochen lecker!
Gegen Abend begannen dann die in den Garten eingewanderten Kröten und Frösche ihr Konzert - und nach der Lautstärke zu urteilen, hatten sie mindestens Dackelgröße. War das ein Radau! Nur leider waren sie nicht zu orten, denn jedes mal, wenn wir mit der Taschenlampe die Büsche absuchten, verstummte der Lärm. Ich legte Simon nahe, ja aufzupassen, dass er nicht von einem der Tierchen als Nachtmahl verspeist wird, wenn er auf der Terasse sein Zigarettchen raucht ;-) Batida traute sich überhaupt nicht von der Veranda-Tür weg, ihr war diese seltsame Musik offensichtlich auch mehr als unheimlich.

Heute früh schien dann endlich mal wieder die Sonne, nach dem es auch die ganze Nacht hindurch noch geregnet hatte. Durch den Garten kommt man im Moment nicht unbedingt trockenen Fusses, die Billabongs laufen nicht ab, sickern auch nicht weg (dafür ist der Boden nicht durchlässig genug) und wir müssen wohl oder übel warten, bis die Sonne sie verdampft hat.
So dicht wie derzeit war unser Holzeimer selbst in seinen besten Zeiten nicht - er ist von dem vielen Regen dermaßen aufgequollen, dass das Wasser, was aus den Wolken kam, drin stehen bleibt. Und auch in den Beeten steht das Wasser.
Australien ist der trockenste Kontinent - hm, also im Moment ist er so feucht (zumindest hier in unserer Ecke), dass die Wäsche seit 2 Tagen auf dem Wäscheständer in der Garage hängt, ohne wirklich zu trocknen, weil die Luftfeuchtigkeit einfach zu hoch ist. Wir haben zwar unseren Wäschetrockner mitgebracht, aber der ist momentan "Not in Service" ... jedesmal, wenn wir ihn anstellen wollen, fliegt die Haupt-Sicherung im Haus raus. Vermutlich braucht er mehr Strom, als das Stromnetz unseres Domizils zu geben bereit ist ;-)

So, mal schauen, was das Wetterradar so zu berichten hat - und dann gehts vielleicht mal wieder raus in die Natur.