Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Kleine Spaziergänge kann man hier in unserer Gegend eine Menge machen - wenn auch das "Stadtzentrum" eher einer wenig einladenden Geschäfts-Meile gleicht und den Charme eines Industriegebietes besitzt. In den Wohngebieten gibt es jedoch Parks, Spiel- und Sportplätze - und ein großer öffentlicher wunderschöner Park liegt zwischen Morayfield und Caboolture: die Centenary Lakes. Die weitläufige Parkanlage ist durchzogen von Seen und Weihern, am südlichen Rand begrenzt durch den Caboolture River und einige Sport- und Fitness-Plätze.
Nach den starken Regenfällen in den letzten Wochen habe ich es bislang 2x erlebt, dass die kleine Brücke vom Wasser überspült war, weil das Wasser es nicht schaffte, abzufließen und die Seen zum Überlaufen brachte. Doch im Moment ist alles im "normalen" Bereich und auch von dem Chaos, was der letzte schwere Sturm Mitte November angerichtet hat, sieht man nicht mehr viel.Im Moment können die Blesshühner sogar unter der Brücke hindurch schwimmen.Überall blühen die Bäume ... und in ihnen tummeln sich lautstark alle möglichen Vogelarten.
Inmitten des Sees hält ein Pelikan sein Mittagsschläfchen - der Wind zaubert an den hohen Wasserfontänen feuchte Vorhänge.Auch die kleinen Weiher blühen ...
Und entlang der dicht bewachsenen sich durch den Park windenden Wege ...
... sonnen sich unzählige Water Dragons, die ich bei meinem Spaziergang aufscheuche. Oft hörte ich es nur noch platschen, wenn sie flink ins Wasser flüchteten, aber einige bekam ich doch vor die Linse.Die Nacktaugen-Kakadus machen einen Heidenspektakel, während die Blesshühner ihre Jungen mitten im See ruhig und gelassen zum Futter führen.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Eigentlich wollte ich mir heute "The Australien Wool Shed" im Samford Valley ansehen. Doch leider hat diese "Authentische Outback-Farm" derzeit ihre Tore nicht für Besucher geöffnet. Nein, sie ist sogar sowas von geschlossen, dass ich selbst die Hinweisschilder nicht mehr finden konnte, die ich bei unserer Fahrt zum Oktoberfest in Brisbane vor 9 Wochen entdeckt hatte ... und eine Nachfrage in Samford bestätigte, dass ich leider die lange Reise umsonst gemacht hab. Schade, ich hatte mich so auf nen netten Tag mit Schäfchen etc. gefreut. Na gut, da war nichts zu machen - also bummelte ich durch das von mir so heiß geliebte Hinterland via Dayboro und Mt. Mee zurück Richtung Morayfield.

(Samford Valley - ich weiß, Auto fahren und fotografieren ist nicht so prall ... aber ich war ja allein)

Natürlich hab ich zwischendurch bei jeder sich bietenden Gelegenheit angehalten (wie schön unabhängig man bremsen kann, wenn man selbst der Fahrer ist!!! *breitgrins*) und so konnte ich unter anderem einen tollen Blick zurück ins Tal werfen, als ich hinter Dayboro die aufsteigenden Serpentinen zum Mt. Mee erklomm.


In luftiger Höhe ließen sich die im Radio gerade aktuell durchgesagten Mittagstemperaturen um die 30° super aushalten - schade, dass das hier kein Picknick-Platz war.


Die Serpentinen in Richtung Dayboro ...


... mit meinem kleinen "Parkplatz" ...


... führen weiter den Berg hinauf in Richtung Mt. Mee.


Stilleben am Straßenrand ...


Und mitten im Nichts zeugt ein Briefkasten (jawohl - das sind hier die ländlichen Briefkästen !!!) davon, dass es hinter irgendeinem Baum oder Busch ein Anwesen gibt. Der Einfallsreichtum der Australier ist doch immer wieder bewundernswert ;-)


Wolkenspiele über dem Mt. Mee Forest


... und dann steht man auch mal ganz plötzlich vor einem "Lollypop". Straßenarbeiten in luftiger Höhe.
Kurzer Halt am "Mt. Mee Scenic Lookout". Die Glass House Mountains liegen im Dunst (es ist 1 Uhr mittags), die Luft flirrt von der Hitze und so richtig weit kann man heute nicht sehen. Normalerweise ist ja von diesem Platz aus der Küstenstreifen zu sehen.

Unterwegs hab ich bei einem Fleischer gestoppt und leckere Zutaten für unser Abendessen gekauft. Als ich vor der Kühltruhe stand, kamen mir 2 Augen in den Sinn ...

und ich konnte nicht anders, als Batida ein Stück Knochen mitzubringen. Das ist ein Dauerlutscher für sie, da hat sie erst mal eine Weile mit zu tun. Bitte KEIMFREI ablecken!

Inzwischen ist es 20 Uhr durch, und sie liebkost das Teil immer noch ;-)

Montag, 1. Dezember 2008

Morgendlicher Spaziergang im Gärtchen ... die Kapuzinerkresse schiebt neue Blüten (oben), der Hibiskus schiebt farbige Blüten, die dann weiß sind, wenn sie aufgehen (höchst seltsam) ...
Und endlich hab ich auch rausgefunden, was das hier für ein Gewächs ist: eine Grevillea (Silbereiche). Höchst interessantes Geschöpf - sie steht direkt am Küchenfenster, hat gute 180 cm Höhe (und Breite) und jeden Morgen können wir eine Vielzahl von Vögeln beobachten, die sich an dem Nektar der Blüten gütlich tun. Mal sehen, ob ich mit meinem neuen Spielzeug morgen früh einen der Piepmätze erwische!

Sonntag, 30. November 2008

Unser Annaberger Faltstern strahlt um den halben Erdball und mit dem Magdeburger um die Wette ;-)
Hallo, Ihr Lieben da draussen - wir wünschen Euch allen einen besinnlichen Advent und eine ruhige Weihnachtszeit!Vor dem Haus steht alles in voller Blüte ... und auch im Garten schweift der Blick über blühende Beete. Unter dem Sonnenschutz lassen wir uns das 1. Advents-Frühstück schmecken.
Nicht nur die Rosen blühen ...... auch der Hibiskus-Strauch (im Moment gute 2,5 m hoch) präsentiert sich mit riesigen Blüten.Riesige Schmetterlinge flattern durch unseren Garten.Und in den Hochbeeten herrscht quirliges Treiben von kleinen Faltern, etlichen Vögelchen, brütenden Tauben und unsichtbaren (raschelndem) Getier.
So erleben wir den 1. Advent in Australien. Von kalten Händen, Füßen oder Nasen keine Spur. Und damit uns vielleicht doch noch ein wenig mehr weihnachtlich wird, fahren wir jetzt ins Shopping Center, wo sich seit Wochen der Weihnachtsmann rumtreibt und die Weihnachtsstimmung einem förmlich aufgezwungen wird (nicht nur mit Dauerbeschallung weihnachtlicher Musik, sondern auch einer schön kalt eingestellten Klima-Anlage).
Diesen (gestrigen) Samstag abend hatten wir den Besuch des Rodeo Finals in den Caboolture Showgrounds freigehalten. Das Wetter war uns ziemlich egal (obwohl es sich am Ende hielt und nur ein paar Tropfen aus dunklen Wolken fielen), weil in der Anzeige stand: Indoor Arena. Nun gut - man nehme ein riesiges Dach, setze es auf Stützpfeiler, so dass die Arena und etwa die Hälfte der Tribünen überdacht ist, und schon hat man eine Indoor-Veranstaltung ... zumindest hier in Australien ;-)

Auf dem Rodeo-Programm standen unter anderem: Barrel Race (zu Pferd mit Speed um ein paar aufgestellte Tonnen), Roping (Kälbchen mit dem Lasso einfangen), Steer-Wrestling (halbwüchsige Stiere zu Boden zwingen), Bull Riding (ausgewachsene! bockende Kraftpakete) und Horse Riding (mit und ohne Sattel auf den bockenden Pferden) ... und das ganze dann in einer ziemlich weit gefächerten Altersklasse, angefangen von den Juniors, wobei die Jungs schätzungsweise nicht älter als 10 Jahre waren, bis zu den Seniors (da verkneif ich mir mal die Einschätzung des Alters *grins*).

Zuerst wurden alle Teilnehmer vorgestellt (das hier ist ne kleine Auwahl der Massen, die gerstern Abend aktiv waren) ...
... und schon die Jüngsten halfen im Hintergrund bei den Vorbereitungen mit.Das Rodeo der Junior-Cowgirls und Cowboys hatte am Vormittag stattgefunden, abends wurde die Siegerehrung vorgenommen und die Rodeo-Queen gekürt (rechts im Bild - im freundlichen Rosa *grins*).
Dann begann das eigentliche Programm mit dem Barrel Race der Damen.
Weiter ging es mit dem Roping.
Zwischendurch immer die Siegerehrungen der gerade absolvierten Wettkämpfe.
Auch die jüngsten Cowboys wagten sich beim Steer Riding auf die ebenfalls jungen Stiere - die aber nicht minder bockig und "beleidigt" waren ...
Vorbereitungen für das Bare Back Riding (sattellos auf den bockenden Pferden) ...
... und bei dem Tempo kam meine Kamera leider nicht hinterher - trotzdem interessante Effekte auf den Aufnahmen ;-)
Steer Roping - auch hier gings um Zeit: wie schnell wurde das Kälbchen vom Pferd aus mit dem Lasso eingefangen und dann so gefesselt, dass es (im wirklichen Leben) z.b. mit einem Brand versehen werden kann?
... und das Wrestling natürlich: Vom galoppierenden Pferd abspringen, den Stier überwältigen und zu Boden zwingen! Eine Herrausforderung für echte Kerle ;-)
Es war ein spannder, toller Abend - aufregend und interessant. 5 Stunden volles Programm ohne Atempause, das Wetter spielte mit und die Atmosphäre war unglaublich. Nur meine Kamera wollte phasenweise nicht so wie ich - es war einfach zu dunkel, zu schnell ... Aber für "normale" Aufnahmen ist sie einfach Spitze. Siehe nächster Eintrag.