Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Freitag, 13. Februar 2009

Nun hat das Regengebiet aus Nord-Queensland (oder kams aus Richtung Sydney? Die hatten ja in den letzten Tagen auch ausreichend Wasser von oben.) auch uns erreicht. 2 Nächte mit immer wieder heftigen Regenfällen, dazu die Wassermassen, die gestern im Lauf des Tages von oben kamen, haben inzwischen eine Lagune in unserem Garten entstehen lassen. Billabong ist wohl eine viel zu "zahme" Bezeichnung. Aber immerhin fließt das Wasser sachte durch die Gartentür in Richtung Straße und kommt garnicht auf die Idee, sich den Weg in Haus und Garage zu suchen --> zum Glück!Der Sheepstation Creek, an dem wir wohnen, ist normalerweise ein eher "stehendes" Gewässer, versteckt zwischen Bäumen und Sträuchern und für unsere Blicke vom Haus her verborgen. Doch inzwischen hat er sich ganz schön breit gemacht und die Uferwiesen geflutet, die Batida gern zum Toben benutzt. Darf ich also vorstellen? Unser "Haus-Fluss", der Sheepstation Creek:
Auch hier brauchen wir uns keine Sorgen machen, dass das Wasser in unsere 4 Wände krabbelt. Dazu müsste es noch einige Höhenmeter überwinden - und wir hoffen einfach mal (Optimisten, die wir sind), dass es das nicht schafft. Hat also doch immer wieder was gutes, auf einem "Berg" zu wohnen.Die abfließenden Wassermassen ließen (und lassen) die Gully-Deckel zu Musikanten werden. Blecherne, trommelnde Geräusche haben mich heut früh schon ums Haus getrieben, auf der Suche nach dem Verursacher. Dass der Lärm von den Fröschen kommt, die allerdings doch einen ziemlichen Radau machen, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen. Und Pascal hat dann auch beim Blick aus der Haustür die Quelle des Lärms ausfindig gemacht: Die Gullydeckel in der Straße werden von den Wassermassen immer wieder hochgedrückt - und plumpsen dann geräuschvoll zurück in ihr Bett.
Angst vor Feuer müssen wir im Moment jedenfalls nicht haben, dafür ist die Luftfeuchtigkeit ein bisschen zu hoch und alles Brennbare viel zu nass! Aber es wird auch schon wieder heller am Horizont ... vielleicht kann Batida heute nachmittag ja schon wieder einen Fuss in den Garten setzen.

Montag, 9. Februar 2009

Katastrophale Folgen der außer Kontrolle geratenen Buschfeuer in Victoria.

Sonntag, 8. Februar 2009

Australien ist ein Land der Extreme - das ist fast jedem bekannt, egal, ob er schon einmal hier war oder nicht. Gerade jetzt im Hochsommer ist das wieder einmal ersichtlich, wenn man sich die Natur-Ereignisse ansieht ... und die damit in Zusammenhang stehenden Gefahren sowohl für die Tier- und Pflanzenwelt als auch für die Menschen. Unter anderem wurde in diesem Sommer zum ersten Mal die Simson Desert von Dezember bis März für Touristen gesperrt.

Wer sich im Moment Gedanken um uns machen mag, dem sei hier an dieser Stelle gesagt: sowohl die durch die saisonalen Regenfälle verursachten Überflutungen in Nord-Queensland als auch die in Victoria und Neusüdwales wütenden Buschfeuer sind zum Glück hunderte bis tausende Kilometer weit weg und wir sitzen in der Mitte an der Ostküste, wo es noch auszuhalten ist.

Uns geht es gut! Soweit die guten Nachrichten aus diesem Teil der Erde.

Zumindest
wir sitzen materiell hier derzeit an sicheren Ufern, keine Gefahr für Leib, Leben, Hab und Gut. Und wir hoffen auch, dass es so bleibt. Es ist auch hier trocken, trotz einiger Regenfälle (wobei die schlimmen Stürme und Überflutungen von Anfang November rund um Brisbane zum Glück uns persönlich auch keinen Schaden zugefügt haben) - und ab und an flammt mal ein Buschfeuer auf, was in den unbewohnten Gegenden von der Feuerwehr kontrolliert brennen gelassen wird. Natürlich machen wir uns Gedanken um die, die es an den jeweiligen Orten betrifft, vor allem um diejenigen, die wir kennen. Und hoffen, dass da ALLE Betroffenen unbeschadet und gesund durchkommen.

Mehr zu den aktuellen Meldungen aus Südaustralien gibt es hier zu lesen (in deutsch und in englisch) und aus Queensland hier (in deutsch und in englisch).
Strand-Wetter! Heute gabs mal wieder einen "faulen" Sonntag. Allerdings nicht auf der Liege im Garten, sondern im Watt an der Küste. Je nach Ziel ist die ja nicht sooo weit entfernt. Man muss halt nur Glück haben, dass das Wasser auch wirklich da ist, wenn man baden will. Wollten wir aber nicht, wir wollten lediglich n paar Stunden in Ruhe spazieren gehen und genießen. Und dafür ist die Ebbe natürlich super geeignet.

Batida hatte ihren neuen Ball mit - der allerdings nicht lange in ihrem Besitz war. Nach etwa 20 min herrlichstem Spielen hatte sich das Meer das Spielzeug geschnappt ... und B
atsi musste trotz intensiver Suche, unterstützt natürlich von uns, aufgeben. Okay, ich weiß also, was morgen auf meiner Einkaufsliste steht.
Ball weg ... aber es gibt ja noch genug andere Sachen zum Spielen. Sand zum Beispiel ;-)
Kilometerweit laufen, ohne dass es tiefer wird - hat ja was von "Nordsee", wenn das Wasser nicht Badewannen-Temperatur hätte. Erfrischend ist es trotzdem, aber wohl grad im flachen Bereich sicherlich wärmer als die Luft (die so um die 30°C hatte heute).
Das Wasser ist - natürlich!!! - voller Leben. Hier ein Einsiedler-Krebs (vermuten wir) ...
Dort ein paar Crocs, die sich selbständig gemacht haben ;-)
Endlose Weite und kaum Leute - einfach herrlich!
Sogar die Pelikane lassen uns ziemlich nah ran, obwohl wir ja Batida dabei haben. Sie sind wohl Leid gewohnt - wissen, dass sie sich am Hundestrand befinden.
Aber zu nah war dann wohl doch nicht sooo gut ... In den Mangroven wimmelte es ebenfalls von Leben.
Batida hatte sich ein kühles feuchtes Plätzchen im Schatten gesucht. SIESTA!
Trilliarden dieser kleinen Krabbentiere waren im Watt unterwegs.Da kamen dann bei Batida die Hütehund-Gene durch. Krabben zusammen treiben ...
Teilen ...
... die Krabben natürlich auf der Flucht ...
Einmal quer durch die "Herde" ... die armen Tierchen. Man gut, dass die schnell genug sind.
So sahen die kleinen Herdentiere aus:
So kann man es aushalten - mit Blick auf den Pazifik ... nur leider gehört dieses lauschige Plätzchen nicht in unseren Garten ... ;-)

Donnerstag, 5. Februar 2009

Die Schule hat nun auch für mich schon längst wieder begonnen - und jetzt wird wieder fleißig englisch gepaukt (nein, nicht gelernt ... GEPAUKT). Jedoch kein Grund, nach Feierabend alle fünfe grade sein zu lassen. Schade um den Tag ;-)
Ich hatte mich also heute nachmittag mit Mel verabredet, wir wollten gemeinsam auf die Suche nach einem Züchter gehen, der angeblich in Dayboro (bzw. Umgebung) dicke große Pferde züchtet. Die Seite hatten wir (Diana und ich) beim Stöbern nach diversen Reiterhöfen sowohl in der Sydneyer als auch der Brisbaner Umgebung im Internet gefunden.
Nun gut, was Mel und ich dann nicht fanden, waren die Dicken. Was wir ab
er hatten, war ne Menge Spaß - incl. einem ungeplanten Abstecher in den Mt. Mee - Forest, in dem wir dann einen herrlichen Sonnenuntergang erlebten. Diesmal also nicht von der Haustür aus, auch nicht mitten im Outback oder am Wasser, sondern mitten im Wald - wo es dann nach Sonnenuntergang auch ruckzuck dunkel wird.
Erst mal gabs als kleine Zwischenstärkung nach 1 Stunde Suche ein Picknick mit tollem Blick auf diese Berge (irgendwo zwischen Mt. Pleasant und Mt. Brisbane).
Dann folgten wir der Straße auf gut Glück in Richtung Mt. Brisbane und fanden uns irgendwann an einem der vielen Eingänge zum Mt. Mee - Forest wieder. Da wir den Erfolg unserer Suche inzwischen abgeschrieben hatten, beschlossen wir, noch ein "bisschen Fun" zu haben und zuckelten im gepflegten Tempo über die Piste.Wir erhaschten tolle Panorama-Blicke auf die untergehende Sonne, die Berge und Täler ... und freuten uns an dem Zauber der Farbenspiele, die die Sonne auf den Wald malte.Jo, Diana, lass doch schon mal die Wanne ein - wir fliegen dann auch bald ein *breitgrins*Dann war die Sonne auf einmal weg - und es wurde wirklich ziemlich schnell ziemlich "schackrig". Nachdem wir 2 Wege für "unbenutzbar, weil zu spät heute und keine Karte dabei" erklärt hatten, machten wir kehrt und fuhren die Route zurück, die wir gekommen waren. Zeitig genug, um nicht von den Ranchern ausgesperrt zu werden - das Gatter war noch offen! Eine Nacht im Auto wär wohl nicht das Problem gewesen, aber irgendwie ist ja morgen nicht Wochenende, sondern Freitag ... von daher sind wir jetzt doch froh, in unsere häuslichen Betten plumpsen zu können. Wenn 2 Weiber schon mal ne 4WD-Tour machen ... dann laufen durchaus auch mal die Tränen ... vor LACHEN.

Donnerstag, 29. Januar 2009


Grusel ... kleiner Schreck am Nachmittag. Ich saß gemütlich im Garten, als ich etwas Schwarzes am Fensterrahmen beobachtete, wie es sich zwischen Rahmen und Fliegenfenster durch den Spalt tastete. Spurt einmal ums Haus - Kamera geschnappt und das Exemplar auf frischer Tat ertappt, wie es sich in meinem Arbeitszimmer umsehen wollte. Im ersten Augenblick hatte ich aus den Augenwinkeln den Gedanken "ein Skorpion?!". Der Kamerad stellte sich dann aber - mit Hilfe von Melanies Sachkenntnis, Tipps aus dem Australien-Forum und Stöbern im Internet - als Jumping Spider heraus. Das Tierchen war knappe 15 mm lang, ziemlich behaart und wirkte doch auch sehr gefährlich. Aber diese Spinnen sind ... zum Glück ... nicht giftig. Das Netz hab ich auch ausfindig gemacht - und jetzt weiß ich endlich, was wir ständig von den Hauswänden aussen rum wegfegen. Das sind keine Kokons von irgendwelchen Insekten, das sind die Spinnen-Netze der Jumping Spider. Eine weitere interessante Biologie-Stunde also.

PS: Sie war schneller als meine Schreck-Chemiekeule und krabbelte draussen an der Hauswand lang, als ich nachsah.

Sonntag, 25. Januar 2009

Am Freitag unternahmen wir zwei Weibsen (Diana und ich) eine kleine Fotosafari in Morayfield. Eigentlich war es - nach unserem Empfinden - für jegliche Bewegung im Freien sowohl zu heiß als auch zu feucht. Schon der Gedanke an mehr als 10 Schritte ließ bei uns den Schweiß in bislang unbekannten Mengen strömen ;-) (wir arbeiten noch an der Aklimatisierung - und Simon tat uns auch wirklich leid, er musste ja trotzdem arbeiten). Aber die Aussicht auf ein gut gekühltes Einkaufs-Zentrum ließ uns die unsäglichen Strapazen leichter ertragen und so hangelten wir uns von Motiv zu Motiv. Zuerst waren die blühenden Bäume an der Reihe ...
Diese tolle Engelstrompete hat Diana beim luchsen über den Gartenzaun "eingefangen".Während wir vor obigem Hibiskus saßen und uns nicht satt sehen konnten, kam aus dem dazu gehörigen Haus die Besitzerin - und bat uns höflich in ihren Lilien-Garten hinter dem Haus! Wir dürften gern auch dort Fotos machen, bot sie uns strahlend an. Danke, Margret, das nehmen wir doch gern an! Neugierde und Aussichten auf einen netten Small-Talk ließen uns die triefenden Schweißbahnen vergessen ...
Dann entlud sich das über uns zusammengebraute Unwetter und wir flüchteten erst mal zu Spotlight ... da wars kühl und gab kreativen Input ;-)

Dass es bei solchen tropischen Temperaturen noch eine Steigerung gibt, erfuhren wir am Samstag. Ausflug auf den Eumundi-Markt - und ein Blick auf die dort zum Verkauf angebotenen Barometer sorgten für verstärktes Sauna-Feeling: 36°C im Schatten und 76 % Luftfeuchtigkeit! Wow. Beim Plausch mit dem Standbesitzer erfuhren wir, dass morgens beim Aufbau des Marktes 100% Luftfeuchtigkeit NACH dem Regenguss herrschten. *triiiiiiiiieeeffff*