Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Montag, 7. Dezember 2009


Ich hatte heute in Brisbane zu tun und dieses mal hatte ich brav die Kamera eingesteckt. Nach getaner Arbeit stand in der Hitze des frühen Mittags auf dem Weg zum "Rückzug" eine kleine Foto-Session an. Brisbane hat sich natürlich schon lange festlich weihnachtlich geschmückt und in der Einkaufsmeile stand ein Weihnachtslieder schmetternder Chor, der direkt so etwas wie festliche Stimmung bei mir aufkommen ließ. Damit diese sich ein bisschen setzen kann, hatte ich mich in den Eingangsbereich eines Souvenierladens gestellt, aus dem eine kalte klimaanlagenverursachte Brise kam. Ich hatte also sozusagen im Rücken 20°C und im Gesicht 35°C. Das war ein Zustand, den ich nicht lange aushielt. Und so schlenderte ich dann in einem den Sommertemperaturen angemessenen Tempo in Richtung Bahnhof Roma Street Parkland. Und dabei kam mir dann der diesjährige Weihnachtsbaum von Brisbane vor die Linse, den wir vor 2 Wochen am Platz des Vorjahres (nämlich am Ufer des Brisbane Rivers) umsonst gesucht haben.

Dieser Baum ist umweltfreundlich. Sagt zumindest dieses Schild am Zaun: "Dieser mit Sonnenenergie versorgte Weihnachtsbaum ist ein weiterer Weg der Stadtverwaltung, das grüne Herz Brisbanes wachsen zu lassen." Frei übersetzt ... ;-) Jeder der Sterne ist ein Solar-Panel und versorgt den Baum mit Strom, so dass er im Dunkeln leuchten kann.


Natürlich darf Santa Claus mit seinen Rentieren nicht fehlen ...
 
... und es gibt sogar einen feuerroten Briefkasten für die Post an den Weihnachtsmann. Mich würde zu sehr interessieren, was in diesem Kasten wohl während der Mittagsglut für Temperaturen herrschen :-) Die beiden menschengroßen (und damit originalgetreuen) "Roos" sind jedenfalls offensichtlich beeindruckt von der diesjährigen Variante des Brisbane Christmas Tree.



Und so klein sieht der Baum dann im Verhältnis zum Big Ben aus. Auch die kleine süße Kirche in der Albert Street kann endlich OHNE irgendwelche einengenden Bauzäune bestaunt werden. Ist sie nicht wunderschön?!



Dann nehme ich mir erst mal wieder - nach langer Abstinenz, weil ständig nörgelnde Männer im Schlepp - das Roma Street Parkland vor, bevor ich in den Zug steige. Bin mal gespannt, welche Entdeckungen ich heute mache.


Hoch oben im Geäst wird geturtelt ... und auf den Blumenrabatten tobt ebenfalls das Leben.



Nicht nur von oben sind die Brückenkonstruktionen in dem Park wunderschön (vor allem auch wegen der Aus- und Einblicke), auch die Unterseiten sind herrlich bepflanzt und fügen sich wunderbar in das Gesamtbild des Parkgeländes.


Kühlendes Nass plätschert überall im Park auf verschiedene Art und Weise.


Naja, gut, das hier sieht eher aus wie eine Schneelawine. Amüsante Vorstellung bei den Backofen-Temperaturen. Und dann hab ich noch Hans' alten Freund vom letzten Jahr getroffen ... Hans, ich soll dich schön grüßen, er freut sich auf das Wiedersehen und hofft,  mit dir zusammen auch ein paar weitere Besucher begrüßen zu können! ;-)))


Sein kleiner Bruder lässt ebenfalls schön grüßen! (Während der Kamerad oben auf den Bildern gut und gerne seine 60 cm von Nase bis Schwanzende hatte, brachte es das kleine flüchtende Kerlchen unten allerhöchstens auf 20 cm).

Ich habe dieses mal unzähle Agamen gesehen. Lag vielleicht auch daran, dass ich ziemlich allein in dem Park unterwegs war. Natürlich habe ich eine Menge mehr Bilder geschossen, aber den Rest gibt es auf der nächsten DVD. Ihr (die Ihr eine bekommt) müsst Euch leider bis nach unserem Urlaub gedulden. Und nun: Schlaft schön ... und einen friedlichen, besinnlichen Advent.


Freitag, 4. Dezember 2009


Dezember-Vollmond über Beachmere - die vorrüber ziehenden Wolken lassen ihn in einem faszinierenden Farbenspiel strahlen. Schlafen können wir trotzdem gut, denn die Temperaturen sind inzwischen wieder moderater als letzte Woche.

Die Frangipania steht noch immer in ihrem Topf, macht sich dort aber prächtig. Und sie blüht, was das Zeug hält und verströmt dabei einen betäubenden Duft. Futter für die Sinne, wenn ich auf der Terrasse sitze und arbeite.
 
Beim Schmökern erwischt - Bruni hat sich das Buch einverleibt und legt es kaum noch aus der Hand. Kein "Telli", der sie ablenkt, DAS hat wirklich Seltenheitswert. Und für mich ist es äußerst interessant, zu beobachten, welche Reaktionen das Buch bei den Leuten auslöst. Also auch bei Leuten, die den Blog nicht wirklich kennen.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

AUCH DAS NOCH!!!

Hallo, Ihr Lieben alle miteinander. Ja, auch das noch! Ich "schrei" das jetzt einfach mal in die weite Welt:

MEIN BUCH IST FERTIG!

Es ist sogar schon käuflich zu erwerben.
Aber nun mal ganz langsam. Ich denke, die meisten von Euch wissen, dass ich vor fast 2 Jahren begonnen habe, einen Blog über unsere Auswanderung nach Australien zu schreiben (klar, wenn Ihr das hier lest, seid Ihr ja mitten drin). Einfach als Erinnerung an diese Zeit - für uns und unsere Familie. Ich weiß aber auch, dass nicht jeder, der es gern wollte oder will, die Zeit, Muße, Lust oder Möglichkeit hat, regelmäßig im Online-Blog vorbei zu schauen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Dieser Grund und die Tatsache, dass man ja nie weiß, wie lange etwas online verfügbar ist (es braucht ja nur jemand auf die Idee kommen, den Blogger-Dienst wieder einzustellen), haben mich veranlasst, in den letzten Monaten meinen Online-Blog zu Papier zu bringen. Und nun ist es geschafft, mein "Baby" ist druckreif und man kann es sogar käuflich erwerben, wenn man will (muss man aber nicht, der Online-Blog ist ja weiterhin präsent). Es ist halt das Blog-Buch. Aus Kostengründen mit weit weniger Fotos als der Online-Blog, aber dafür mit ein wenig mehr Text. Wenn auch überwiegend der Blog-Text erhalten geblieben ist, was dem Lesegefühl mal eine völlig neue Richtung geben dürfte, für jemanden, der sowas noch nie als Buch vor der Nase hatte ;-)

Wenn Ihr Euch also dieses Buch kaufen möchtet (oder vielleicht als Weihnachtsgeschenk weiter reichen wollt), dann könnt Ihr das Buch bei Amazon Deutschland oder aber auch bei dem Buchhändler Eures Vertrauens bestellen. Außerdem ist es bei über 1000 weiteren Online-Buchhandlungen wie zum Beispiel Libri oder Book on Demand (BoD - meinem Verlag) erhältlich. Das Buch ist im Katalog der lieferbaren Bücher gelistet, auf die jeder Buchhandel Zugriff hat. Ihr könnt das Buch also auch wirklich beim Buchhändler direkt bei Euch "ums Eck" bestellen.
Hier die Angaben, die Ihr braucht:

Titel: G'day Mate
Autor: Antje Palandt
ISBN: 9783839112038
Auch direkt bestellbar bei: www.bod.de




Ich hoffe, ich habe Euch mit dieser Meldung nicht zu sehr "erschreckt". Wer sich entschließt, das Buch zu kaufen, dem wünsche ich viel Spaß beim lesen - und alle Fehler, die Ihr findet, könnt Ihr sammeln - und  behalten  (ich weiß, es sind so einige - sorry, ist mein Erstlingswerk ... und manche Sachen konnte ich auf Grund der verlagseigenen Software, mit der ich das Buch schrieb, gar nicht beeinflussen, das ändert sich beim nächsten, versprochen).

Liebe Grüße in die weite Welt - und bis die Tage. Habt Spaß!!!

Eure Antje.
 

PS: Warum steht bei AMAZON der Vermerkt "Derzeit nicht lieferbar"? Ganz einfach:
Das Buch habe ich bei Book on Demand (BoD) verlegen lassen, was bedeutet, dass jedes einzelne Exemplar erst nach Bestellung gedruckt und ausgeliefert wird. Es ist nicht wie auf Vorrat gedruckte Bücher auf Lager, sondern der Druckauftrag wird nach der Bestellung durch den Kunden über Amazon (oder jeden anderen Buchhandel oder online-Buchshop) an BoD übermittelt. Die Lieferzeit dauert ungefähr (erfahrungsgemäß) 7 bis 10 Tage bei Amazon, ebenso beim "normalen" Buchhändler. Bestellt Ihr direkt bei BoD oder bei Libri, dann geht das ganze etwas schneller, innerhalb einer Woche habt Ihr das Buch zu Hause (sind auch ganz normale Onlineshops, wo man sich als Kunde anmelden muss).

Was für ein unbeschreibliches Gefühl - das eigene Buch bei AMAZON ... und auf meinem Schreibtisch! Einfach genial.

Sonntag, 29. November 2009

Wir wünschen allen Besuchern unseres Blogs, vor allem aber unserer Familie und Freunden, einen

FROHEN 1. ADVENT


und eine besinnliche Vorweihnachtszeit.



PS: Für mehr Dekoration hats aus temperaturtechnischen Gründen bei uns noch nicht gereicht (ich geb zu, wir hatten sogar beinah vergessen, dass heute der 1. Advent ist ... sorry).

Damit das mit dem Weihnachtsgefühl vielleicht doch noch was wird, steht der alljährliche Pflichtfilm auf dem Programm. Vorher wird aber erst mal - das ist die allererste feierliche Amtshandlung dieses Jahr zu Weihnachten  - der Annaberger Faltstern aufgehängt, um mit dem Zwilling in Magdeburg um die Wette leuchten zu können.



Dann kann das Ritual seinen Lauf nehmen, die restliche Dekoration muss warten, bis weniger Schweiß tropft. Telly (TV) an, DEN Weihnachtsfilm aller Weihnachtsfilme eingelegt und versuchen, sich zu erinnern, wie es sich anfühlt, wenn einem die Augenbrauen gefrieren. Na, noch nicht erraten? Genau! "Schöne Bescherung" mit Familie Griswold ... noch Fragen?!


Merry Christmas.

Samstag, 28. November 2009

Wenn das Thermometer morgens halb 8 schon 31 Grad im Schatten am Pool anzeigt, ist das eine nette Einladung zum frischen Bad in der Morgenstunde. Das Wasser im Pool hat dieselbe Temperatur und gegen halb 10 bei inzwischen 37 Grad wirkt das dann schon direkt wie eine Abkuehlung. Batida ist nach wie vor nicht zu bewegen, sich im Pool abzukühlen, deshalb hatte sie noch vor dem Frühstück ihre Samstagsdusche (die sich bei den Temperaturen zur Zeit zur täglichen Morgendusche auswächst, um ihr Kühlung zu verschaffen - wenn sich jetzt jemand fragt, warum ich sie nicht schere und so von ihrer Wolle befreie: darüber habe ich tatsächlich nachgedacht, aber beim Googlen auf Websites von Australian-Shepherd-Züchtern gelesen, dass man das vermeiden sollte, weil die Hunde sich zu schnell einen Sonnenbrand holen, wenn das Fell zu kurz ist. Was ich unbesehen glaube, wenn ich bedenke, dass Batida sich mit Vorliebe mittags in die pralle Sonne packt ... aus welchem Grund auch immer).

Vielleicht kommt ja doch noch mal der Tag, an dem sie zusammen mit uns in den Pool hopst. Pascal übt schon mal für diesen Ernstfall, und zumindest diese Übung lässt Batida irgendwie komplett kalt. Ich glaube, inzwischen ist sie "solches Leid" von dem Knaben gewöhnt :-)





Dienstag, 17. November 2009

Nach dem Bonnie letztes Wochenende Batida besucht hat, wollte Batida nun auch umgekehrt wissen, wo und wie Bonnie so lebt. Also fuhr ich gestern mit ihr zu Silke nach Glenore Grove. Und da ich überhaupt kein Fan von der Tour über die Stadtautobahn bin (schon gar nicht im morgendlichen Verkehr), habe ich meine Lieblingsstrecke durch das Hinterland im Brisbane Valley genommen. Kilcoy - Esk - Glenore Grove ...


Links und rechts lagen hinter Woodford nicht nur grüne Täler und Berghänge, sondern vor allem auch an den Straßenrändern schwarz verkohlte Wald- und Weideflächen. Die Brandgefahr ist seit Wochen durch die Trockenheit extrem hoch, der Regen, den es in unserer Küstenregion immer wieder gibt, kommt selten bis in die Berge. Und wenn wir immer wieder sehen, wie unbelehrbar und in unseren Augen idiotisch die Australier ihre brennenden Zigaretten-Kippen bei 100 kmh aus dem Autofenster schnippsen, geht uns jedes Mal die Galle hoch. Kein Wunder, dass es ständig irgendwo brennt. Gut, heute früh sah ich keine Schwelbrände, aber riechen konnte man es überall. Ich kam aber unbeschadet in Glenore Grove an - und brauchte dann erst mal Silkes Hilfe für die Orientierung.
 
Wenn dieses Örtchen was hat, dann vor allem zwei Dinge: Genug Platz und vor allem Backofen-Temperaturen ...  aber es gibt auch eine süße Kirche

Und - direkt gegen über der Dorfschule - einen kleinen Laden und eine Tankstelle, an der die Autofahrer zu dieser vormittäglichen Stunde Schlange stehen ;-)

Wie gesagt, es war ziemlich warm - schon gegen halb 11 morgens. Deshalb hat Batida auch nicht lange gezögert und ist kurzer Hand in den "Dam" auf Silkes Grundstück gesprungen. Bonnie natürlich hinterher.

Silke sagte, die Wasserqualität sei super, sie haben es testen lassen. Hm, nun ja, als Schlammpackung lass ich sowas durch gehen, als Erfrischungsbad würde ICH dann aber doch lieber den Pool nehmen.
 
Der war Batida aber mit seinem sichtbaren, aber tiefen Grund unheimlicher als die braune Brühe. Sie hat sich nicht rein getraut.

Der einzige Platz auf dem riesigen Grundstück, an dem die Hitze einigermaßen erträglich war, befand sich unter den schattigen Bäumen am Rand des Dams ... im Pavillion - mit Blick über die Plainlands.


Trinken, trinken, trinken - bei den Temperaturen. So schnell kann man das Wasser gar nicht kühlen, wie es benötigt wird ;-)


Auf der Rücktour, für die ich denselben Weg wählte, wie am Morgen, hatte sich die Szenerie in den Bergen komplett geändert. Überall schwelten Brände, der Rauch biß in der Nase und brannte in den Augen - und teilweise rechnete ich damit, umkehren zu müssen, weil die Straßen gesperrt sind.

Irgendwie nahm diese Brände aber niemand wirklich ernst. Selbst die Kühe standen auf den schwelenden Wiesen und grasten in aller Ruhe weiter. Hm ... ich machte, dass ich nach Hause kam. Nicht nur, um dem Rauch zu entkommen, sondern vor allem, weil ich einfach ein Bad brauchte.








Heute gab es dann eine Temperatur-Steigerung (nach dem wir gestern schon 35° hatten). Gegen 11 Uhr zeigte unser Thermometer im Schatten am Pool 40°C an. Ich verdrückte mich ins klimaanlagengekühlte Haus, bis die Temperaturen gegen 15 Uhr zu sinken begannen. Und Simon kam auch einigermaßen geschafft nach Hause: 42° in der Werkhalle (trotz Ventilatoren) und 47°C in dem Camper, an dem sie gerade bauen. Jetzt wird es wirklich mal Zeit für eine feuchte Abkühlung von oben! Wir tanzen dann mal den Regentanz ...

Donnerstag, 12. November 2009

Nach 6 Monaten hier auf unsererm Stückchen Australischer Scholle haben wir so einiges an tierischen Besuchern beobachtet. Manche kommen regelmäßig zu jeder Mahlzeit (wie die Galahs und die Nacktaugen-Kakadus), manche eher selten (so wie die Ibisse), einige leben dauerhaft hier (wie Britta, unser Possum, oder auch die unzähligen Rainbow Lorikeets und Honey Eater, nicht zu vergessen die Tauben), und einige kommen nur ganz sporadisch mal vorbei und lassen sich dann ewig nicht wieder blicken. Erst zum zweiten Mal in diesem halben Jahr hatten wir vor kurzen ein Pärchen schwarze Kakadus praktisch fast auf dem Frühstückstisch.

Die beiden taten sich an den trockenen großen Früchten des Bottle Brush gütlich, während wir kurz vor 7 auf der Terrasse unseren Frühstücks-Kaffee schlürften.



Heute früh kam dann ein einsamer Gelbhauben-Kakadu an den Futterplatz, der vor ein paar Tagen schon mal aus einem der Bäume die Lage gecheckt hatte. Wir hatten ja vermutet, dass er mit seinem Schwarm zurück kommt, aber er war allein.


Na gut, so ganz allein war er nun auch wieder nicht. Er hatte die letzten Gäste der heutigen Frühstücks-Gesellschaft um sich herum: Galahs, Enten, Ibisse, Tauben ... 


Und nach den ausgiebigen Regenfällen in den letzten Wochen werden auch die Grashalme wieder grüner.