Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Donnerstag, 23. April 2009

Pascal hat sich ja in den letzten Wochen ehrlich gemüht, dran zu bleiben, dass das Gras auf dem Grundstück nicht zu hoch wird. Mit dem "normalen" Rasenmäher gestaltet sich so ein Hobby ja doch etwas schwierig und langwierig, denn ab einer bestimmten Quadratmeterzahl kann man vorn gleich wieder anfangen, wenn man einmal durch und hinten angekommen ist - erst recht bei dem hiesigen Klima. Wir konnten es teils kaum mit ansehen, aber er verdiente sich tapfer sein Taschengeld und wir hatten es endlich mal wieder geschafft, dass er abends freiwillig ins Bett geht (was in dem Alter ja nicht mehr unbedingt normal ist).

Dennoch hatten wir inzwischen des öfteren über ein etwas zeit- und kraftsparenderes Model zum Zweck der Rasenpflege nachgedacht. Allerdings lag die Investition nicht unbedingt aktuell auf dem Tisch. Offensichtlich gab es aber auch noch weitere Leute, die diese Schufterei nicht mehr sehen konnten. Jedenfalls kam von einer Nachbarin aus unserer Straße ein Angebot: sie hat seit 5 Jahren einen Ride-On in der Garage stehen (siehe Fotos *grins*), der allerdings so überhaupt nicht mehr funktioniert. Und wir könnten ihn haben, wenn wir ihn denn wieder in Gange bekommen ...

Pascal und Simon haben sich das Teil angesehen und nicht lange überlegt. Nachdem Simon ja nun derzeit kein Motorrad zum basteln hat, kam das offensichtlich wie gerufen. Sonntag nachmittag zog der Rasenmäher einmal quer über die Straße in Simons "Bastel-Raum", erste Amtshandlung war dann das aufpumpen der Reifen, um zu sehen, ob sie die Luft halten. Seit Montag saß Simon dann jeden Abend vor, über und neben dem Gefährt, um ihm Leben einzuhauchen. Neue Batterie, Vergaser reinigen und was so alles dazu gehört.

Dennoch wollte das Maschinchen nicht so, wie Simon sich das vorstellte - es gab zwar ab und an mal einen Mucks (aber mehr auch nicht) von sich, und dann stank es auch gewaltig bis in mein Zimmerchen, aber das wars auch schon.Vermutung: Anlasser kaputt ... oder einfach der elektronische Schalter desselben. Nachdem Simon dann den Stromkreis überbrückt hatte, gab es einen Heidenlärm, das Maschinchen fing an zu husten und zu spucken - und dann lief es rund. Nicht, ohne ordentlich zu stinken und zu rauchen, wie man sieht. Da ist wohl n bisschen überflüssiger Sprit auf den Motor gelaufen?
Na, jedenfalls strahlt hier mindestens einer (der andere schläft schon) - und jetzt wird es vermutlich nicht mehr lange dauern, bis der Traktor auch wirklich einsatzbereit ist. Was ist Simons Devise? Geht nicht? Gibts nicht! (naja, jedenfalls meistens).Okay, Zeit fürs Bett - kannst ja morgen weiter stänkern (geruchsnerv- und hörnerv-mäßig).

Montag, 20. April 2009

Sozusagen gleich bei uns um die Ecke befindet sich das Abbey Museum, erst recht jetzt, seit wir in Beachmere wohnen. Mit dem Auto keine 10 min Fahrt. Ein Besuch stand schon lange auf meiner To-Do-Liste, aber heute hatte es sich ungeplant ergeben. Ich wollte eigentlich nur nach den Öffnungszeiten gucken - und schwupps, waren wir drin ;-)
Vor dem versteckten Eingang des überraschend kleinen Museums wachen 2 Löwen. Auf dem Parkplatz entlud ein Reisebus bei unserer Ankunft eine Gruppe älterer Besucher, und wir sputeten uns, ins Museum zu kommen, so lange es da drin noch ruhig ist. Doch kaum hatten wir uns der ersten Schautafel genähert, kam der Museumswart und fragte, ob wir Lust und Interesse hätten, an einer "Führung" durch die kleine Kirche teilzunehmen, die Gruppe hätte das gebucht und es wären noch Plätze frei. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen - und so saßen wir dann unverhofft in einer kleinen Kirche ...
Die Kirche ist - wie das Museum selbst - ein Sammelsurium von Artefakten aus Europa, zusammengetragen in der ersten Hälte des 20. Jahrhunderts von einem Briten namens John S.M. Ward. Er hatte im Norden von London eine ansehnliche Sammlung im Abbey Folk Park (New Barnet), einem historischen Museum, zusammengetragen - und als London im 2. Weltkrieg bombardiert wurde, flüchtete er mit seinen Schätzen und landete in Australien.
In der kleinen Kirche finden sich etliche bunte Kirchenfenster aus Europa, die ältesten stammen aus der Zeit um 1350. Die meisten kommen aus Spanien, einige aus England und dieses hier stammt von etwa 1450 und kommt aus dem Kölner Dom!
Leider sind nur wenige meiner Bilder was geworden, da ich den Blitz beim Fotografieren nicht benutzen durfte und die Kirche nur mäßig beleuchtet war. Schön war es trotzdem...
Dann gings zurück in das eigentliche Museum. Wir waren zum Glück wieder schneller als die Reisegruppe und hatten Zeit und Ruhe, uns die kleine, aber feine Sammlung und die liebevolle Gestaltung des Museums anzusehen.
Es war so ziemlich alles vertreten, was man in einem historischen Museum erwartet, nur eben in etwas schmalerer Auswahl.
In einer dunklen Ecke saß ein Schreiber, der tatsächlich ab und an (uhrwerkgesteuert, nehmen wir an) von seinem Blatt Papier aufschaute. Neben ihm in Reichweite einige Reserve-Federkiele und natürlich ein Trinkhorn mit Met ;-)
Strick- und Spinn-Zubehör etwa um 1860 ...
Der Schuh von Marie, Königin von Schottland, hergestellt in Italien, etwa um 1587 ...
Informative Schaukästen und eine interessante Anordnung der jeweiligen wichtigsten Epochen rund um den Erdball ...
Nach 2 Stunden (incl. fast einer Stunde in der Kirche) hat uns die Aussenwelt wieder. Ich glaube, diese Reise in die Vergangenheit ist nicht so schnell wiederholungsbedürftig. Dann doch lieber ins Historical Village - da hab ich längst noch nicht alles gesehen!
Dennoch hat uns der Kurztrip sehr gut gefallen. Wir werden uns, wenn wir Zeit haben, natürlich auch die Ritterspiele Mitte Juli ansehen. Allein schon, um zu sehen, wie es die Ritter in ihren Rüstungen bei australischen Temperaturen aushalten :-) Und ausserdem - wie gesagt - ist es ja sowieso beinah vor der Haustür.

Donnerstag, 16. April 2009

Pascal und mich (Simon musste leider arbeiten) trieb es heute in die Natur, ins Brisbane-Hinterland in die Berge!
Erster Stop war am D'Aguiliar National Park an einem wunderschönen Picknick-Platz. Pascal versuchte sein bestes, dem am Hang schief gewachsenen Baum Halt zu geben ... aber das war wohl aussichtslos.
Interessante Blätter der Bunya's.
Dieser dunkle Pfad führt zu einem Lookout ...
... dem wir spontan eine Besuch abstatten wollten. Oft benutzt wird dieser Weg wohl nicht. Einfach war das Durchkommen jedenfalls nicht ... aber es hat sich gelohnt!
Nach ca. 600 m Urwald-Pfad (gefühlt) erreichten wir das "West-Fenster" ... traumhaft!Das Elm House Cafe in Mt. Glorius Village wurde uns von Melanie empfohlen. Leider war es geschlossen - und überhaupt machte die ganze Anlage einen recht verwilderten, aber dennoch nicht minder wildromantischen Eindruck.
Dieses Wasserspiel mit Frosch füllt normalerweise den kleinen Bottich, in dem Goldfische herumschwimmen.
Ein Briefkasten mit Solar-Zelle. Wozu auch immer ... ;-)
Auch das zweite Cafe in Mt. Glorius Village hatte leider geschlossen, die Türen sind nur an den Wochenende und an Feiertagen für Besucher, Gäste und Kunden geöffnet. Schade!
Ein kurzer Blick durch die geschlossene Tür:
... und auf die Aussenanlagen.
Weiter ging es zum Westridge Lookout.
Grass Tree's ...
Ein wunderschöner Ausblick in Richtung Lake Wivenhoe bot sich hier.Der Felsen, um den sich die Plattform des Aussichtspunktes windet, ist (laut Ausschilderung) mehr als 300 Millionen Jahre alt!
Am Fuss des Felsens liegt ein uraltes Fuhrwerk. Rad, Deichsel und Ladefläche sind noch erkennbar. Mehr als 200 Jahre dürfte es aber nicht auf dem Buckel haben, schätzten wir.
Kurzer Halt in Mt. Nebo Village - leider hatte auch dieses Cafe geschlossen. Ausgerechnet und nur heute. Irgendwie gönnte uns heute wohl jemand keinen leckeren Eis-Becher.
Wieder mal ein hübscher Briefkasten am Straßenrand ...
Am Jolly's Lookout hatten wir eine prächtige Aussicht auf die Umgebung bis hin zur Küste.
Man sah sogar Moreton Bay, Deception Bay ... und mit viel Fantasie konnte man Beachmere ausmachen.
Der voll ausgenutzte Zoom meiner Kamera beweist es (und die Schilder, die am Lookout stehen, sowieso).
Viele kleine versteckt angelegte Picknickplätze incl. Grill-Platz und Holzvorrat finden sich hier. Gut, das zu wissen - wer weiß, vielleicht treibt es uns demnächst ja mal mit Proviant hier her.
An nächsten Rastplatz, dem Boombana-Lookout, wartete ein Kookaburra auf eine Mahlzeit. Pech gehabt, unser Barbie blieb heute kalt (zumindest an diesem Ort).
Und auch viele andere Waldbewohner kamen uns unter die Augen ...
Pascal spielte Tarzan - die Lianen waren aber auch zuuu einladend!
Er versuchte aber zwischendurch auch, sich zu bilden. Die vielen Lehr-Schilder auf dem Rundwanderweg sind informativ und für Kinder interessant gestaltet, sie beantworten Fragen rund um Eukalyptus- und Regenwälder und den Unterschied zwischen beiden.
Wir beschlossen, für heute genug Lookouts abgeklappert zu haben und ließen uns von unserem Hunger nach Samford treiben. Nach einem kleinen Lunch ging es dann über Dayboro und die alte "Heimat-Route" zurück nach Beachmere.
Gib dem Kind was zum spielen - z.b. eine Kamera - und du hast als Fahrer deine Ruhe ;-) (und die Ergebnisse sind teils recht beeindruckend).
Gegen 5 waren wir wieder wohl behalten zu Hause, nachdem wir in Morayfield bei Aldi noch einen letzten Halt fürs Einkaufen gemacht haben - und nach einer kurzen Verschnaufpause verzog sich Pascal zum Relaxen in den Pool. Naja, immerhin hat er es heute als Beifahrer auf über 350 Bilder gebracht - mit meiner Kamera. Stolze Leistung bei nur 220 zurückgelegten Kilometern ... finde ich.
PS: Dies war übrigens Blog-Eintrag Nr. 200 ;-)