Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Mittwoch, 26. November 2008

So schnell vergehen 2 Wochen! Kaum war mein Kleiner am International Airport gelandet, musste er vom Domestic Airport (weil er über Sydney nach Frankfurt fliegt) wieder abfliegen.

Die letzten Minuten rasten sozusagen - und der Himmel hatte sich solidarisch zugezogen.Ich habe den Eindruck, Hans wär gern noch länger geblieben - doch die 2 großen "L" (Lehre und Liebe) riefen ihn wieder nach Hause.Jetzt muss ne Webcam für das Kind her - so geht das nicht weiter! Ein letztes gemeinsames Foto ...
... dann marschierte Hans durch den Zoll und unsere Wege trennten sich. Hans, wir wünschen dir einen guten Flug, komm gut zu Hause an und grüße alle ganz lieb von uns. Wir haben uns riesig gefreut, dass du hier warst - und wir hoffen, dass es dir genauso super gefallen hat wie uns und dass die Zeit bis zu deiner "Rückkehr" ganz schnell vergeht. Jetzt sind erst mal die Zwischenprüfungen wichtig - und dafür drücken wir dir alle verfügbaren Daumen! *Knutschi und Knuddel* von uns allen!

Montag, 24. November 2008

Nachdem wir heute vormittag mit Batida einen herrlichen Strandspaziergang am nordöstlichen Zipfel von Bribie Island gemacht haben, ging es heute nachmittag nochmals rüber auf die Insel - zum typischen Aussi-Barbie (also zum grillen) an einen der vielen öffentlichen Grillplätze. Wir hatten uns vormittags einen Platz mit Blick aufs Festland und gen Westen = Sonnenuntergang ausgesucht.Die Grillplätze sind gasbetrieben und überaus praktisch. Man braucht im Prinzip nur sein privates Futterchen mitbringen - und ein bisschen was zum obligatorischen reinigen (sowie Alu-Folie, wenn man auf ganz Nummer sicher gehen will), und schon kann der Spaß beginnen. Pascal widmete sich dem ersten Schwung unseres Grillgutes.
Der Pier in der Nähe wurde schon in leichtes Abendrot getaucht, während der Grill sich noch aufheizte.
Susanne, Uwe und Siggi waren auch mit von der Partie, um mit uns zusammen während des Barbies einen wunderschönen Sonnenuntergang zu erleben.
Manche Möwen sahen irgendwie eigenartig aus ... ;-)
Eine wirkliche Dämmerung, wie wir sie aus Deutschland kennen, gibt es ja hier in Australien wegen der Nähe zum Äquator nicht. Von daher geht die Sonne immer ziemlich "schnell" auf bzw. unter.
Und innerhalb von wenigen Minuten tauchte sie den Himmel in unglaubliche Farben.
Sie hatte es ganz schön eilig mit dem Untergehen.So eilig, dass Susanne mit dem Fotografieren wohl nicht schnell genug war und nach einer Leiter rief ... tja, Simon stand zufällig in der Nähe. Das kommt davon, wenn man um Hilfe schreit...
Und dann war sie weg - die Sonne.
Wir blieben noch bis zum Einbruch der "wirklichen" Dunkelheit, dann flüchteten wir vor den Mozzies mit einem letzten Blick auf die Kanalbrücke und die brennenden Wolken.
Ich glaube, da hat sich jemand verliebt - im Auto kam der Spruch: "Könnte ich eigentlich auch auf Bribie ne Bar aufmachen?" ... Klar, warum denn nicht? Andere könnens doch auch ;-) Aber nu mach erst mal Deine Lehre zu Ende, mein Junge. Wir freuen uns, dass es Dir hier so gut gefallen hat!

Sonntag, 23. November 2008

Gestern bilderlos, heute gibts dafür wieder ne Menge. Traumhaftes Wetter, nicht so heiß wie gestern, mit einer leichten angenehm kühlen Brise, lockte uns nach Brisbane. Und aus dem Zug raus fielen wir direkt in einen kleinen "Sunday Market" an der Central Station. Das erste, worüber wir stolperten, war ein Bäcker - also Cappuccino Take away - und das zweite war dieser Stand mit quietschbunten Einkaufsnetzen, die ich zuletzt in einem meiner früheren Leben (in meiner Kindheit) gesehen hatte. Wusste garnicht, dass es diese Dinger immer noch gibt!
Mit dem Cappuccino in der Hand schlenderten wir am River entlang in Richtung Botanischer Garten...
... und legten auch mal eine kleine Pause ein.
Überall blühte es, aber überall waren auch immer noch die Spuren der Unwetter der letzten Woche zu sehen.
Nicht nur das Wasser des Brisbane River hatte braune trübe Fluten (ebenso wie die vielen Bergbäche und Zuflüsse) ...
... sondern auch die teils entwurzelten, umgekippten Bäume, abgebrochene Äste etc. lagen noch überall verstreut. Dennoch sah man, dass die Aufräumarbeiten in vollem Gange waren.
Doch die Wege über den Mangroven Boardwalk waren unversehrt und frei.
Und wir haben die Vogelwelt in Ruhe beobachtet.
Am Rand des Botanischen Gartens schlenderten wir in Richtung City ...
... und genossen nicht nur völlig neue Perspektiven auf die Stadt, sondern auch die Tierwelt auf dieser Seite des Parks.
Zwischen den modernen Gebäuden präsentierten sich immer wieder alte Häuser. Eine gelunge Mischung, zumindest in den meisten Fällen.
Und je näher wir der Innenstadt kamen, um so mehr wurden wir daran erinnert, dass nächsten Sonntag der 1. Advent ist (das könnte man bei den Temperaturen doch glatt vergessen!)Leise rieselte der (Kunst-)Schnee im Schaufenster des Teddy Bären Shops (der leider geschlossen hatte).
Dafür waren aber die meisten Geschäfte in der Queen Mall offen und wir stöberten durch Brisbanes Edel-Shopping-Meile, die Brisbane Arkade.
Auch wenns nicht ganz unsere "Preisklasse" war (weder brauch ich einen Billiant-Ring für 99.000 Dollar noch kann ich ihn mir leisten - und wenn ich das Geld hätte, würde ich mir dafür garantiert keinen Ring kaufen *breitgrins*), so war es doch eine Augenweide, was wir in den Fenstern zu sehen bekamen.
Nicht nur die "Gewandung" war aller erste Sahne ...
... sondern auch die Schaufensterpuppen haben mich fast Wurzeln vor den Windows schlagen lassen.
Einfach kein Vergleich mit den ewig gleichen anonymen Figuren der "normalen" Läden. Schlicht und ergreifend eine Augenweide - fand ich.
Nach so viel Staunen hatten wir Hunger, also haben wir einen der Food Courts erobert und uns gestärkt.
Mit diesem Weihnachtsengel in den Bäumen in der Queen Mall verabschiedete sich Brisbane von Hans und wir hoffen, dass er ziemlich bald wieder hier bummeln will und kann!

Samstag, 22. November 2008

Sorry - heute gibts mal keine Bilder. Der Tag begann schon ziemlich "warm", so dass wir einfach nur faul zu Hause rum hingen. Kurz nach 8 hatten wir beim Frühstück im Garten in der Sonne 44°C, im Schatten warens dann nur 26°C (ratet mal, wo ich mich aufgehalten habe) - erschwerend kam hinzu, dass hinter dem Haus die Luft stand wie in einem Hexenkessel, kein Windhauch regte sich. Der Himmel sah zudem nicht besonders erfreulich aus, weshalb wir dann einstimmig beschlossen hatten: Hausarrest!

Es zog sich zwar kurze Zeit später zu und klarte erst am frühen Nachmittag dauerhaft wieder auf - und das ganz ohne Niederschläge. Aber lieber genossen wir ein leckeres Eis, lümmelten vor den PCs rum und faulenzten. Okay, Simon hat sein Gewissen beruhigt, in dem er vor dem Haus den Rasen mähte. Da gings schon, ziemlich schräge Hanglage, es war einigermaßen trocken. Im Garten hinten gleicht das Ganze eher einem Moor, da muss der Rasen also noch warten, bis man trockenen Fusses und ohne Schlammdusche den Rasenmäher betätigen kann.

Morgen geht es noch einmal nach Brisbane rein, ein letzter
größerer von Hans gewünschter Ausflug. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt, die Vorhersagen lassen jedenfalls hoffen.

Euch da oben in Magdeburg wünschen wir ein fröhliches Familientreffen. Hoffen, Ihr habt Spaß - trotz des eisigen Wetters, der kritischen Straßenverhältnisse und der deshalb nicht angereisten Familienteile aus dem Harz und weiteren Entfernungen... Wir denken an Euch, seit alle ganz lieb gegrüßt!

Freitag, 21. November 2008

Die letzten Urlaubstage werden - wie es sich für Urlaub gehört - in aller Ruhe und entspannt verbracht. Hans hat angedeutet, dass er wohl Urlaub vom Urlaub braucht, wenn das mit den Ausflügen so weiter geht. Tsss... die Jugend von heute ;-)
Also haben wir uns an den Strand begeben - auf dem Weg vom Parkplatz zum Beach vom lautstarken Gezetere dieses gelbschwänzigen schwarzen Kakadus begleitet ...
... und haben erst mal einen entspannten Spaziergang durch die badewannenwarmen "Fluten" bei Ebbe gemacht. Wie man sieht, konnten wir kaum den Menschenmassen entkommen, die sich da tummelten ;-)Das Wasser hatte nicht nur auf uns magische Anziehungskraft, auch Batida legte sich zur Abkühlung das erste mal in die Wellen, wenn sie auch schnell aufsprang sobald das Wasser mal etwas höher schwappte.Unter dem Schirmchen ließ es sich aushalten - und Batida drängelte sich zwischen uns auf die Handtücher, am liebsten hätte sie ja noch auf unserem Schoß gelegen! Aber 25 kg werden dann auf Dauer doch recht schwer.Wenn das Wetter morgen genauso schön ist, werden wir uns wohl wieder hier aalen. Allerdings sind die Prognosen nicht so berauschend - wenn wir auch weit von dem entfernt sind, was sich grad in Deutschland anbahnt bzw. abspielt. Wir sind in Gedanken bei Euch ... und schicken Euch n bisschen Wärme!

Donnerstag, 20. November 2008

Hansens größter Wunsch war schon vor Ewigkeiten, in Australien einen "echten" Regenwald zu besuchen. Dem kann geholfen werden ;-) und so fuhren wir heute früh in Richtung Maleny. Auf dem Parkplatz des Mary Caincross Parks hat man einen weitläufigen Ausblick mit den allgegenwärtigen Glass House Mountains im Hintergrund. Wir waren gegen halb 10 ziemlich die einzigen Besucher und pilgerten durch das verwunschene sonnendurchflutete Dickicht.
Bizarre Baumpilze hatten sich auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit gebildet.
In den höheren Etagen wuchsen Farne auf den Bäumen dem Licht entgegen.
Wo die Sonne durch das Blätterdach brach, dampfte der Boden von der Feuchtigkeit ...
... und manchmal hatte man sogar den Himmel im Blick.
Abseits der Wege war das Dickicht undurchdringlich - und Lebensraum unzähliger Waldbewohner.
Holzpfade führen durch den Wald, so dass auch Rollstuhlfahrer ohne Probleme diese fantastische Natur genießen können.
... und immer wieder die Palmen, auf die Hans so "abfährt".
Ein kleiner Noisy Pitta, nicht größer als ein Spatz, tanzte auf dem Waldboden vor unseren Füßen - war aber wegen des dort herrschenden Dämmerlichts und seiner Flatterhaftigkeit leider nur schlecht zu fotografieren.
Die allermeisten Waldbewohner waren jedoch nicht zu sehen, dafür aber sehr viel besser zu hören. Es herrschte ein teilweise ohrenbetäubender, jedoch nicht unangenehmer Lärm, verursacht durch die vielen Vögel und die Akkustik im Regenwald.
Gegen Mittag fuhren wir nach Hause, es wurde heiß und schwühl, das nächste Gewitter kündigte sich an. Und ausserdem erwartete ich die Lieferung meiner bei Ebay Australien erstandenen Filzwolle - tatsächlich klingelte gegen 14 Uhr die Post und brachte mir meine Pakete. Das war dann doch unerwartet schnell, hatte ich die Wolle doch erst am Wochenende gekauft! Jetzt füllen sich meine Vorräte also so langsam wieder und neue Projekte geistern im Hinterkopf. Doch zunächst einmal kann das alles warten, Hans ist wichtiger ... :-)