Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Freitag, 22. Mai 2009

Deutsch-Australische Freundschaft - das trifft es wohl am Besten. Während "Bunti" der süße kleine gefilzte Teddy von Mutti ist, der uns schon im Frühjahr 2007 auf unserem Urlaub in Australien begleiten durfte, hat gestern "Wetti der Wetland-Bär" das Licht der Welt auf unseren feuchten Wiesen entdeckt. Passen die beiden nicht allerliebst zusammen? ;-)) Das war im Sektor "Bärenmachen" mein allererster Streich. Hat Spaß gemacht - wenn auch vielleicht n bisschen klein für den ersten Versuch (aua, meine Finger!!!).

Eigentlich wollte ich nun noch ein bisschen Simon bei den Aufräumarbeiten im Garten helfen. Kaum ausgedacht, hörte ich schon wieder die ersten Regentropfen aufs Dach trommeln, während im Westen die Sonne unter ging. Und dann Simons Ruf nach einer Kamera: Ein Regenbogen, der sich über "unseren Garten" spannt. Na fein - dann kann ich ja weiter ruhigen Gewissens in meinem Spaßzimmer rumoren ;-)
Von Sonntag abend bis Donnerstag früh (gestern) haben wir in unserem Regenmesser insgesamt eine Niederschlagsmenge von 400 mm gemessen. Nicht eingerechnet das, was nachts drübergelaufen ist, während wir schliefen. Hoffen wir mal, dass die für die nächsten Tage angekündigten weiteren 500 mm nicht alle bei uns hier runter kommen!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Nach dem Regen ...

Gestern abend ging es noch einmal richtig "hoch" her, und bis in die tiefe Nacht regnete es unaufhörlich, begleitet von starken Gewittern. In den frühen Morgenstunden beruhigte sich das Wetter endlich und als wir aufstanden, schien schon die Sonne. Und die Busse fuhren! Also hieß es für Pascal: ab zur Schule. Für mich (eigentlich) auch. Erst einmal drehte ich mit Batida und Kamera eine Morgenrunde - um festzustellen, dass die eine Ausfallstraße aus Beachmere noch immer geschlossen war. Durchfahrt auf eigene Gefahr. Hab ich mir bei meinem späteren Versuch, zur Schule zu kommen, verkniffen, da die Straße grundsätzlich nicht besonders gut ist und man unter den Wassermassen keinen Überblick über neue Löcher, weggebochene Straßenteile etc. hat. Ich hatte auch nicht wirklich Lust, stecken zu bleiben und auf Hilfe warten zu müssen, am Ende vielleicht noch mit Fahrzeugschaden ...
Aber erst einmal hieß es ja: Beine vertreten, Morgenrunde drehen. Im Garten waren 2 Krähenpaare auf der Jagd. Nicht so scheu wie sonst, sie ließen sich weder von Batida noch von meiner Kamera stören, obwohl sie ja sonst sofort die Flucht ergreifen, wenn sich im oder am Haus was bewegt.
Batida inspizierte alle neuen Wasserläufe, aber durch waten würde ja bedeuten, man bekommt nasse Füße. Das ist ja nun nicht unbedingt ihr Fall ;-)
Die Natur hüllt sich derzeit wieder farben- und blütenprächtig ein. Der weiße Strauch mit seinen filigranen Blüten sieht von weitem wie ein Schneeball aus. Und auch andere Büsche fesseln meine Blicke: diese Herbstfärbung der Blätter!
Auch Eukalyptus-Blüten sieht man überall.
Vor allem die Grundstücke, die direkt am Beach liegen und ihre Einfahrt von der Hauptstraße haben, sind im Moment wohl nur auf Stelzen zu erreichen. Die meisten sind geflutet wie hier ... keine Ahnung, wie es unten an den Häusern aussieht, die sind von der Straße aus ja nicht zu sehen. So schön, wie ich diese Grundstücke an sich finde, ich bin froh, dass wir höher liegen ;-)))
Im schattingen Unterholz blühen die Weihnachtssterne.
Unser Vorgarten ist noch immer eine Seen-Landschaft, in der sich die größeren Vögel wie im Paradies fühlen müssen - offensichtlich wimmelt es da von Würmern und Käfern und vermutlich Kaulquappen und solchem Zeugs. Die Krähen, Magpies und Co. sind hier den ganzen Tag zu Gange - wenn man sie nicht stört.
Unsere Einfahrt ist wasserfrei - ungehinderter Zugang zu den Garagen und Häusern. So muss das sein!
Im hinteren Garten lässt sich das Wasser Zeit zum abfließen. Im Gegensatz zu einigen Häusern in der Straße hatten wir Glück: Alles ist drinnen trocken geblieben, nirgendwo hat sich das Wasser einen Weg ins Haus gesucht. Lediglich die Abflüsse in Küche und Bad machten gestern komische Geräusche ;-), aber das war dann auch alles.
Zum Wäschetrockenplatz kommt man nur nassen Fusses. Also Socken aus, Hosen hoch gekrempelt, Croc's an und los.
Batida hilft dem Wasser etwas auf die Sprünge. Sie meint wohl, es geht schneller, wenn sie es austrinkt. Keine Ahnung, warum Hunde solche Brühe dem Trinkwasser aus dem daneben stehenden Napf vorziehen. Ein Gourmet-Gaumen ist was anderes - oder?
Die Frangipani-Blüten sind noch nass von den letzten Regentropfen.
Und dann mache ich mich auf, um zu schauen, ob ich über die Hauptstraße aus Beachmere raus nach Caboolture komme. Kurz hinter der ersten Biegung nach dem Ortsausgang steht auch hier ein "Road Closed"-Schild. Ich fahre trotzdem weiter ...
Links und rechts liegen die überfluteten Viehweiden und Farmhäuser, die teils ziemlich tief im Wasser stehen.
Dann kommt die erste geflutete Brücke. Das Flüsschen hat sich zum reißenden Strom entwickelt - und einige ganz Mutige wagen es und tasten sich vor.
Da die Strömung hier schon ziemlich stark ist und der nächste richtige Fluss - der Caboolture River - hinter der nächsten Biegung auf mich wartet und vermutlich noch eine viel größere Überraschung bereit hält, beschließe ich, auch heute die Schule sausen zu lassen und kehrt zu machen. Die Busse mögen hier vielleicht durch kommen, aber die haben nicht nur einen höheren Radstand als mein Herby, sondern sind auch ein "bisschen" schwerer. Ich hab einfach Angst, weggespült zu werden oder bei meinem Glück ein Stück weg geschwemmte Straße zu erwischen. Nein danke.
Also zurück nach Hause - so wie einige andere auch, die sich ebenso wie ich entschieden und aufgegeben haben. Bin also nicht der einzige Angstkeks - oder aber Vernünftige, das kommt ja immer auf den Standpunkt an.
Normalerweise ist das hier eine viel befahrene Straße ...
Das Wasser fließt ab. Ziemlich heftige Strömung, aber die ersten Vieh-Zäune werden wieder sichtbar.
Dann versuch ich es eben morgen früh wieder. Und hoffe, dass es sich im Lauf des Tages schon normalisiert, damit Simon heute nacht in seinem eigenen Bett schlafen kann - und der UTE unter seinem Carport.

Nachtrag 23:00 Uhr: Ich versuchte gegen 15 Uhr, die Hauptstraße nach Caboolture zu passieren. Sie war immer noch gesperrt, lediglich 4WD-Fahrzeuge durften passieren. Ich habe mich also getraut und bin sicher "am anderen Ufer" angekommen. Da das Wasser zusehens niedriger wurde, habe ich dann Simon per SMS darüber informiert und er kam dann auch kurze Zeit später ohne Probleme zu Hause an. Es normalisiert sich hier alles wieder und es bedarf auch keiner Care-Pakete, um unser Überleben zu sichern (liebe Grüße in Richtung Sydney - danke für das Angebot ;-))).

Mittwoch, 20. Mai 2009

Auf der Bishopp Road, einer der beiden Straßen, die nach Beachmere reinführen, geht es nur noch mit großen 4WD oder 4 Beinen (Pferden) voran. Alles andere hat schlechte Karten.
Ebenso auf der Hauptverbindungsstraße zwischen Beachmere und Caboolture - auch hier geht für normale PKW und kleinere 4WD garnichts mehr. So wie es aussieht, muss sich Simon tatsächlich ein trockenes Plätzchen ausserhalb suchen, um die Nacht bequem verbringen zu können. Mit dem UTE? Keine Chance. Meinte jedenfalls die Straßenwacht.

Nachtrag: Simon hat ein trockenes Dach überm Kopf gefunden. Danke, Mel, dass du ihm dein Gästezimmer zur Verfügung stellst. Von deinem Headquarter aus dürfte er morgen sicherlich leichter zur Arbeit kommen als von Caboolture/Morayfield. Bis nach Beachmere war leider kein Durchkommen.

HIER findet Ihr die aktuellen Bilder vom Geschehen rund um Brisbane ...
Endlich ist die Sonne wieder raus gekommen - und wir können regelrecht zusehen, wie das Wasser abläuft! Das geht ja wirklich fix hier, dank dem sandigen Boden. Kein Vergleich mit dem wochenlangen Wassergarten in Morayfield. Gegen Pascals Langeweile gibt es nun eine weitere sinnvolle Medizin:

Pool abkeschern - inklusive toter Kröte.
Die Sandwege, also die Zufahrten zu den Garagen, sind bereits wieder pfützenfrei. Nach unseren Erfahrungen von Ostern ist der Rest des Gartens auch bald wieder trocken, wenn das Wetter sich jetzt hält. Hoffen wir mal ... unter Trockenzeit versteh ich irgendwie was anderes ;-)
Es regnet und regnet und regnet ... unglaublich, was hier in kürzester Zeit aus den Wolken fallen kann. Nach meinem letzten Post gestern hatte es über Nacht kurz aufgehört zu regnen, es wurde stürmisch und wir freuten uns schon, dass die Wolken weiter getragen werden. Zu früh gefreut - gegen 5 Uhr morgens, kurz bevor Simon zur Arbeit fuhr, fing es heftiger als vorher wieder an und regnet seit dem ununterbrochen. Ergebnis: sämtliche Zufahrtsstraßen sind gesperrt, Simon kam aber noch durch (mal sehen, ob er heute abend auch zurück kommt oder sich ausserhalb ein trockenes Plätzchen zum schlafen suchen muss). Selbst der Highway wurde gesperrt, in unserer Region dürfte der Verkehr also mehr oder weniger zum Erliegen gekommen sein. Da ich nicht gewillt bin, mir das live anzusehen, vermute ich es einfach mal. Ich bleibe lieber in den trockenen 4 Wänden und spiele Flut-Wache. Pascal ebenso, der Bus fährt ja auch nicht.
Das ganze Grundstück ist ein riesiger See, vorn aus der Bürotür raus zugehen, würde das erste Fußbad bedeuten.
Hinten sieht es noch hübscher aus. Unser Pool hat sich den Rest des Gartens erobert und wir haben jetzt einen neuen Spitznamen für unser Anwesen: the Wetlands. Enten hatten wir ja vorher schon, aber sie kamen immer nur zum Gras knabbern. Mal sehen, wo sie sich jetzt häuslich einrichten.
Pascal leert mal eben den Regenmesser, der inzwischen schon übergelaufen war. Nun ist also wieder Platz für die nächsten 150 mm. Insgesamt haben wir seit Sonntag abend 280 mm gemessen. Wer bietet mehr?
Ansonsten ist es aber trocken - innerhalb der 4 Wände. Durch die Garagen kommt nichts rein, und auch sonst keine Anzeichen von Schwäche. Dächer alle dicht ... Fenster und Türen auch. Alles im Lot. Hoffen wir mal, dass die Prognosen stimmen und die Regen- und Gewitterfront sich im Lauf des Tages Richtung Süden verabschiedet.

Hier könnt Ihr Euch das aktuelle Satelliten-Bild ansehen: Klick.
Und hier das Wetter-Radar: Klick.

Update heute Mittag, kurz nach 12. Wir haben eine Regenpause, der Himmel ist etwas freundlicher, die Sonne aber gut versteckt. Gute Gelegenheit, Batida mal eine Runde zu gönnen - und Pascal gleich mit. Der langweilt sich. Das kann mir irgendwie so garnicht passieren, aber gut. Batida hatte in den letzten 2 Tagen nicht wirklich Lust auf längere Ausflüge. Im Regenmesser hatten wir schon wieder 70 mm, haben also insgesamt jetzt eine gemessene Menge von 350 mm aufgefangen. Und angeblich soll es noch nicht zu Ende sein.Ich dachte immer Cane Toads können schwimmen. Diese Kröte hier fand das Salzwasser im Pool wohl nicht so prickelnd, und es ist ja auch nicht die erste, die wir da raus fischen. Keine Ahnung, was die Viecher anzieht. Wenn alles Regenwasser abgeflossen ist, braucht der Pool auf jeden Fall erst mal eine General-Reinigung.
Das Wasser im Flut-Kanal verdünnisiert sich komischer Weise ruck zuck, sobald der Regen weniger wird. Bis zu einem bestimmten niedrigen Level jedenfalls - ab dann muss man auf die Verdunstungskraft der Sonnenstrahlen hoffen.

Dienstag, 19. Mai 2009

Seit Sonntag abend hat uns wieder mal ein Regengebiet fest im Griff. Besserung vorerst nicht in Sicht. Von Sonntag auf Montag hatten wir 20 mm Niederschlag. Von Montag auf Dienstag abend (also vor 1 Stunde) waren es noch einmal 110 mm. Mal sehen, was da noch runter kommt. Unser Pool, der ja an sich wieder hätte aufgefüllt werden müssen, ist nun ohne unser Zutun wieder bis zur Oberkante gefüllt. Fein. Könnte jetzt bitte mal jemand den Hahn wieder zudrehen? Danke sehr ...

Und das hier hab ich grad gefunden, als ich nach einem aktuellen Wetter-Satelliten-Bild gesucht hab. Das kommt davon, wenn man auf einer englischen Google-Seite für die deutschen Leser des Blogs deutsche Suchbegriffe eingibt. Was ist da zu lesen? Richtig: In Hobart ist mit Bußgeld-Niederschlägen und 15° zu rechnen ... Aber wie man sieht - der südliche Zipfel von Queensland liegt unter einer dicken Wolkenschicht.


Montag, 18. Mai 2009

Haaaallllooooo, Melanie. Guck mal, sie blühüt....!!!!

Endlich hat die Frangipanie sich aufgerafft - und sie duftet, hmm....

Danke schön noch einmal ganz lieb für diese tolle Pflanze!