Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Samstag, 2. August 2008

Fast auf den Tag genau 8 Jahre ist es her, dass wir in unser "Häuschen" eingezogen sind - und nun leert es sich wieder. Der letzte Sperrmüll-Container verließ gestern unseren Hof ...

... und heute haben die beiden Großen die von ihnen angehimmelten Möbel und Pflanzen (und noch so einiges anderes an nützlichem "Kram") mit Simon zusammen in ihre Wohnungen gefahren. Spartanisch kann man das, was uns hier zur Verfügung steht, zwar noch lange nicht nennen - aber trotzdem ist es ein eingenartiges Gefühl, wenn sich so allmählich die Zimmer lichten. Das, was am kommenden Dienstag in den Übersee-Container gepackt werden soll, wird auf einmal viel übersichtlicher ;-) und die Überlegungen, ob alles reinpasst, weichen anderen Gedanken.

Noch schnell der neuen Eigentümerin unseres Häuschens eine Blumen
-Grußkarte geschickt (ist ja doch ein besonderer Anlass und es ist ja eine ganz Liebe!) ... und dann versuchen wir, morgen und übermorgen die letzten Kräfte zu mobilisieren. Nicht so ganz leicht nach den letzten Wochen und den ungewohnt schwülheißen Temperaturen hier... aber es sind ja ein paar schöne und ruhige Tage im elterlichen Nest in Sicht! :-)))

Dann kann Batida wieder testen, von wem sie Leckerlis bekommt - und bei wem sie dafür auch noch was tun muss.


Donnerstag, 31. Juli 2008

Heute ist Simons letzter Arbeitstag - obgleich er ja seit 30.06. Urlaub hat. Ab morgen ist er dann das erste Mal in seinem Leben arbeitslos. Eine völlig neue Erfahrung, die er aber wohl unbedingt noch in diesem Ländle mitnehmen musste oder wollte (nee, von wollen kann wohl keine Rede sein).

Kleine Anekdote zu diesem Thema, die man sich doch mal auf der Zunge zergehen lassen sollte:

In der ersten Juli-Woche ist er zum Arbeitsamt gegangen, um sich - ordentlich, wie es sich gehört - ab 01.08. für die restlichen Tage hier in D arbeitslos zu melden. Und auch, um seine erworbenen Ansprüche zu sichern, die ihm zustehen, sollte er innerhalb der nächsten 4 Jahre nach D zurück kehren müssen (oder wollen). Er meldete sich also arbeitslo
s, füllte sämtliche Formulare aus, gab einen Teil davon ab. Ein weiterer Teil sollte bei einem persönlichen Termin bei einem "Berater" abgegeben werden. Eine Einladung zu diesem Gespräch flatterte 2 Tage nach seiner Arbeitslos-Meldung ins Haus. Darin stand zu lesen: "... laden wir Sie hier am 15.07.2008 um 9.00 Uhr in Raum.... ein, um mit Ihnen über Ihre berufliche Zukunft zu sprechen." Und so weiter und so fort.

Ich glaub, dieses Schreiben sollten wir uns einrahmen. Es ist ja nicht so, dass Simon nicht schon gleich bei der Arbeitslos-Meldung angegeben hätte, warum er den Job gekündigt hat und dass er nach Australien geht! Natürlich wusste das Amt bescheid.
Simon fuhr also am 15. zu diesem Termin, und staunte nicht schlecht, als die Dame hinterm Schreibtisch ihm bei der Arbeitssuche in Australien ihre Unterstützung anbot. ... Uns ist irgendwie nicht so recht klar, wie sie das über diese Entfernung anstellen wollen, wenn sie es doch nicht mal in ihrem Arbeitsamtsbezirk schaffen (Kommentar der 3. Anlaufstelle, bei der er seine Lohnabrechnungen etc. für die Berechnung des Arbeitslosengeldes einreichen musste, war nämlich: "Sie machen es richtig, hier in der Region könnten wir Sie überhaupt nicht vermitteln, es gibt keine Stellenangebote für Sie!"

Ähm, da kann man mal wieder sehen, mit welchen unterschiedlichen Prioritäten in den einzelnen Ländern (unter anderem) Handwerker gesucht werden. In Deutschland ist man mit Anfang 40 und somit über 20-jähriger Berufserfahrung nicht mehr vermittelbar, wo anders reiben sich die Chefs die Hände über jeden, der was von seinem Handwerk versteht und bereit ist, zu arbeiten - egal wie alt er ist...!

Nun gut. Das Kapitel Arbeitsamt ist hiermit also erst mal geschlossen. Hoffentlich. Es war für ihn ein kurzes Intermezzo - und diese insgesamt 3 Pflichtbesuche haben ihm dann aber auch schon gereicht. Auf ins "Abenteuer Arbeiten im Ausland".

Die Braunschweiger haben jedenfalls an alles gedacht und dafür gesorgt, dass Simon seine Arbeitslosigkeit auch gebührend ausleben kann ;-)))



Dienstag, 29. Juli 2008

Die Hitzewelle hatte Deutschland am Samstag (und noch immer) fest im Griff. Hochsommer!!! Und genau das richtige Wetter für eine Aussie-Party. Zwar war es zum Tanzen eigentlich wirklich viel zu warm (was einige aber nicht abschreckte, dennoch das Tanzbein zu schwingen - unseren DJ freute es natürlich), aber je später der Abend, um so lauer das Lüftchen ;-)

Die ersten Gäste erscheinen - einige bringen wie versprochen leckeren Kuchen für das Buffet mit und es füllen sich Saal und Tische...


Unser Großer hielt - für uns völlig unverhofft - eine tolle Rede, was Simon den Angstschweiß auf der Stirn trocknen ließ, da er schon krampfhaft überlegte, wie er sich aus diesem Punkt der Tagesordnung wohl rauswinden kann. Blieb ihm (uns) nur noch, mit kurzen Worten all den lieben Mitbringseln Tribut zu zollen, die wohl schneller als gedacht bei Anflügen von Heimweh ihre Aufgabe zu erfüllen haben (schneller als gedacht nicht nur, weil diese Phasen wohl nicht lange auf sich warten lassen - sondern auch, weil wir heute von der Spedition erfahren haben, dass unser Container schon am 9.9. im Hafen von Brisbane eintreffen soll - laut Fahrplan der Reederei).


Da waren viele tolle Überraschungen bei ... und sogar die Finger mussten wir uns schmutzig machen, um nach Dollar-Noten im Sand zu buddeln, die dann neugierig von allen bewundert und befingert wurde. Der erste Kaffee bei der Ankunft auf dem Flughafen in Brisbane ist somit gesichert - wir müssen nicht abwaschen ;-)


Dann wurde das Abend-Buffet eröffnet (schon wieder essen?! - Wow, warme Speisen! Falls jemand friert ... *grins*).


DJ Bernd sorgte für super Stimmung, ein Tänzchen mit Papa (eins???) war natürlich Pflicht! Egal, wie heiß es ist, ein Indianer kennt keinen Schmerz! Sowas darf man sich doch nicht entgehen lassen.

Und je später der Abend, um so hungriger die Gäste - vor allem Hans, der zwischendurch Schicht hatte und bis 22 Uhr arbeiten musste. Aber wir haben ihm ja wie versprochen was aufgehoben ;-)


An dieser Stellen möchten wir uns noch mal ganz lieb bei allen unseren Verwandten und Freunden bedanken. Es war ein toller Abend, wir haben ihn sehr genossen und uns über Eure Erinnungs-Präsente riesig gefreut (tun wir immer noch!!!). Wie versprochen gibts dann für jeden noch mal einen Zusammenschnitt der Bilder und Filme (Peter, danke für's Filmen!). Wir hoffen, es hat Euch Spaß gemacht - wenn auch der Anlass dieser Fete für viele von Euch sicherlich nicht ganz so freudig war wie für uns!

Samstag, 26. Juli 2008

Der Countdown für die Abschiedsfete läuft - die ersten Gäste sind seit 2 Tagen da. Und mussten natürlich dann auch gleich mit beim Schmücken des Saales helfen. Während dessen steigen hier die Temperaturen in tropische Höhen, die Luftfeuchtigkeit ebenso. Könnte fast - gefühlt - in Nord-Queensland stattfinden, was hier in 5 Stunden steigen soll, dabei befinden wir uns immer noch im Nord-Harz!

Die Ruhe vor dem Sturm:



Samstag, 19. Juli 2008

Nächster Haken: Das Auto für die Fahrt zum Flughafen am 11.8. ist gemietet. Was zunächst als "Lapalie" galt, stellte sich als eine kleine Hürde heraus. Unser gestriger Versuch, direkt bei Europcar in Goslar etwas Busähnliches zu mieten, scheiterte daran, dass für die nächsten 4 Wochen lediglich eine Anfrage in dieser Fahrzeugkategorie angenommen werden kann und wir erst etwa 7 Tage vor der eigentlichen Fahrzeugübernahme bescheid bekommen hätten, ob das Fahrzeug denn überhaupt verfügbar ist. Es wären alle großen Fahrzeuge vermietet und nicht sicher, ob eines davon vor dem 11.8. wieder zurück wäre. Das war uns dann doch ... sagen wir mal ... etwas zu vage (von der wie ein Schlag ins Gesicht wirkenden Unfreundlichkeit der Dame hinterm Tresen mal ganz abgesehen... Hey, wir wollten einen Mietwagen und nicht ihr Privatfahrzeug...!). Es gibt da so ein paar Kleinigkeiten, die wir schon gern etwas längerfristig sicher abgeklärt hätten ;-)

Also erfolgte soeben der zweite Versuch, diesmal online. Die üblichen Verdächtigen: Europcar, Avis und Sixt (was einem erst mal so ohne Google-Unterstützung in den Sinn kommt). Europcar schied auch hier aus, weil mein Browser sich bei dem Versuch, die Buchungsseiten aufzurufen, ständig aufhing. Avis und Sixt erwiesen sich als viel kooperativer und kundenfreundlicher... Und beide hatten für unseren Wunschtermin und die Abhol-Adresse sogar große Fahrzeuge zur Verfügung. Also werden wir dann vermutlich in einem Ford Galaxy (oder was vergleichbares laut Website von Sixt) in Richtung Flughafen fahren - bleibt nur zu hoffen, dass da auch alles reinpasst. Na gut, die Hundebox kann man ja platzsparend auseinandernehmen und das Wauzi kommt dann zum Abschiedskuscheln für 4 Stunden auf meinen Schoß! *schnief*

Wieder mal eine Premiere für uns, denn bislang hatten wir noch nie versucht, einen Mietwagen übers Internet zu mieten und zu bezahlen. Die Leber... ach nee, der Mensch wächst an seinen Aufgaben ;-)

Planen, Packen, Kleben - bis zum Umfallen ;-) ... auch wenn wir vom Chef der Spedition bereits mit den Worten ausgebremst wurden: "Erinnern Sie Ihren Mann bitte daran, dass er eine Firma für diese Packerei bezahlt!" Ähm, ja toll. 1. bin ich Diejenige, die hier alles katalogisiert, zuklebt und beschriftet, wiegt, wuchtet und stapelt (weil Simon nämlich nach dem Treppen-Akkord mit Kreuzschmerzen der Länge lang auf der Couch liegt und auf die Wirkung der Schmerztabletten wartet), 2. bezahlen wir, und nicht er (immer diese Kerle, also nee!) und 3. bin ich doch froh, dass er (also Simon) wenigstens ansatzweise Interesse heuchelt (und wenns auch nur um seine Kleidungsstücke und das Heimkino geht).

Und so türmen sich inzwischen die wirklich versandfertigen Kartons zu einem beachtlichen Türmchen (auf dem Foto sieht das Zimmer wesentlich "aufgeräumter" aus als in Wirklichkeit...). Die Anweisung des Speditions-Chefs, bitte nicht jede einzelne Socke mit einem Packlistenaufkleber zu versehen (haha - kleiner Scherzkeks, aber n Netter), weil sonst die Aufkleber nicht reichen und ich die bislang nie überschrittene Marke von 160 Packstücken für einen 20-Fuss-Container knacken würde, nehm ich mir doch tatsächlich zu Herzen und packe alle Socken in EINE Kiste! Das macht doch mal locker und luftig 100 Aufkleber weniger ... oder so *breitgrins*.

So. Und nun hab ich die Handbremse angezogen. ALLES andere kann die Spedition packen. Wozu bezahlen wir den Service eigentlich sonst? Von der Tatsache mal abgesehen, dass ja nur die von denen gepackten Sachen wirklich im Einzelnen versichert sind (danke, Diana, fürs mentale ausbremsen. Heute nacht schlaf ich vielleicht mal wieder n bisschen ruhiger).

Und eine positive Nachricht, die für eine kleine Pause inmitten des Chaos sorgt: Ein gemeinsamer Bekannter (liebe Susanne, lieber Uwe) hat Simons Motorrad ins Herz geschlossen ;-) Also: Noch ein Haken...

Dienstag, 15. Juli 2008

Gestern haben wir die Hundeboxen aus Frankfurt (Main) geholt. Man soll es nicht glauben - wir waren wirklich mehr als 12 Stunden unterwegs, hin und zurück. Aber nun wissen wir wenigstens, wo wir dann vor dem Abflug den Hund abgeben müssen, der Hund kennt den Ort und die Leute dort auch schon, er war ja mit ... und wir haben gleich ein bisschen "Schrecktraining" gemacht. Denn - das Büro von GK-Airfreight war direkt an der Schallschutzmauer, hinter der die Flugzeuge starten / landen. Entsprechend Radau war dann jedesmal, wenn die Triebwerke aufheulten. Bei den ersten beiden Flugzeugen war Batsi doch recht nervös, aber nach dem 3. beruhigte sie sich zusehens. Alles wieder im "grünen" Bereich...


Und nun ist unser Flur wirklich voll. Die Box hat Ausmaße, die in keine Ecke passen. Aber der Hund wills ja auch bequem haben auf dem Flug. Und wenn man die Beinfreiheit des Hundes mit der unsrigen während des Fluges vergleicht, überlege ich tatsächlich, ob ich mich nicht in einer Box versenden lasse... in einer Elefantenbox ;-)


Kleine Einlage als Überraschung für Jessi: Coco und ich hatten uns am Flughafen noch auf einen Kaffee verabredet, ohne dass Jessi es wusste. Ich glaub, die Überraschung war uns gelungen. Und die Hunde konnten noch ein bisschen Flughafenluft schnuppern. Wenn schon Training, dann aber bitte richtig. Und die beiden waren am Ende des Tages mindestens genaus geschafft und platt wie wir...