Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an.
Kurt Tucholsky, 09.01.1890 - 21.12.1935, dt. Schriftsteller

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Kurzes Wetter- und Urlaubsupdate: Das Wetter wird zusehens besser, bestes Ausflugswetter und genügend Ziele dafür. In den letzten 3 Tagen standen auf dem Plan:
Dienstag nach Montville mit seinen süßen Cafes und Shops ...
Mittwoch Brisbane mit einem Besuch der Valentino-Ausstellung (wir erkannten: wir spielen einfach nicht in der Liga des Nichttragbaren und der Magersüchtigen, aber war schon schön!!!).
Donnerstag (also heute) Strandtag mit Hund ... auf Bribie Island
Ausführlichere Berichte demnächst in diesem Theater. Liebe Grüße an alle Mitleser, vor allem auf der Nordhalbkugel ... alle sind wohl auf, keine besonderen Vorkommnisse, ausser dass wir froh sind, dass wir n bisschen mehr als nur 3 Grad haben ... und ausser Dauerstaunen auf Seiten der Weltenbummler.

Montag, 11. Oktober 2010

140 mm Regen in 24 h, dazu der vierteljährliche Höchststand der Flut bei den Gezeiten - das reichte mal wieder für teils unpassierbare Straßen und unser ganz eigenes Freibad vor und hinter dem Haus.
Nicht nur Hans ist naß, irgendwie ist das seit Tagen ein perfektes "Freiluftduschen"-Wetter.

Um zu schauen, ob die Zufahrt nach Beachmere noch möglich ist (immerhin musste Simon ja irgendwie nach Hause kommen), fuhren wir die Hauptstraße aus dem Ort raus ... und kamen nicht wirklich weit. Der Caboolture River knabberte an der Straße und der kleine Fluß dahinter (Gong Creek) bremste uns aus. Einige verrückte PKW-Fahrer versuchten es trotzdem und Simon berichtete bei seiner Heimkehr von gefluteten Autos (liegen bleiben, Tür öffnen und aussteigen, wenn das Wasser in Lenkradhöhe steht ... noch Fragen?).


Hier reichte es uns und wir kehrten um. Der Honda stotterte gefährlich, und da er nicht hochseetauglich ist, wollten wir nichts riskieren. Der Hintereingang nach Beachmere, über die Bribie Island Rd., ist noch frei. Noch ... Pascal haben wir morgen trotzdem schulfrei verordnet.

Gestern brauchten wir mal Ausgang nach den vielen Tagen Regenfrust und schauten nach Mr. Kang und Mrs. Roo in Toorbul. Der Herr flößte uns ausreichend Respekt ein, wir hatten keinen Zweifel dran, dass er seinen kleinen Harem mit seinen 2m Körperhöhe, die er beim Aufrichten sicher locker erreicht, auch verteidigen würde. Also blieben wir sicherheitshalber im Auto. DAS waren uns dann doch ein paar Muskelpakete zu viel, jeder Preisboxer würde da neidisch werden.
Nun hoffen wir auf Wetterberuhigung. Kann ja nicht ewig so weiter gehen! Viele Grüße an die Nordhalbkugel, genießt Euren goldenen Herbst *neidischguck*.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

02.10.2010

Auf den Ebenen in Richtung Quilpie begegneten wir nicht nur Rinderherden, Schafen, Ziegen und allerlei Echsen, sondern auch Emu-Familien, die mit uns "um die Wette liefen" ...
Noch immer zogen dichte Wolkenberge am Himmel, der ab und an aufriss und die Sonne durch ließ. Wir waren froh, dass es bedeckt war. Es war nicht so heiß, angenehme Temperaturen mit einem lauen Lüftchen, ab und an hatten wir mal ein Regentröpfchen auf der Windschutzscheibe.
In Quilpie steuerten wir den "Channel Country Caravan Park" an, der Bungalow für Mami und Papi war vorgebucht und pünktlich mit unserem Eintreffen ging ein kurzer Regenschauer nieder. Danach wurde es wieder schön und wir 2 Weibsen begaben uns auf "Sightseeing in der Stadt" ;-)
An der Kreuzung kurz vor dem Ortseingang hatten Spaßvögel einen kleinen Hai zum trocknen aufgehängt. Eine Riechprobe bestätigte: tot und für das Abendessen nicht mehr genießbar.
Tagsüber hatten wir kaum Gegenverkehr, doch jetzt zum Abend wurde es direkt geschäftig auf der Straße von Quilpie nach Charleville. Die Viehtransporter donnerten aus dem Ort heraus und wir taten gut daran, rechtzeitig als Fußgänger die Straße zu räumen. Fröhliches Grußhupen der Fahrer begleitete uns auf dem Rückweg in den kleinen Ort, als sie sahen, dass wir die Kameras ansetzten.
Die Flüsse führten und führen noch immer viel (Schlamm-)Wasser mit sich, in den Uferzonen tobte das Vogelleben. Wobei man auf Grund der dichten Vegetation mehr hörte als sah.
Die "Road Trains", die im Outback verkehrenden Trucks, haben eine Länge bis zu 53 m, wobei wir später auch Schilder entdeckten, die 53,5 m "erlaubten".
Rush Hour in Quilpie ...

Nach so viel Einsamkeit, Natur und frischer Luft lockte uns das Wellness-und-Spa-Becken auf dem Camping Platz. Gefüllt auch hier mit dem heißen, aus 3 km Tiefe gepumpten und millionen Jahre alten Wasser aus dem artesischen Becken, ist dies der geeignete Platz, um die Seele baumeln zu lassen. Wer rechnet schon mitten im Outback mit solchem Luxus?! Simon, Hans und Pascal wollten nicht - selbst Schuld!
An diesem Abend gab es ein kleines Highlight als Abschluss. Im Schein des Lagerfeuer ließen wir uns unser Gläschen Wein schmecken, schauten dem Fire Fox zu, wie er sich unter den züngelnden Flammen in Asche verwandelte und ...
... lauschten den Stories des (im wahrsten Sinne des Wortes, weil mit einem Busch-Flugzeug angereisten) eingeflogenen Busch-Poeten. Es war ein wirklich urgemütlicher Abend.
03.10.2010
Am nächsten Tag begaben wir uns noch tiefer ins Outback. Den Trailer auf dem Camping Platz zurück lassend, fuhren wir in das etwa 100 km entfernte Eromanga, unterwegs kritisch von Bart-Agamen beäugt.
Wir sahen nun mit eigenen Augen, was uns unser Nachbar auf dem Campingplatz gestern erzählt hatte, als wir das Zelt aufbauten: So grün wie diesen Frühling war das Outback seit 50 Jahren nicht mehr. Er wohnt in Charleville und hat Familie hier in Quilpie und Umgebung (Farmer), und er versicherte uns, dass das kein normaler Anblick ist, wie sich das Outback uns bei unserer Tour präsentierte. Um so mehr genossen wir diese unendlichen weiten grünen Ebenen, die mit Blüten übersät waren. Wer weiß, wann wir DAS mal wieder sehen in dieser Gegend.
Eromanga - der Ort, der am weitesten von allen Australien umgebenden Ozeanen und Australiens Küsten entfernt ist. Hier ist der Beweis, wir standen wirklich sozusagen am "optischen Schwerpunkt" Australiens (gemessen an den Kilometerangaben). Schade, dass die Schilder für Brisbane und Alice Springs fehlen. Google Earth verriet uns nach unserer Rückkehr, dass Brisbane 1062 km und Alice Springs ca. 1800 km von hier entfernt sind (wenn man nicht die Flugstrecke, sondern die kürzeste Straßenverbindung nutzt).
In dem kleinen Café gönnten wir uns eine mittägliche Stärkung, bevor wir uns in dem Ort umschauten, der in der Mittagshitze zu schlafen schien.
Neben diesen Road Trains wirkte unser nun nicht wirklich kleines Gefährt wie ein Spielzeugauto.
Auf der Rückfahrt nach Quilpie machten wir kurze Stops, um die blühende Natur zu bestaunen ...
Apostelvögel gaben Konzerte im Geäst der Bäume.
Rundherum ragten Felsformationen aus den Ebenen, eine davon liegt nahe Quilpie. Die Baldy Tops - sie waren unser letzter Anlaufpunkt an diesem Tag.
Der Aufstieg war einfach, die Aussicht unbeschreiblich. In der Ferne sieht man Quilpie. Es war 3 Uhr nachmittags, die Hitze ließ allmählich nach und auf den Anhöhen wehte ein angenehmer Wind.
Wir entdeckten Felszeichnungen der Aborigines in den kleinen versteckt liegenden Höhlen der Baldy Tops.

Natürlich ging es auch an diesem Abend wieder ins heiße Spa-Becken. Den Wein gabs danach, dieses Mal leider ohne Lagerfeuer.

04.10.2010
Am frühen Abend trudelten wir in Mitchell ein, nahmen den Bungalow und unseren Zeltstellplatz in Beschlag und ... 
... tigerten schnell noch einmal zur Therme, um noch einmal den Jungbrunnen zu genießen. Um 6 war Feierabend, das ohnehin nicht sehr volle Spa-Bad leerte sich.
Wie gesagt - ein Jungbrunnen. Muss doch wirklich was dran sein. Ein Gast meinte beim Verlassen des Bades (als wir ankamen): Als ich rein ging, fühlte ich mich wie 95, jetzt wie 30! Scheint auch bei anderen so zu wirken ;-)
05.10.2010
Der Urlaub neigte sich dem Ende, wir mussten zurück in Richtung Küste. Letzte Blicke auf die blühenden Felder rund um Mitchell und Roma ...

Auf unserem letzten Kaffee-und-Toiletten-Stop vor Yarraman bettelten Butcherbirds und Blauäugige Honigfresser um süße Leckerlies (Ananasstückchen).
In der untergehenden Sonne grüßten uns die vertrauten Bergzüge vor Kilcoy. Wir freuten uns auf Zuhause!

2278 km haben wir in diesen 6 Tagen unter den Raedern gehabt. Und mindestens genauso viele Fotos geschossen und tolle Erlebnisse gehabt.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Auf ins Outback!

Das Wetter der letzten Tage war durchwachsen feucht bis ausreichend naß. Besserung war laut Wettervorhersage für die Küstenregion nicht in Sicht, also starteten wir planmäßig zu unserer Outback-Tour. Bevor der Frühling weiter fort schreitet und die Temperaturen an unserem angepeilten Zielort zu hoch klettern, als dass man sich dort noch urlaubsmäßig wohl fühlen könnte, packten wir Auto und Trailer und alle 7 Sachen für 6 Leute ... und ab ging die Post am Morgen des

30.09.2010
Unsere geplante Reiseroute lautete Mitchell-Charleville-Quilpie und zurück. Die Wolkenberge begleiteten uns bis hinter Kilcoy, dann wurde das Wetter zusehens besser, der Himmel blauer und die Sonne strahlte.
Hinter Kilcoy reißen die Wolken auf ...
Auf den Feldern im Hinterland steht das Wasser, hier gab es in den letzten Monaten ausreichend Regen. Rund um Dalby hatten wir die Region viel trockener in Erinnerung. Doch der Regen, der nach uns kam, als wir im Dezember in diesen Gefilden unterwegs waren, war offensichtlich ausgesprochen ergiebig.
Der Passagier dieses Fahrzeugs vor uns zählte in Dalby die vorbei fahrenden Autos und kommentierte jedes einzelne mit einem lauten "Wuff".
Am späten Nachmittag gab es einen weiteren kurzen Stop in Roma, bis Mitchell sind es nur noch etwas mehr als 80 km.
Ein kleiner Star sang uns bei der Toilettenpause ein Abendständchen und wir genossen die einkehrende Ruhe in dem kleinen Outback-Städtchen.
Der erste Sonnenuntergang im Outback erlebten unsere Weltenbummler hinter Roma. Die Sonne tauchte spektakulär am Horizont unter und sofort wurde es extrem kühl.
Nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Mitchell und übernachteten auf dem "Major Mitchell Caravan Park". Nach einer kühlen Nacht gönnten wir uns ein wohliges Bad im artesischen Becken. Mitchell hat ein Schwimmbad, in dem im Spa-Bereich aus einer kilometertiefen Quelle 43 Grad heißes millionen Jahre altes Wasser aus dem Rohr sprudelt. In diesem Jungbrunnen erwachten unsere eisgekühlten Glieder wieder zum Leben und nach dem Frühstück ging es weiter in Richtung Charleville.
 Der Rotflügelstittich verabschiedet uns, als wir den Caravanpark verlassen.

Der Bailey Bar Caravan Park in Charleville war uns von unserer letzten Tour noch in angenehmer Erinnerung. "Mamilein und Papilein"  hatten nach der letzten Eisnacht beschlossen, die weiteren Nächte möglichst in Bungalows zu schlafen. Auf diesem Campingplatz war das überhaupt kein Problem (und auch auf dem Rest der Tour waren wir alle mehr als angenehm überrascht über jeweiligen Standard dieser Bungalows).
Nach einem kleinen Stadtspaziergang steuerten wir abends das Bilby-Center an, um uns diese kleinen, possierlichen, vom Aussterben bedrohten Beuteltiere anzusehen.
Die Vorführung war interessant und wir bekamen ansatzweise eine Vorstellung davon, was für ein Zeit- und Einsatz-intensives Projekt der Versuch ist, eine vom Aussterben bedrohte Tierart zu retten. Hoffen wir für die Bilbies, dass dieses Projekt bald von sichtbarem Erfolg gekrönt ist. Der Bilby-Fund hat eine eigene Website, auf der man sich näher informieren kann (klick hier).
Die kleinen Beutler hoppelten nach Sonnenuntergang im Rotlicht in ihren Käfigen umher und ließen sich von uns bei ihrer Futtersuche überhaupt nicht stören. Fotografieren war unheimlich schwer (weil natürlich ohne Blitzlicht), aber trotzdem war dieser Abend wunderschön.
Das Wetter war nun einfach nur noch perfekt. Keine Wolken am Himmel und die Nacht war mit 14 Grad doppelt so warm wie die vorherige.
Nächstes Ziel war nun (inzwischen haben wir den 02.10.2010) Quilpie. Das erwartet trockene Outback präsentierte sich uns blühend und grün, die kleinen Flüßchen und Bäche führen teilweise recht viel Wasser, überall stehen Billabongs (Wasserlöcher) und es duftete überall nach Frühling und satter nasser Erde.
In der Nähe des Flugplatzes der Fliegenden Ärzte entdeckten wir ein Känguruh.
Die Straße nach Quilpie ... am Anfang noch mit viel Wald links und rechts.
Überall grünt und blüht es.
Und noch sind die Temperaturen moderat.
Kleine Finken beobachteten uns bei unserem Foto-Stop.

In Cooladdi machten wir eine Käffchen-Pause und gönnten uns ein Eis. Hmmmm, lecker.
Am Horizont brauten sich ein paar Wolken zusammen ... und auf der Straße ein paar Rinder :-)