Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Freitag, 15. Januar 2010

Süße Früchtchen reifen in unserm Garten. Hier und da tropft uns schon der Zahn bei der Aussicht auf die saftigen Leckereien.

Die gelbe und die schwarze Passionfruit setzen Blüten an, die leckeren Früchte werden aber noch auf sich warten lassen. Derweil müssen die über den Nachbarzaun hängenden Exemplare (unten links neben den Äpfeln) her halten oder eben das Angebot im Supermarkt (derzeit 50 Cent pro Stück, unten rechts neben den Äpfeln, nur unwesentlich teurer als Kiwi-Früchte) genutzt werden.

Die Mango konnte wohl nicht mehr warten, bis sie wirklich reif ist. Sie fiel mir beim Präparieren der noch an den Bäumen hängenden Früchtchen beinah auf den Kopf und reift nun ebenfalls neben den Äpfeln nach. Die anderen dürfen noch ein wenig Frischluft genießen, gut geschützt vor Fledermäusen, Possums und anderen "Räubern". Hoffentlich ... Der kleine Baum trägt schon schön, der große Bruder im Hintergrund hat aber schon mehr zu bieten.

Auch der Wein hats eilig, hier muss schnellstens eine Rankhilfe her. Auf die leckeren Trauben freuen wir uns auch schon.

Die beiden Orangen am kleinen Bäumchen sind die einzigen, die es nach der Blütenfülle bis zu diesem Stadium geschafft haben. Mal sehen, wann wir ernten können.

Und auch ansonsten sprießt und wächst alles nach den ausgiebigen Regenfällen der letzten Wochen bei diesem Hochsommer-Klima.

Und auch die Geburtstagspflanzen haben heute morgen ihre Töpfe mit Blick auf den Pool bezogen. Bin gespannt, wann die Nektarine Blüten ansetzt. Die Bougainvilleas blühen ja schon schön und erfreuen uns mit roten und orangen Farbtupfern.

Sonntag, 10. Januar 2010

Hallo, Ihr Lieben da hoch oben im weißen winterlichen Deutschland. Ihr konntet ja nun leider doch nicht kommen, deshalb gibts ein paar Bilderchen von unserem Wochenende mit Geburtstags-Barbie und (schon wieder 4 Wochen rum?!) Handwerker-Stammtisch. Das Wetter war bombastisch: das was Ihr an Winterfreuden habt, gönnen wir uns als Sommerspaß. Temperaturen um die 30°C, Sonne satt und somit auf jeden Fall das richtige Wetter für eine Pool-Party. So gut besucht war unsere Pfütze noch nie, seit wir hier wohnen. Die 32°C Wassertemperatur waren aber auch wirklich einladend.

Natürlich waren nicht nur die Zweibeiner eingeladen, sondern unsere insgesamt 8 Schlafgäste hatten auch ihre 2 Vierbeiner dabei. Genug Trubel in der Hütte, alle hatten ihren Spaß (hoffen wir, sah jedenfalls so aus).

Wie gesagt, der Pool wurde endlich mal richtig genutzt - und Simon schaffte es nicht mal, sich umzuziehen. Er nahm in voller Garderobe (nicht ganz freiwillig - selbst Schuld, wenn man so lange überlegen muss) sein Bad ;-)

Der Geburtstagstisch war trotz ausdrücklichem "ich brauch nichts weiter, nur gut gelaunte Partygäste" dann doch gut bestückt. 


Offensichtlich wirkt der Garten auf die meisten noch viel zu leer - oder hatte sich inzwischen meine Vorliebe für orange blühende Pflanzen und Bougainvilleas herumgesprochen? Jedenfalls kann ich mir jetzt mal in Ruhe überlegen, wohin ich die rote und die orange Bougainvillea sowie die Nektarine pflanze. Ich glaube, ich muss mal wieder zum Pot Man und ein paar schöne Steingut-Pflanzgefäße holen. So bleibt alles beweglich und die Nektarine in einer handlichen Größe.

Und falls die Regenzeit sich am Ende wieder genauso niederschlags-ergiebig heraus stellen sollte wie die letzte, brauch ich diesmal keine Bange vor nassen Füßen haben. Dank Gudrun bin ich stilvoll gekleidet ... und diese mit Pferdefotos bedruckten Gummiestiefel reihen sich ein in meine ganz persönliche Geschichte ausgefallener Fussbekleidung (goldene modische Western-Gummistiefel mit weißem Absatz ... weiße Gummistiefel für den Einsatz in meinem ersten Ferienjob als 14-jährige Schülerin - sie dufteten noch Jahre später gemütlich vor sich hin, als sie schon längst bepflanzt mit Blümchen im Garten Nr. 63 den Sitzplatz zierten).

Die Salate und Dips standen bereit und der Grill war kurz nach 7 dann auch heiß genug, um all die leckeren Sachen zu brutzeln. Die letzten Gäste waren inzwischen auch eingetrudelt, jetzt konnten wir zum gemütlichen Teil übergehen.


Pascal hatte es sich vor dem BBQ gemütlich gemacht, um das Grillgut im Auge zu behalten (und die kalten Getränke im Esky unter ihm).

Es wurde ein langer Abend - und entsprechend eine kurze Nacht. Simon und Andreas fielen gegen halb 3 morgens als letzte in die Betten. Um 7 war die Nacht entgültig zu Ende, weil die Hunde draussen viel munterer waren als wir, die wir alle versuchten, den Lärm zu ignorieren. Ging aber nicht. Naja, war auch gut so, gegen halb 11 waren wir nämlich schon wieder unterwegs zum Januar-Handwerker-Treffen. Dieses Mal ging es nach Yandina in den Jack Harrison Park am Wappa Dam.


Dort war es herrlich kühl und schatting, sehr ruhig, natürlich durften die Hunde mit und sich genauso frei bewegen wie die Kinder ... und auch hier gab es wieder die in so vielen Parks üblichen öffentlichen Grillplätze mit überdachten Sitzgelegenheiten, Toiletten und Wasserversorgung. Die Kids stromerten fast die ganze Zeit in den Felsen, am Wasserfall und in den natürlichen Planschbecken herum.


Von dieser kleinen "Badewanne" ohne Boden (weil tief) ging es hinter dem Rand einige Meter abwärts ...

Na - wer sieht sie? Genau ... DAAA krackseln sie:


Und das ist der momentan eher kleine Wasserfall, der aus der oben gezeigten Badewanne tröpfelt. Es war ein herrlicher entspannter Tag, der unserem "Kater" sehr zu Gute kam. Wir haben dennoch nicht lange durchgehalten diesmal und waren schon gegen halb 5 wieder zu Hause. Man wird eben älter ;-) Chrissi und Luki machen jetzt bis Mittwoch ein paar Tage Urlaub hier, dann fahren sie zurück nach Gatton, begleitet von Pascal, der dann dort noch ein paar Tage Ferien macht. Und dann geht auch schon bald die Schule wieder los. Klasse 9 für Pascal, die Zeit rast ... 

Allen Gratulanten an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für all die vielen guten Wünsche und die Überraschungsgeschenke. Wir haben keine Ferien mehr, für uns gehts morgen wieder mit Schwung in den Alltag und ins neue Jahr. Wir sehen uns ... Cheers - Antje.

Donnerstag, 7. Januar 2010


Es ist daha - es ist unversehrt und es ist pünktlich! Danke schön und knutschi einmal um den halben Erdball. Jetzt kanns losgehen! Erfolgreiche Bekämpfung nicht vorhandener Langeweile nenne ich sowas ;-) Und falls ich dabei kalte Füße bekomme, sorgt der Hunderwasser-Strick für warme Adern. Auf in den Kampf ...


Sonntag, 3. Januar 2010

01.01.2010 - 02.01.2010
Nach einer ruhigen (und schlafreichen) Silvesternacht begaben wir uns nun wieder auf den Heimweg. Bevor wir jedoch in Richtung Emerald starteten, machten wir noch einen Abstecher in das Nachbarnest Rubyvale.


Das konnten wir leider nicht testen, es war ja Neujahr und deshalb geschlossen (ach!).
Genau, der Buckingham Palast steht in Rubyvale ;-) 

Und wie war das? Wer nicht wirbt, stirbt. Oder umgekehrt??? Naja, beides geht, wie man sieht ...


Und dann gings aber wirklich zurück in Richtung Heimat. Über Emerald und Springsure suchten wir uns unsere geliebte Hinterland-Route. Vor allem auch deshalb, weil wir nicht durch das vom Hochwasser geflutete Rockhampton wollten, was uns zur Küstenroute gebracht hätte. Aber auch, weil wir Küste ja immer haben, die Hinterland-Bergketten aber doch eher noch sowas wie Heimat-Harz vermitteln. Wenn auch bei weitem nicht mit den Schneehöhen, wie sie aktuell dort vorherrschen (80 cm im Oberharz und rund rum aus allen Familienecken kriegen wir derzeit Schneebilder geschickt. Super Abkühlung, wenn auch nur mental *grins*).

Und wieder einmal (so wie schon mehrfach auf den Outback-Highways) scheuchten wir einen Australian Bustard auf. Mächtige Vögel, die uns im ersten Moment an die Großtrappen in Deutschland erinnerten. Wobei letztere ja flugunfähig sind, während der Bustard durchaus fliegen kann. Was für ein prächtiger Vogel!



Die letzte Nacht unserer Tour verbrachten wir wieder "wild" - und zwar zwischen Monto und Eidsvold vor einem ehemaligen Schulgelände. Hier gabs nichts als Natur und Highway - und ein Häuschen in Sichtweise. Ob da wohl immer noch der Hausmeister drin wohnte? Licht brannte jedenfalls nachts. Und statt die Überreste der Schule zu beseitigen, war es wohl kostensparender, einfach ein Hinweisschild aufzustellen, was die "Ruinen" als solche identifizierte ...

Am nächsten Morgen weckten uns nicht etwa die Kookaburras (doch, die auch), sondern ein Geräusch, als wenn der Regen irgendwo konstant auf Plastik trommelt. Wir waren uns ziemlich sicher, dass die Zeltplanen aus Stoff sind und unser Herbie KEIN Trabbi. Also schlich ich mich raus, um zu sehen, wer oder was da so einen Lärm veranstaltet. Und ertappte einen Superb Fairy-wren dabei, wie er unsere Aussenspiegel attackierte. Ob er nun einen Eindringling verjagen oder den Artgenossen kennen lernen wollte, hat er mir nicht verraten. Aber er ließ sich von seinem emsigen Tun selbst dann nicht ablenken, als ich die Beifahrertür öffnete, um Sachen aus dem Auto zu holen. Eine ganze Stunde war das Kerlchen beschäftigt und ließ erst ab, als wir das Zelt abbauten und zum Aufbruch rüsteten.

Das also war unsere Outback Tour. Oder zumindest ein kleiner Abriss davon, denn alles passt nie und nimmer in diesen Blog. Deshalb ist es wohl mal wieder Zeit für eine DVD. ;-) Wir haben in diesen 9 Tagen 2795 km unter den Rädern gehabt und eine nette Schleife auf unsere Karte "gelegt". Es war herrlich, wir haben uns trotz der vielen Fahrerei super erholt und schon beschlossen: das nächste Mal wirds intensiveres Outback geben!

Allerdings hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter und dadurch auch mit den Straßenverhältnissen, denn die Regenzeit ist jetzt voll in Gange, in Isisford, Longreach und Umgebung gab es heftige Regenfälle, und was wir noch als "ah, ein Creek, wieder mal ein trockener" kommentiert hatten, führt jetzt allerorts Hochwasser... Wir hoffen jetzt, dass der Regen zwar die Dämme füllt, aber uns nicht wieder wie im April und Mai hier in Beachmere einschließt. Sonst müssen wir die Reihenfolge auf unserer Liste ändern und andere Prioritäten setzen in Bezug auf: Caravan, 4WD und Boot. *grins* (kleiner Scherz am Rande) ...
30.12.2009
Am nächsten Morgen weckten uns unzählige Rainbow Lorikeets 


und irgendein Hühnergetier (keine Ahnung, was DAS war, ich versuche, es raus zu kriegen) 


mit einem fürchterlichen Spektakel - allerdings zu "normalen" Frühstückszeiten gegen 7 Uhr. War also gerade noch erträglich ;-) Der Campingplatz vermittelte irgendwie den Eindruck eines "gehobenen" Goldgräber-Camps, aber nichts anderes wird ja hier in der Umgebung von den Touris (und Einheimischen!!!) betrieben: die Suche nach Edelsteinen, für die man natürlich eine Genehmigung braucht und die man aussschließlich mit Hand-Werkzeugen, ohne größere Hilfsmittel, betreiben darf.



Man saß (bzw. sitzt) hier wirklich mitten drin - in den Edelsteinfeldern ebenso wie in der Natur bzw. im Landleben.


Wir hielten uns hier 3 Nächte auf - und die dazu gehörigen Tage natürlich ;-) Simon und Pascal schürften und schürften, beobachtet von unzähligen Vögeln, Kühen und DROMEDAREN (die gibts nur auf dem Video, da Simon die Videokamera mit hatte, während ich auf die Männerarbeit verzichtete und zusammen mit Batis und meinem Fotoapparat das Kaff unsicher machte). Das ist Pascals Ausbeute ...


und das hier Simons ...


Werte? Klar sind wir steinreich geworden. STEINreich ;-) und an erster Stelle stand der Spaß. Den hatten wir alle, das steht fest. Am Silvester-Abend beschloß Simon: "Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wiener Wald." Das war das leckere Ergebnis. Simon und Pascal genossen jeder einen fetten Burger mit einer "kleinen" Portion Pommes (ist wirklich die kleine Portion für 2 Dollar!), ich hatte mir einen Sea-Food-Basket bestellt. Gibts ja so selten an der Küste, sowas ißt man also in den Highlands ;-)

Happy new year ...! So früh waren wir Silvester schon lange nicht mehr im Bett. Der Campingplatz war fast leer, und die paar anderen Camper waren alle spätestens halb 9 in ihren Zelten verschwunden. Niemand feierter hier rein - was für ein entspannter Silvester-Abend. Als ich am nächsten Morgen zum Duschen ging und einer Camperin ein frohes neues Jahr wünschte, schaute diese mich verwundert an, so als müsse sie überlegen, welchen Tag wir haben. Das "good morning" schaffte sie aber gerade so. :-)


29.12.2009
Nachts gab es ein herrliches Gewitter, aber gegen Morgen hatte sich das verzogen. Wir besuchten die "Stockman Hall of Fame", ein Museum, in dem man alles über die Besiedlung Australiens durch die Europäer und einiges über die Aborigines erfährt. Und man bekommt einen Einblick in den harten Alltag der Viehtreiber und Farmer-Familien mit unendlich vielen teils über hundert Jahren alten Ausstellungsstücken, vielen authentischen Geschichten und einer Menge Filme, die über das Leben damals und heute berichten. Ein tolles Museum ...



Simon zeigt auf Brisbane, Pascal auf Longreach. Ganz schöne Strecke, zumal wir ja nicht den Luftweg genommen haben ;-)



Diese volle Kutsche eines Gemischtwaren-Händlers war nicht das einzige hochinteressante Ausstellungsstück. Und das gravierte Emu-Ei ist ca. 80 Jahre alt.

Mittags verabschiedeten wir uns von Longreach machten uns auf zum eigentlichen "Ziel" dieses Urlaubs. Denn Simon und Pascal hatten ja vor, in den "Gemfields" westlich von Emerald nach Edelsteinen zu suchen. Nächstes Ziel war nun Sapphire. Wir kamen durch Barcaldine mit einem einladenden Hotel am Straßenrand. Nee, sorry, wir müssen weiter.

und wurden am Ortsausgang wieder einmal (wie schon so oft auf unserer Tour) vor Vieh auf zaunlosen Straßen gewarnt. 

Am Straßenrand tauchten nicht nur wiederholt die Emus und Känguruhs auf, sondern auch Dromedare, die aber netterweise NEBEN den Straßen ihrer Wege gingen. Es dauerte trotzdem keine halbe Stunde, und wir standen. Und zwar vor einer Rinderherde, diesmal stilvoll getrieben von Jillaroos (Cowgirls) und Jackaroos (Cowboys). Den Anblick genossen wir erst mal eine Weile, hat ja auch was!


Dann erreichten wir Jericho. Genau - und dazu mussten wir nicht einmal den Kontinent wechseln ;-) Kaum hatten wir das Gespann geparkt und die Türen geöffnet, schallte es einladend von der anderen Straßenseite "Free beer in the Pub!!!".

Hm, normalerweise gern, aber wir hatten ja noch ein Stückchen Weg vor uns, also lehnten wir schweren Herzens ab. Es war Zeit für ein Nachmittags-Päuschen und ein Eis. Ausserdem war Jericho nicht nur super süß und klein (ca. 200 Einwohner), sondern rühmt sich auch, das kleinste Drive-In-Autokino Australiens zu besitzen. Na, das wollten wir uns natürlich ansehen. Und hätten es fast ÜBERSEHEN. 36 Plätze hat es (steht im Reiseführer) ...hier ist es:

Niedlich, oder? Zumal ich solche Kinos bislang nur aus Filmen kannte. Das Häuschen mit den öffentlichen Toiletten ist liebevoll bemalt.

Im Shop gabs nicht nur Lebensmittel, sondern auch jede Menge Souveniere und - im hinteren Bereich ein kleines privates Museum, in das wir freundlich eingeladen wurden.


Es war kurz vor 4, wir hatten noch ungefähr 300 km vor uns und so verabschiedeten wir uns nach einer halben Stunde von der Ladenbesitzerin und nahmen wieder den Highway unter die Räder.

Gegen 7 erreichten wir unser heutiges Ziel: Sapphire, ein kleines Kaff mitten in den Central Highlands und mitten in Edelsteinfeldern. Mit eindeutig mehr 4- als 2-beinigen Bewohnern selbst mitten im Ort. Wir buchten im "Blue Gem Caravan Park" ein und machten uns "seßhaft". Das nächste Gewitter nahte. Also Zelt aufbauen, bevor der Regen kommt - und dann erst mal ausatmen und den kleinen Barbie anwerfen, um das Abendessen zu grillen.