Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Dienstag, 2. Dezember 2008

Eigentlich wollte ich mir heute "The Australien Wool Shed" im Samford Valley ansehen. Doch leider hat diese "Authentische Outback-Farm" derzeit ihre Tore nicht für Besucher geöffnet. Nein, sie ist sogar sowas von geschlossen, dass ich selbst die Hinweisschilder nicht mehr finden konnte, die ich bei unserer Fahrt zum Oktoberfest in Brisbane vor 9 Wochen entdeckt hatte ... und eine Nachfrage in Samford bestätigte, dass ich leider die lange Reise umsonst gemacht hab. Schade, ich hatte mich so auf nen netten Tag mit Schäfchen etc. gefreut. Na gut, da war nichts zu machen - also bummelte ich durch das von mir so heiß geliebte Hinterland via Dayboro und Mt. Mee zurück Richtung Morayfield.

(Samford Valley - ich weiß, Auto fahren und fotografieren ist nicht so prall ... aber ich war ja allein)

Natürlich hab ich zwischendurch bei jeder sich bietenden Gelegenheit angehalten (wie schön unabhängig man bremsen kann, wenn man selbst der Fahrer ist!!! *breitgrins*) und so konnte ich unter anderem einen tollen Blick zurück ins Tal werfen, als ich hinter Dayboro die aufsteigenden Serpentinen zum Mt. Mee erklomm.


In luftiger Höhe ließen sich die im Radio gerade aktuell durchgesagten Mittagstemperaturen um die 30° super aushalten - schade, dass das hier kein Picknick-Platz war.


Die Serpentinen in Richtung Dayboro ...


... mit meinem kleinen "Parkplatz" ...


... führen weiter den Berg hinauf in Richtung Mt. Mee.


Stilleben am Straßenrand ...


Und mitten im Nichts zeugt ein Briefkasten (jawohl - das sind hier die ländlichen Briefkästen !!!) davon, dass es hinter irgendeinem Baum oder Busch ein Anwesen gibt. Der Einfallsreichtum der Australier ist doch immer wieder bewundernswert ;-)


Wolkenspiele über dem Mt. Mee Forest


... und dann steht man auch mal ganz plötzlich vor einem "Lollypop". Straßenarbeiten in luftiger Höhe.
Kurzer Halt am "Mt. Mee Scenic Lookout". Die Glass House Mountains liegen im Dunst (es ist 1 Uhr mittags), die Luft flirrt von der Hitze und so richtig weit kann man heute nicht sehen. Normalerweise ist ja von diesem Platz aus der Küstenstreifen zu sehen.

Unterwegs hab ich bei einem Fleischer gestoppt und leckere Zutaten für unser Abendessen gekauft. Als ich vor der Kühltruhe stand, kamen mir 2 Augen in den Sinn ...

und ich konnte nicht anders, als Batida ein Stück Knochen mitzubringen. Das ist ein Dauerlutscher für sie, da hat sie erst mal eine Weile mit zu tun. Bitte KEIMFREI ablecken!

Inzwischen ist es 20 Uhr durch, und sie liebkost das Teil immer noch ;-)

Montag, 1. Dezember 2008

Morgendlicher Spaziergang im Gärtchen ... die Kapuzinerkresse schiebt neue Blüten (oben), der Hibiskus schiebt farbige Blüten, die dann weiß sind, wenn sie aufgehen (höchst seltsam) ...
Und endlich hab ich auch rausgefunden, was das hier für ein Gewächs ist: eine Grevillea (Silbereiche). Höchst interessantes Geschöpf - sie steht direkt am Küchenfenster, hat gute 180 cm Höhe (und Breite) und jeden Morgen können wir eine Vielzahl von Vögeln beobachten, die sich an dem Nektar der Blüten gütlich tun. Mal sehen, ob ich mit meinem neuen Spielzeug morgen früh einen der Piepmätze erwische!

Sonntag, 30. November 2008

Unser Annaberger Faltstern strahlt um den halben Erdball und mit dem Magdeburger um die Wette ;-)
Hallo, Ihr Lieben da draussen - wir wünschen Euch allen einen besinnlichen Advent und eine ruhige Weihnachtszeit!Vor dem Haus steht alles in voller Blüte ... und auch im Garten schweift der Blick über blühende Beete. Unter dem Sonnenschutz lassen wir uns das 1. Advents-Frühstück schmecken.
Nicht nur die Rosen blühen ...... auch der Hibiskus-Strauch (im Moment gute 2,5 m hoch) präsentiert sich mit riesigen Blüten.Riesige Schmetterlinge flattern durch unseren Garten.Und in den Hochbeeten herrscht quirliges Treiben von kleinen Faltern, etlichen Vögelchen, brütenden Tauben und unsichtbaren (raschelndem) Getier.
So erleben wir den 1. Advent in Australien. Von kalten Händen, Füßen oder Nasen keine Spur. Und damit uns vielleicht doch noch ein wenig mehr weihnachtlich wird, fahren wir jetzt ins Shopping Center, wo sich seit Wochen der Weihnachtsmann rumtreibt und die Weihnachtsstimmung einem förmlich aufgezwungen wird (nicht nur mit Dauerbeschallung weihnachtlicher Musik, sondern auch einer schön kalt eingestellten Klima-Anlage).
Diesen (gestrigen) Samstag abend hatten wir den Besuch des Rodeo Finals in den Caboolture Showgrounds freigehalten. Das Wetter war uns ziemlich egal (obwohl es sich am Ende hielt und nur ein paar Tropfen aus dunklen Wolken fielen), weil in der Anzeige stand: Indoor Arena. Nun gut - man nehme ein riesiges Dach, setze es auf Stützpfeiler, so dass die Arena und etwa die Hälfte der Tribünen überdacht ist, und schon hat man eine Indoor-Veranstaltung ... zumindest hier in Australien ;-)

Auf dem Rodeo-Programm standen unter anderem: Barrel Race (zu Pferd mit Speed um ein paar aufgestellte Tonnen), Roping (Kälbchen mit dem Lasso einfangen), Steer-Wrestling (halbwüchsige Stiere zu Boden zwingen), Bull Riding (ausgewachsene! bockende Kraftpakete) und Horse Riding (mit und ohne Sattel auf den bockenden Pferden) ... und das ganze dann in einer ziemlich weit gefächerten Altersklasse, angefangen von den Juniors, wobei die Jungs schätzungsweise nicht älter als 10 Jahre waren, bis zu den Seniors (da verkneif ich mir mal die Einschätzung des Alters *grins*).

Zuerst wurden alle Teilnehmer vorgestellt (das hier ist ne kleine Auwahl der Massen, die gerstern Abend aktiv waren) ...
... und schon die Jüngsten halfen im Hintergrund bei den Vorbereitungen mit.Das Rodeo der Junior-Cowgirls und Cowboys hatte am Vormittag stattgefunden, abends wurde die Siegerehrung vorgenommen und die Rodeo-Queen gekürt (rechts im Bild - im freundlichen Rosa *grins*).
Dann begann das eigentliche Programm mit dem Barrel Race der Damen.
Weiter ging es mit dem Roping.
Zwischendurch immer die Siegerehrungen der gerade absolvierten Wettkämpfe.
Auch die jüngsten Cowboys wagten sich beim Steer Riding auf die ebenfalls jungen Stiere - die aber nicht minder bockig und "beleidigt" waren ...
Vorbereitungen für das Bare Back Riding (sattellos auf den bockenden Pferden) ...
... und bei dem Tempo kam meine Kamera leider nicht hinterher - trotzdem interessante Effekte auf den Aufnahmen ;-)
Steer Roping - auch hier gings um Zeit: wie schnell wurde das Kälbchen vom Pferd aus mit dem Lasso eingefangen und dann so gefesselt, dass es (im wirklichen Leben) z.b. mit einem Brand versehen werden kann?
... und das Wrestling natürlich: Vom galoppierenden Pferd abspringen, den Stier überwältigen und zu Boden zwingen! Eine Herrausforderung für echte Kerle ;-)
Es war ein spannder, toller Abend - aufregend und interessant. 5 Stunden volles Programm ohne Atempause, das Wetter spielte mit und die Atmosphäre war unglaublich. Nur meine Kamera wollte phasenweise nicht so wie ich - es war einfach zu dunkel, zu schnell ... Aber für "normale" Aufnahmen ist sie einfach Spitze. Siehe nächster Eintrag.

Donnerstag, 27. November 2008

Hallo, Hansi - willkommen zu Hause. Wenn du das liest, bist du wieder heile (und vermutlich ziemlich groggy) in deinen 4 Wänden angekommen. Und das ist gut zu wissen. Danke für die SMS und hiermit sei es auch allen anderen verkündet: Hans ist gut (wenn auch mit verspätetem Abflug in Singapur) wieder in Frankfurt gelandet und befindet sich gerade mit der Bahn auf dem Reststück des Heimwegs.

Guck mal, Hans, wen ich vor die Linse bekommen habe. Erinnerst du dich an das "Hanghuhn", das wir im Parkhaus des Morayfield Shopping Centers beobachtet haben? Die Laune der Natur mit einem langen und einem kurzen Bein ;-) Ich hab das Tierchen wieder getroffen, es hatte sich vor meinen Augen mit einem Stück Pommes in Sicherheit gebracht. Und es handelt sich laut unserem Taschenbuch "Birds of Australia" um ein Purpurhuhn! Hübsch, oder?



Na dann genieß mal mit deiner Liebsten die wieder hergestellte traute Zweisamkeit. Liebe Grüße aus dem (im Moment etwas verregneten, aber mit Sicherheit wärmeren als Deutschland) Queensland!

Mittwoch, 26. November 2008

So schnell vergehen 2 Wochen! Kaum war mein Kleiner am International Airport gelandet, musste er vom Domestic Airport (weil er über Sydney nach Frankfurt fliegt) wieder abfliegen.

Die letzten Minuten rasten sozusagen - und der Himmel hatte sich solidarisch zugezogen.Ich habe den Eindruck, Hans wär gern noch länger geblieben - doch die 2 großen "L" (Lehre und Liebe) riefen ihn wieder nach Hause.Jetzt muss ne Webcam für das Kind her - so geht das nicht weiter! Ein letztes gemeinsames Foto ...
... dann marschierte Hans durch den Zoll und unsere Wege trennten sich. Hans, wir wünschen dir einen guten Flug, komm gut zu Hause an und grüße alle ganz lieb von uns. Wir haben uns riesig gefreut, dass du hier warst - und wir hoffen, dass es dir genauso super gefallen hat wie uns und dass die Zeit bis zu deiner "Rückkehr" ganz schnell vergeht. Jetzt sind erst mal die Zwischenprüfungen wichtig - und dafür drücken wir dir alle verfügbaren Daumen! *Knutschi und Knuddel* von uns allen!

Montag, 24. November 2008

Nachdem wir heute vormittag mit Batida einen herrlichen Strandspaziergang am nordöstlichen Zipfel von Bribie Island gemacht haben, ging es heute nachmittag nochmals rüber auf die Insel - zum typischen Aussi-Barbie (also zum grillen) an einen der vielen öffentlichen Grillplätze. Wir hatten uns vormittags einen Platz mit Blick aufs Festland und gen Westen = Sonnenuntergang ausgesucht.Die Grillplätze sind gasbetrieben und überaus praktisch. Man braucht im Prinzip nur sein privates Futterchen mitbringen - und ein bisschen was zum obligatorischen reinigen (sowie Alu-Folie, wenn man auf ganz Nummer sicher gehen will), und schon kann der Spaß beginnen. Pascal widmete sich dem ersten Schwung unseres Grillgutes.
Der Pier in der Nähe wurde schon in leichtes Abendrot getaucht, während der Grill sich noch aufheizte.
Susanne, Uwe und Siggi waren auch mit von der Partie, um mit uns zusammen während des Barbies einen wunderschönen Sonnenuntergang zu erleben.
Manche Möwen sahen irgendwie eigenartig aus ... ;-)
Eine wirkliche Dämmerung, wie wir sie aus Deutschland kennen, gibt es ja hier in Australien wegen der Nähe zum Äquator nicht. Von daher geht die Sonne immer ziemlich "schnell" auf bzw. unter.
Und innerhalb von wenigen Minuten tauchte sie den Himmel in unglaubliche Farben.
Sie hatte es ganz schön eilig mit dem Untergehen.So eilig, dass Susanne mit dem Fotografieren wohl nicht schnell genug war und nach einer Leiter rief ... tja, Simon stand zufällig in der Nähe. Das kommt davon, wenn man um Hilfe schreit...
Und dann war sie weg - die Sonne.
Wir blieben noch bis zum Einbruch der "wirklichen" Dunkelheit, dann flüchteten wir vor den Mozzies mit einem letzten Blick auf die Kanalbrücke und die brennenden Wolken.
Ich glaube, da hat sich jemand verliebt - im Auto kam der Spruch: "Könnte ich eigentlich auch auf Bribie ne Bar aufmachen?" ... Klar, warum denn nicht? Andere könnens doch auch ;-) Aber nu mach erst mal Deine Lehre zu Ende, mein Junge. Wir freuen uns, dass es Dir hier so gut gefallen hat!