Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Sonntag, 22. Februar 2009

Bewölkter Himmel, entsprechend wolkenverhangene Berge, ab und an mal ein Sonnenstrahl, aber überwiegend Schauer (die jedoch erträglich waren) - das war der heutige Sonntag. Ideales Wetter für das, was Batida und ich heute vorhatten: Herding! Soll heißen: Hüte-Training. Batida hatte bislang noch nie Kontakt zu Schafen und meine Aktivitäten diesbezüglich liegen ja nun auch schon mehr als 2 Jahrzehnte zurück. Und in Woodford gibt es die Möglichkeit, seinen Hund diesbezüglich zu beschäftigen, soll heißen, auszubilden. Gefundenes Fressen für mich ;-) ...

Also ging es Mittags auf nach Woodford. Auf dem Gelände der Besitzer waren die "alten Hasen" schon zu Gange, neugierig beobachtet von den Alpakas.
Für die ersten - Belgischer Schäferhund und Frauchen - mussten aber erst mal die Schäfchen aus dem Gatter. Wir halfen dabei - erster Kontakt für Batsi in mitten der Schafe ... so richtig wohl war ihr ganz offensichtlich nicht. Aber das wussten ja die Schafe nicht.
Während des ersten Trainingslaufs waren wir dann stille Beobachter.
... und sie wärens gern gewesen, waren aber die Hauptakteure für die Fortgeschrittenen.
Das hier waren unsere "Liebchen".
Allerdings wurden die von dem "Belgier" erst einmal in Schwung gebracht.
Dann kam unsere Lektion. Zuerst einmal an der Leine, weil wir ja nicht wussten, wie Batida reagieren würde (Rein in die Meute und spielend jagen wie mit den großen langhaarigen Hunden in ihren Hunde-Spiel-Gruppen? Oder ängstlich und verklemmt am liebsten unter meinem nicht vorhandenen Rock verschwinden?). Während der ersten Minuten interessierten Batida die Schafe nicht wirklich die Bohne. Sie hätte wohl ohne Leine am liebsten die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen.
Doch dank Belindas Ansporn und Zurufen fing sie schon nach wenigen Minuten an, doch ab und an mal einen Blick zu riskieren. Allerdings hab ich sie selten so gut AN DER LEINE bei Fuss gehabt (ohne klappt eh viel besser, weshalb auch immer).
Und noch während der ersten Übungseinheit kam dann von Belinda das Kommando: Leine fallen lassen! Okay... nichts leichter als das ;-)
Batida bekam dann irgendwann Oberwasser, als sie merkte, dass die Schäfchen Respekt vor ihr haben - und dass es in diesem Fall durchaus erwünscht ist, wenn sie bellend andere Tiere vor sich her jagt.
Es war ein Heidenspaß für sie, Belinda war super begeistert von Batsi und ich richtig happy, dass Batida trotz der flüchtigen Schafe auf meine Zurufe reagiert und nicht abgedreht ist (was ja eher meine Befürchtung war - in Erinnerung an die Kaninchen in feier Wildbahn in Deutschland).
Nach 2 Lektionen war Batida ausreichend kaputt - wir haben den anderen dann noch zugeschaut und der Tag war relativ schnell zu Ende. Wir haben also ab sofort Sonntags ein Date mit den Schafen ;-) ... Na, wenn das nichts ist! Mir hats jedenfalls mindestens genauso viel Spaß gemacht wie Batsi. Wenigstens ansatzweise alte Zeiten aufleben lassen und das dann auch noch in so einer Landschaft. Traumhaft - trotz Regen!

Danke, Melanie, fürs Fotografieren und dass du dir heut soviel Zeit genommen hast! ;-)))


Mittwoch, 18. Februar 2009

Die riesige Bunya-Frucht, die wir am 22. Januar bei unserem Trip in die Bunya-Mountains auf dem Rückweg ergattert haben, saß in den letzten Wochen brav im Beet und spielte Blickfang. Nach dem vielen Regen in den letzten Tagen wollte ich sie ein wenig weiter unters Terrassen-Dach schieben - und hielt die Einzelteile in der Hand. Klar, sie trocknet aus und die Samen lösen sich.
Aber auch in diesem Zustand ist sie hübsch anzuschauen. Wenn es irgendwann mal wieder etwas sonniger wird, werden die Samen zum endgültigen Trocknen in die Sonne gelegt und einige werden in gehaltvolle Erde wandern. Wolln doch mal sehen, ob wir sie zum treiben bringen.Der Wald, der dann da wächst, ist mit Sicherheit menschlichen Ursprungs. Samen dieser Größe werden wohl nicht einfach mal so vom Wind davon getragen - und auch, dass ein Vogel sie "im Flug verliert", dürfte eher unwahrscheinlich sein ;-) (wobei die eigentlichen Samen nicht ganz so groß sind wie die "Träger", ähnlich einem europäischen Tannen-Zapfen).Der Garten genießt die momentan vorherrschende Feuchtigkeit und vor allem das Gras wächst so schnell, dass man fast zugucken kann. Dabei ist doch in 11 Tagen HERBSTANFANG!Als ob es von oben nicht schon feucht genug wäre, sitzen unsere gefiederten Gesellen bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf dem jungen Flame-Tree (Poinciana) direkt neben der Vogeltränke und genießen das Vollbad. Scheu sind sie schon lange nicht mehr - sie gehen sogar baden, wenn wir direkt daneben am großen Gartentisch sitzen und zuschauen. Auch Batida flößt ihnen nicht mehr wirklich Respekt ein.Nach dem Bad zurück in die Hecke und erst mal stärken!Die Fliege wärmt sich auf dem Holztisch - und sieht aus, als ob sie selbst ein Bad genommen hätte.Auch unsere "Drosselstelzen" sind ständig im Garten unterwegs und fangen alles weg, was da irgendwie kreucht und fleucht. Von erhobenem Posten erspähen sie jeden noch so kleinen Käfer - dabei sind auch mal die Gartenliegen willkommene Aussichtspunkte ...... ebenso wie die hohen Zäune. Ein Wunder, dass die Fliege noch nicht zum Opfer wurde.

Sonntag, 15. Februar 2009

Die Opfer der verheerenden Buschbrände in Victoria ebenso wie die Flutopfer in Nord-Queensland können jegliche nur denkbare Unterstützung gebrauchen und es gibt viele Wege, ihnen zu helfen. Natürlich haben wir nicht tatenlos zugesehen, sondern - unter anderem - auch mit Sachspenden unseren Beitrag geleistet. Doch auch Organisationen, die sich um die verletzten und verwaisten Tiere kümmern, benötigen dringend Hilfe.

Melanie hat in ihrem Blog ja eine Menge Links zu dem Thema. Einen hat sie mir per Mail
geschickt und ich habe mich an die Arbeit gemacht, um Beutel für die verwaisten Beuteltier-Babys zu nähen. AWARE hat eine Anleitung zum Nähen dieser Beutel (vor allem die Größen sind ja wichtig zu wissen, ebenso, welche Materialien am besten geeignet sind). Aus 10 m Baby-Flanette hab ich 66 Beutel in verschiedenen Größen genäht. Eli hat sich finanziell beteiligt - ganz lieben Dank dafür, Eli.

Morgen werde ich von AWARE um eine Adresse bitten und dann die Beutel an die Organisation schicken. Hoffen wir, dass wir helfen können. Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein (im wahrsten Sinne des Wortes), aber viele Tropfen sind auch ein Fluss ...

Vielleicht möchte ja der eine oder andere, der sich hier in Australien befindet und dies hier liest, auf ähnliche Art und Weise helfen. In Melanies aktuellen Blogeinträgen findet Ihr hilfreiche Tipps und Links dazu.


Freitag, 13. Februar 2009

Nun hat das Regengebiet aus Nord-Queensland (oder kams aus Richtung Sydney? Die hatten ja in den letzten Tagen auch ausreichend Wasser von oben.) auch uns erreicht. 2 Nächte mit immer wieder heftigen Regenfällen, dazu die Wassermassen, die gestern im Lauf des Tages von oben kamen, haben inzwischen eine Lagune in unserem Garten entstehen lassen. Billabong ist wohl eine viel zu "zahme" Bezeichnung. Aber immerhin fließt das Wasser sachte durch die Gartentür in Richtung Straße und kommt garnicht auf die Idee, sich den Weg in Haus und Garage zu suchen --> zum Glück!Der Sheepstation Creek, an dem wir wohnen, ist normalerweise ein eher "stehendes" Gewässer, versteckt zwischen Bäumen und Sträuchern und für unsere Blicke vom Haus her verborgen. Doch inzwischen hat er sich ganz schön breit gemacht und die Uferwiesen geflutet, die Batida gern zum Toben benutzt. Darf ich also vorstellen? Unser "Haus-Fluss", der Sheepstation Creek:
Auch hier brauchen wir uns keine Sorgen machen, dass das Wasser in unsere 4 Wände krabbelt. Dazu müsste es noch einige Höhenmeter überwinden - und wir hoffen einfach mal (Optimisten, die wir sind), dass es das nicht schafft. Hat also doch immer wieder was gutes, auf einem "Berg" zu wohnen.Die abfließenden Wassermassen ließen (und lassen) die Gully-Deckel zu Musikanten werden. Blecherne, trommelnde Geräusche haben mich heut früh schon ums Haus getrieben, auf der Suche nach dem Verursacher. Dass der Lärm von den Fröschen kommt, die allerdings doch einen ziemlichen Radau machen, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen. Und Pascal hat dann auch beim Blick aus der Haustür die Quelle des Lärms ausfindig gemacht: Die Gullydeckel in der Straße werden von den Wassermassen immer wieder hochgedrückt - und plumpsen dann geräuschvoll zurück in ihr Bett.
Angst vor Feuer müssen wir im Moment jedenfalls nicht haben, dafür ist die Luftfeuchtigkeit ein bisschen zu hoch und alles Brennbare viel zu nass! Aber es wird auch schon wieder heller am Horizont ... vielleicht kann Batida heute nachmittag ja schon wieder einen Fuss in den Garten setzen.

Montag, 9. Februar 2009

Katastrophale Folgen der außer Kontrolle geratenen Buschfeuer in Victoria.

Sonntag, 8. Februar 2009

Australien ist ein Land der Extreme - das ist fast jedem bekannt, egal, ob er schon einmal hier war oder nicht. Gerade jetzt im Hochsommer ist das wieder einmal ersichtlich, wenn man sich die Natur-Ereignisse ansieht ... und die damit in Zusammenhang stehenden Gefahren sowohl für die Tier- und Pflanzenwelt als auch für die Menschen. Unter anderem wurde in diesem Sommer zum ersten Mal die Simson Desert von Dezember bis März für Touristen gesperrt.

Wer sich im Moment Gedanken um uns machen mag, dem sei hier an dieser Stelle gesagt: sowohl die durch die saisonalen Regenfälle verursachten Überflutungen in Nord-Queensland als auch die in Victoria und Neusüdwales wütenden Buschfeuer sind zum Glück hunderte bis tausende Kilometer weit weg und wir sitzen in der Mitte an der Ostküste, wo es noch auszuhalten ist.

Uns geht es gut! Soweit die guten Nachrichten aus diesem Teil der Erde.

Zumindest
wir sitzen materiell hier derzeit an sicheren Ufern, keine Gefahr für Leib, Leben, Hab und Gut. Und wir hoffen auch, dass es so bleibt. Es ist auch hier trocken, trotz einiger Regenfälle (wobei die schlimmen Stürme und Überflutungen von Anfang November rund um Brisbane zum Glück uns persönlich auch keinen Schaden zugefügt haben) - und ab und an flammt mal ein Buschfeuer auf, was in den unbewohnten Gegenden von der Feuerwehr kontrolliert brennen gelassen wird. Natürlich machen wir uns Gedanken um die, die es an den jeweiligen Orten betrifft, vor allem um diejenigen, die wir kennen. Und hoffen, dass da ALLE Betroffenen unbeschadet und gesund durchkommen.

Mehr zu den aktuellen Meldungen aus Südaustralien gibt es hier zu lesen (in deutsch und in englisch) und aus Queensland hier (in deutsch und in englisch).
Strand-Wetter! Heute gabs mal wieder einen "faulen" Sonntag. Allerdings nicht auf der Liege im Garten, sondern im Watt an der Küste. Je nach Ziel ist die ja nicht sooo weit entfernt. Man muss halt nur Glück haben, dass das Wasser auch wirklich da ist, wenn man baden will. Wollten wir aber nicht, wir wollten lediglich n paar Stunden in Ruhe spazieren gehen und genießen. Und dafür ist die Ebbe natürlich super geeignet.

Batida hatte ihren neuen Ball mit - der allerdings nicht lange in ihrem Besitz war. Nach etwa 20 min herrlichstem Spielen hatte sich das Meer das Spielzeug geschnappt ... und B
atsi musste trotz intensiver Suche, unterstützt natürlich von uns, aufgeben. Okay, ich weiß also, was morgen auf meiner Einkaufsliste steht.
Ball weg ... aber es gibt ja noch genug andere Sachen zum Spielen. Sand zum Beispiel ;-)
Kilometerweit laufen, ohne dass es tiefer wird - hat ja was von "Nordsee", wenn das Wasser nicht Badewannen-Temperatur hätte. Erfrischend ist es trotzdem, aber wohl grad im flachen Bereich sicherlich wärmer als die Luft (die so um die 30°C hatte heute).
Das Wasser ist - natürlich!!! - voller Leben. Hier ein Einsiedler-Krebs (vermuten wir) ...
Dort ein paar Crocs, die sich selbständig gemacht haben ;-)
Endlose Weite und kaum Leute - einfach herrlich!
Sogar die Pelikane lassen uns ziemlich nah ran, obwohl wir ja Batida dabei haben. Sie sind wohl Leid gewohnt - wissen, dass sie sich am Hundestrand befinden.
Aber zu nah war dann wohl doch nicht sooo gut ... In den Mangroven wimmelte es ebenfalls von Leben.
Batida hatte sich ein kühles feuchtes Plätzchen im Schatten gesucht. SIESTA!
Trilliarden dieser kleinen Krabbentiere waren im Watt unterwegs.Da kamen dann bei Batida die Hütehund-Gene durch. Krabben zusammen treiben ...
Teilen ...
... die Krabben natürlich auf der Flucht ...
Einmal quer durch die "Herde" ... die armen Tierchen. Man gut, dass die schnell genug sind.
So sahen die kleinen Herdentiere aus:
So kann man es aushalten - mit Blick auf den Pazifik ... nur leider gehört dieses lauschige Plätzchen nicht in unseren Garten ... ;-)